Rückschlag für Elektro-Auto: Opel stoppt Ampera-Auslieferung

Rückschlag für Elektro-Auto: Opel stoppt Ampera-Auslieferung

, aktualisiert 14. Dezember 2011, 11:17 Uhr
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Die Werbung für den Opel Ampera läuft seit Wochen auf Hochtouren, doch das Modell wird zunächst nicht an die Kunden ausgeliefert.

Quelle:Handelsblatt Online

Nachdem mehrere Chevrolet Volt bei US-Crashtests in Flammen aufgingen, stoppt Opel die Auslieferung des technisch baugleichen Elektroautos Ampera. Mitten in der laufenden Markteinführung ist das ein Desaster.

Rüsselsheim

Schlechte Nachrichten für die deutsche GM-Tochter und die Kunden, die sich eines der ersten Elektrofahrzeuge aus Massenproduktion leisten wollen: Opel verzögert die Auslieferung des Plug-in Hybridfahrzeugs Ampera an die Kunden. Zwar hat die Belieferung der Händler mit dem Fahrzeug in Deutschland, Frankreich, Schweiz, Belgien und den Niederlanden begonnen, doch bevor die Fahrzeuge in Kundenhand gelangen, will Opel die Untersuchungsergebnisse von US-Behörden abwarten.

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Der Hintergrund: Drei Wochen nach einem Crashversuch mit dem technisch baugleichen Chevrolet Volt hatte das Fahrzeug Mitte des Jahres 2011 Feuer gefangen. Und die genaue Ursache ist bisher ungeklärt. Bei drei weiteren Crashversuchen mit dem Volt habe es zwei weitere Brände gegeben, teilte die US-amerikanische Straßenverkehrs-Sicherheitsbehörde NHTSA mit.

Was war passiert? Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte den Volt schon im Mai einem Crash-Test unterzogen. Der Wagen war von der Seite gerammt worden, das Auto erhielt aber zunächst sogar fünf Sterne für seine Sicherheit, dann stand der gecrashte Testwagen rund drei Wochen unbeachtet herum, - bis er unerwartet in Flammen ausbrach.

Wie die Behörde später feststellte, war das Kühlsystem für die Lithium-Metalloxid-Batterien des südkoreanischen Herstellers LG Chem Ltd bei dem Aufprall beschädigt worden. Mit der Zeit erhitzte sich der Akku. Bei weiteren Crash-Tests schlugen teils schon nach Stunden Funken aus dem beschädigten Batteriepack. Die NHTSA machte den Vorfall im November 2011 öffentlich und leitete eine Untersuchung ein.

Das hatte auch beim Konzern Konsequenzen: GM-Chef Dan Akerson kündigte an, dass die Batterien des Volt möglicherweise nochmals überarbeitet werden könnten. Beschädigte Elektroautos sollen nach einem Unfall auf keinen Fall in einer Garage oder neben anderen Fahrzeugen geparkt werden, empfahl die NHTSA den Elektroauto-Besitzern, denn der Verkauf des für GM so wichtigen Imageträgers war bereits angelaufen.


"Wir wollen eine Ikone installieren"

Trotz der Crashtest-Ergebnisse hatte der Verkauf des Chevrolet Volt in Europa bereits begonnen. Nach Medienberichten hatte u.a. die US-Botschaft in Paris zwei Fahrzeuge erhalten, die in der Nähe von Detroit mit der gleichen Technik, aber in unterschiedlicher Optik gefertigt werden. Für den europäischen Markt will der Hersteller im Jahr 2012 10.000 Fahrzeuge bereitstellen. In Großbritannien wird das Fahrzeug als Vauxhall vermarktet und die Einführung soll ab Mai 2012 beginnen.

Für den US-Autoriesen GM soll der Volt ein großer Wurf in Sachen Innovations-Führerschaft werden, denn man zählt zu den ersten Herstellern überhaupt, die einen Elektrowagen in Großserie auf die Straße bringen. "Der Volt ist für uns ein wichtiger Botschafter einer Technologie, die in den USA bereits erfolgreich seit etwas mehr als einem halben Jahr auf dem Markt ist", erläuterte Importeurs-Chef Steffen Raschig kürzlich im Gespräch mit "kfz-betrieb". "Wir wollen eine Ikone installieren, die auf die anderen Modelle abstrahlt", so Raschig weiter. Doch die Euphorie dürfte nach dem Auslieferungsstopp und den Crashtest-Ergebnissen zunächst verflogen sein. Der Prestigeerfolg für das Unternehmen, das bislang eher für große und schwere Spritschlucker bekannt ist, rückt in weite Ferne.

Und das vor dem Hintergrund, dass die Elektroauto-Bilanz des Jahres ohnehin ernüchternd aussieht. In den ersten elf Monaten des Jahres sind gerade mal 1.808 Elektroautos neu auf deutsche Straßen gebracht worden. Ein Leitmarkt für E-Mobilität sehe anders aus, sagt etwa Auto-Forscher Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Die Bilanz werde noch nüchterner, wenn man die Elektroautos zähle, die von Privaten zugelassen worden seien: „Ganze 101 Elektroautos wurden in elf Monaten von Privatkunden gekauft“, so Dudenhöffer weiter. Und brennende Autos nach Crashtests dürften die Kauflaune nicht gerade anheizen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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