Neue Modelle: Volkswagens Freud' und Leid mit den SUVs

Neue Modelle: Volkswagens Freud' und Leid mit den SUVs

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Das siebensitzige SUV auf Basis der Studie Cross-Blue soll die Verkäufe in China und den USA ankurbeln.

von Franz W. Rother

SUVs sind beliebt, doch Autobauer wie VW können sich nur bedingt darüber freuen: Die stylischen Offroader bringen zwar ordentliche Renditen, trüben aber die Klimabilanz.

Alle Welt will SUV fahren. Nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Europäer und Asiaten. Nicht nur die Bewohner ländlicher Regionen, sondern auch viele Stadtbewohner, die eher selten Gefahr laufen, sich durch Schnee und Matsch kämpfen zu müssen. Viele Frauen und Senioren schätzen die erhöhte Sitzposition und den bequemen Einstieg, viele Familienväter sind die althergebrachten Kombis und Vans leid.

Die Manager der Autoindustrie wissen nicht so recht, ob sie sich über diesen Trend freuen sollen. Einerseits fahren sie mit den trendigen Sport Utilities höhere Gewinne ein als mit den eher biederen Transportern der konventionellen Art. Andererseits haben die Pseudo-Geländewagen, die meist ohne Allradantrieb daherkommen und eher für Asphaltcowboys denn für echte Abenteurer gebaut sind, eine größere Stirnfläche und ein höheres Gewicht als Stufenhecklimousinen oder Sportcoupés.

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Wie die VW-Sparten 2013 abgeschnitten haben

  • Volkswagen Pkw

    Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

  • Audi

    Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

  • Seat

    Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Beine. 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen Euro reduziert wurde.

  • Skoda

    Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeugen ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

  • Porsche

    Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auf 78.000 Fahrzeuge taxiert.

  • Bentley

    Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. 2013 legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

  • Lamborghini und Bugatti

    Die Ergebnisse der beiden Ultraluxus-Sparten werden im Volkswagen-Halbjahresbericht nicht gesondert ausgewiesen. Der Absatz kann bei Lamborghini um 5,1 Prozent auf 1166 verkaufte Fahrzeuge zulegen. Die französischen Ultrasportwagen von Bugatti wurden im ersten Halbjahr ganze 16 Mal verkauft.

  • VW Nutzfahrzeuge

    Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeugen. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

  • MAN

    Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchnern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legt im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

  • Scania

    Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkw steigt der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

  • VW Finanzdienstleistungen

    Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legt im Jahr 2013 um 17,5 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Die Folge: Mit der wachsenden Zahl der SUVs wird es für die Autohersteller immer schwerer, jene strengen CO2-Grenzwerte zu erfüllen, die ihnen der Gesetzgeber zum Schutze des Klimas verordnet hat.

Von den Problemen, die daraus erwachsen, zeugt auch das Investitionsprogramm für die Jahre 2015 bis 2019, das Vorstandschef Martin Winterkorn dem Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns präsentiert hat. Die gigantische Summe von 85,6 Milliarden Euro – das ist deutlich mehr als Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt derzeit für den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung steht – wird Europas größter Automobilhersteller in den kommenden fünf Jahren investieren, um in der Branche sowohl ökologisch wie auch und ökonomisch eine führende Rolle zu übernehmen.

Vier neue SUV-Modelle

Fast ein Viertel davon, nämlich 21,9 Milliarden Euro, sollen in die Produktentwicklung fließen, in neue, besonders sparsame Antriebe, aber unter anderem auch in vier neue SUV-Modelle: Die Neuauflage des Bestseller-Modells Tiguan, die im kommenden Jahr auf den Markt kommt und erstmals auch in einer Langversion mit sieben Sitzen angeboten wird, eine zusätzliche Offroad-Variante des Golf sowie einen preiswerten SUV im XXL-Format für Kunden in USA und China.

US-Automarkt Amerika hat Durst auf deutsche Autos

Wegen fehlender Getränkehalter machte sich VW in den USA lächerlich. Doch die Wolfsburger haben gelernt. Wie VW die Wende schaffen will - und warum Amerikaner ihr Herz für kleinere Autos entdecken.

Deutsche Autobauer in Amerika Quelle: Presse

Der ebenso bullige wie hochhackige Großkombi soll ab 2016 im US-Werk Chattanooga produziert werden und mit einem Startpreis von rund 30.000 Euro auf Kundenfang gehen. Ein Export nach Deutschland ist gottlob vorerst nicht geplant. Damit die neuen Autos die bislang vorbildliche CO2-Bilanz der Marke nicht verhageln, werden sie sparsame Motoren und Getriebe erhalten und auch mit einem an der Steckdose wieder aufladbaren Hybridantrieb lieferbar sein.

„Wir werden die CO2-Ziele erreichen um keine Strafen zahlen zu müssen – das sind wir unserem Image schuldig“, sagt ein hochrangiger VW-Manager. Er macht allerdings keinen Hehl daraus, dass die finanziellen Belastungen durch die scharfen CO2-Grenzwerte für Pkw erheblich sind – es gehe immerhin um Mehraufwendungen in Höhe von über 1500 Euro pro Fahrzeug. In Summe kämen so rund vier Milliarden Euro jährlich zusammen.

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Um solche Beträge stemmen zu können, hat Volkswagen im Sommer ein breitangelegtes Programm zur Effizienzsteigerung gestartet. Rund fünf Milliarden Euro sollen bis 2017 dadurch allein bei Volkswagen eingespart werden, konzernweit rund zehn Milliarden Euro.

So gewinnt man finanziellen Spielraum, nicht nur für neue SUVs, sondern auch für das eine oder andere neue Auto. Beispielsweise für den Bugatti der nächsten Generation, der sicher auch kein Ökomobil wird.

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