Beginn einer Zeitwende

Details über den Low-Budget-VW, der ab 2015 für 6.000 bis 8.000 Euro auf den Markt kommen soll, verrät der Konzern nicht. Aber so viel immerhin sickerte durch: Das Auto wird in drei Karosserievarianten angeboten und die Plattform eines Polo-Vorgängermodells nutzen, die derzeit noch in Brasilien im Einsatz ist.
Einfach ist gut genug: So lautet jetzt das Motto der lange aufs Premiumsegment fokussierten Industrie.
Einen solchen Einfach-Wagen fährt der Design-Professor Paolo Tumminelli schon lange – einen 30 Jahre alten Fiat Panda. Der gebürtige Italiener hängt an der kantigen, weißen Kiste mit der spartanischen Ausstattung: keine elektrischen Fensterheber, keine Servolenkung, keine Airbags und keine Klimaanlage. Warum für etwas bezahlen, was er nie oder nur selten nutzt?
Bild: dapdPlatz 1: VW-Passat
Jährlich werden von den 6850 Mitarbeitern in Zwickau bis zu 300.000 Fahrzeuge vom Typ Passat und Golf gebaut. Das Modell wurde zwischen Januar und September 35.836 Mal als Pkw in einer Unternehmensflotte neu zugelassen. Mit 59,7 Prozent ist das Auto damit das am häufigsten als Dienstwagen zugelassene Modell.
Bild: obsPlatz 2: Audi A6
Besonders beliebt in Deutschland bleibt der Audi A6. Das Modell wurde zwischen Januar und September 22.913 Mal zugelassen.
Bild: obsPlatz 3: Audi A4
Der Audi A4 wurde während den ersten neun Monate 2012 sogar 23.233 Mal im Flottengeschäft neu zugelassen. Da der Anteil der Dienstwagen an den Pkw-Zulassungen jedoch nur bei 56 Prozent Prozent liegt, landet das Modell auf dem dritten Platz.
Bild: dpaPlatz 4: BMW 5er
Der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Norbert Reithofer, präsentierte im März 2012 beim Autosalon im Palexpo Messegelände in Genf den damals neuen 5er BMW. 16.991 Mal wurde das Modell von Januar bis September 2012 als Pkw einer Unternehmensflotte zugelassen.
Bild: gmsPlatz 5: Audi A5
Der Audi A5 wurde 7380 Mal zum Dienstwagen, was einem prozentualen Anteil von 42,1 Prozent an den Pkw-Zulassungen als Dienstwagen entspricht.
Bild: obsPlatz 6: Skoda Octavia
Der Skoda Oktavia wurde 13.300 Mal als Auto im Flottengeschäft zugelassen. Das entspricht einem Anteil der Dienstwagen an den Pkw-Zulassungen von 36,1 Prozent.
Bild: APPlatz 7: Mercedes E-Klasse
DaimlerChrysler setzt seit 2010 auf die runderneuerte E-Klasse von Mercedes-Benz: Bei den Pkw-Neuzulassungen im Flottengeschäft von Januar bis September wurden 10.076 Wagen dieses Modells dabei.
Bild: dpaPlatz 8: VW Transporter
Kurz dahinter liegt der VW Transporter mit 9218 Neuzulassungen im Flottengeschäft.
Bild: dpaPlatz 9: VW Caddy
Stephan Schaller, VW-Vorstandssprecher, stelle 2008 im Vorfeld des Genfer Autosalons den neuen Volkswagen Caddy vor. Die Marke ist bei Unternehmen sehr beliebt. 8830 Mal wurde der Wagen zwischen Januar und Sptember 2012 in einer Firmenflotte zugelassen.
Bild: dapdPlatz 10: BMW 3er
Der 3er ist das weltweit meistverkaufte Premiumauto von BMW. Unter dem Ranking der beliebtesten Dienstwagen belegt das Modell mit 15.204 Neuzulassungen im Flottengeschäft zwischen Januar und September den zehnten Platz. Trotzen der hohen Stückzahl liegt der Prozentsatz der Dienstwagen gemessen an den Pkw-Zulassungen bei lediglich 33,3 Prozent.
Platz 1: VW-Passat
Jährlich werden von den 6850 Mitarbeitern in Zwickau bis zu 300.000 Fahrzeuge vom Typ Passat und Golf gebaut. Das Modell wurde zwischen Januar und September 35.836 Mal als Pkw in einer Unternehmensflotte neu zugelassen. Mit 59,7 Prozent ist das Auto damit das am häufigsten als Dienstwagen zugelassene Modell.
Und obwohl der Wagen nur 3,38 Meter lang ist, bietet er Platz für vier Erwachsene. Der Kofferraum schluckt bei Bedarf einen Kühlschrank, und die Sitze lassen sich notfalls auch zum Bett umbauen; man weiß ja nie. Damit hat der Panda „alles, was ein Auto braucht – und obendrein Charakter“, findet der Designer.
Als Tumminelli vergangene Woche 200 Erstsemester-Studenten an der Köln International School of Design zu seiner Vorlesung „Oberflächlichkeit des Designs“ begrüßte und ihnen von seinem Panda vorschwärmte, machte er aber eine bemerkenswerte Erfahrung: Auf seine Frage, wer aus der Runde noch ein Auto besitze, meldeten sich nur noch drei Studenten.
„So wenig waren es noch nie“, bemerkt Tumminelli. Verstehen kann er die jungen Leute ja: Auto, Steuer, Versicherung, Parkplatz und Reparaturen sind teuer. Und für Großstädter ist das eigene Auto oft ohnehin überflüssig. Mit Fahrrad, Bus und Bahn kommen sie meist schneller ans Ziel.

Mercedes SL 63 AMG
Leistung: 537 PS
Hubraum: 5,5 Liter
Verbrauch: 9,9 Liter Benzin/100 Kilometer
Preis: ab 160.000 Euro
Besonderheit: Weniger Hubraum, mehr Leistung, vier Liter weniger Verbrauch als Vorgänger
Bild: FordFord Focus 1.0 Ecoboost
Leistung: 100/125 PS
Hubraum: 1,0 Liter
Verbrauch: 4,8/5,1 Liter Benzin/100 Kilometer
Preis: ab 18.050 Euro
Besonderheit: Der erste Drei-Zylinder-Motor in der Golf-Klasse
Bild: VolkswagenVW Polo BlueGT
Leistung: 140 PS
Hubraum: 1,4 Liter
Verbrauch: 4,7/ Liter Benzin/100 Kilometer
Preis: k.A.
Besonderheit: Zylinderabschaltung
Bild: BMWBMW M 550d
Leistung: 381 PS
Hubraum: 3,0 Liter
Verbrauch: 6 Liter Benzin/100 Kilometer
Preis: ab 80.000 Euro
Besonderheit: drei Turbolader, mehr Power, spontaneres Ansprechen bei niedrigen Drehzahlen
Bild: AudiAudi A3 1.8 T
Leistung: 160 PS
Hubraum: 1,8 Liter
Verbrauch: 5,6–5,2 l/100 km
Preis: ab 26.000 Euro
Besonderheit: 50 Kilo leichter, 20 Prozent weniger Verbrauch
Mercedes SL 63 AMG
Leistung: 537 PS
Hubraum: 5,5 Liter
Verbrauch: 9,9 Liter Benzin/100 Kilometer
Preis: ab 160.000 Euro
Besonderheit: Weniger Hubraum, mehr Leistung, vier Liter weniger Verbrauch als Vorgänger
Hauptsache billig
Für Tumminelli sind dies Anzeichen einer Zeitenwende. Zwar herrscht in den boomenden Schwellenländern noch die alte Euphorie: So wuchsen die Automärkte vergangenes Jahr in China, in Russland und Brasilien zweistellig, während der Absatz in Westeuropa um 1,7 Prozent zurückging. Seit dem Jahreswechsel hat sich die Talfahrt auf diesem gesättigten Markt beschleunigt: Ende September betrug das Minus in Westeuropa fast acht Prozent. Und auch der deutsche Automarkt schrumpft – im September um fast elf Prozent. „Trotz einer guten Inlandskonjunktur sind die Deutschen preissensitiver beim privaten Autokauf geworden“, beobachtet der Chefanalyst der Unternehmensberatung Polk, Ulrich Winzen. „Statt eines Neuwagens kaufen sie lieber Halbjahreswagen oder Leasingrückläufer.“
Hauptsache billig. Von der Entwicklung profitieren vor allem die Anbieter der Low Budget Cars, die über niedriges Prestige, aber hohen Nutzwert verfügen – wie der Dacia Sandero, der Skoda Citigo, der Kia Picanto oder der neueste Fiat Panda. Sie sind , ab Werkals Tageszulassung oder mit Rabatt schon für weniger als 8.000 Euro zu haben.
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Alle Kommentare lesen02.11.2012, 21:51 UhrRegistrierter Benutzer:shadowdancer
Wenn der Staat uns kein Geld mehr läßt, können wir eben unsere eigenen Autos nicht mehr kaufen - Schade eigentlich !
01.11.2012, 22:20 UhrAnonymer Benutzer:888
Das glaube ich jetzt nicht. Jahrelang wurde geschwurbelt, dass der Lifestyle der jungen Leute kein eigenes Auto mehr benötigt und jetzt die banale Erkenntnis, dass die Autos zu teuer sind. Oh Wunder, was haben unsere Marktforscher die ganze Zeit getrieben? Wahrscheinlich hat wieder jeder von jedem abgeschrieben. Raus gekommen ist wie üblich nur Stuss.
01.11.2012, 20:20 UhrAnonymer Benutzer:Oleum
Was will ich mit einem 6000 Euro Auto, wenn im nächsten Jahr der Spritpreis über 2 Euro geht, da bleib ich bei meinem alten teilverzinkten Sparauto von 1996 und versuche den Verbrauch zu senken mit xmile und Bioenergetic Fuellsaver.
Ab 2,50 Euro Spritpreis melde ich das Auto ab, egal ob ich mit 3,5 Litern hinkomme oder nicht.