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Mobilität: Wie gut Spritsparhilfen wirklich sind

von Thomas Kuhn

Der September war der teuerste Tankmonat aller Zeiten. Um Autofahrern beim Sprit sparen zu helfen, gibt es ein neues, funkgestütztes Fahrtraining. Der Name: Harvey. Doch hält die Technik, was der Hersteller verspricht?

Modell: Audi A4 2.0 TDI Ambition (DPF)
Leistung / Hubraum: 100 kw / 1.968 ccm
CO2-Ausstoß: 112 Gramm/km
Verbrauch im ADAC-Test: 4,9 Liter/100 km (am 28.02.2012)
Herstellerangabe: 4,3 Liter/100 km
Abweichung: 14 Prozent

Bild: PR

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Harvey ist ziemlich schweigsam in letzter Zeit. Seit Tagen hat er sich nicht mehr gerührt. Das ist ein gutes Zeichen. Sonst nämlich nervt der zigarettenschachtelgroße Mikrocomputer unterm Armaturenbrett allzu oft mit penetrantem Piepsen. Denn die Elektronik meldet sich, wenn ich zu viel Sprit verbrauche.

Genau das aber will das IT-Beratungsunternehmen CGI Logica Vielfahrern wie mir mithilfe der kleinen Box neben dem Handschuhfach abgewöhnen. Und weil der kompakte Besserwisser so etwas ist wie mein digitales schlechtes Gewissen, habe ich ihn nach dem Hit der Rodgau Monotones benannt: mein Freund Harvey.

Der elektronische Co-Pilot ist Teil eines Dienstes, mit dem Logica den Verbrauch in Unternehmensfuhrparks senken will. „Im Durchschnitt schaffen wir rund zehn Prozent Reduktion“, sagt Norman Weiß. Er ist der Projektmanager des Spritspardienstes, den Logica unter der Bezeichnung Emission Monitoring (EMO) vermarktet. Je nach Zahl der installierten Systeme zahlen Unternehmen pro Fahrzeug im Monat 12 bis 18 Euro.

„Straße der Zukunft“: Nicht Adolf Hitler, sondern Konrad Adenauer war es, der vor genau 80 Jahren, am 6. August 1932, als Kölner Oberbürgermeister die erste „echte“ Autobahn Deutschlands in Betrieb nahm – die heutige A555. Keine Fußgänger, Radler oder Viehtransporter sollten auf den rund 25 Kilometern „Nur-Autostraße“ zwischen Köln und Bonn verkehren. Die Nationalsozialisten stuften die Strecke später zur „Landstraße“ herab – und machten sich so die Idee der Autobahn zu Eigen. Das Bild zeigt die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung (Archivfoto von 1932).

Bild: dpa

Ob sich das rechnet und die Technik hält, was Weiß verspricht, will ich ausprobieren. Schließlich lockt die Spritdiät in Zeiten, in denen der Preis für Supertreibstoff schmerzhaft an der 1,70-Euro-Marke kratzt, nicht nur Manager von Firmenfuhrparks. Angesichts der gut 40 Kilometer zwischen Wohn- und Arbeitsort hofft auch ein Berufspendler wie ich auf die Wirkung der elektronischen Verkehrserziehung.

Zunächst aber merke ich nichts, nachdem EMO-Manager Weiß im Februar das Analysemodul im Fußraum meines Renault montiert hat. Über den genormten On-Board-Diagnose-Stecker moderner Autos mit der Motorsteuerung verbunden, protokolliert das Logica-Modul mein Fahrverhalten. Der Mobilfunkchip in der Box überträgt Verbrauch, Beschleunigungs- und Bremsverhalten sowie Leerlaufzeiten des Motors ins Logica-Rechenzentrum.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 02.10.2012, 19:09 Uhrmathias

    Die DUMMEN sterben nie aus.

    Zylinder abshalten = Triebwerkschaden in absehbarer Zeit
    BMW kann hier ein Lied singen. Kosten € 10.000,- Spriteinspar. 1.000,-

    Markentankstellen meiden = Kostenersparnis
    Man will beim Autofahrer nur abkassieren.IT-Beratungsunternehmen

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