Sichere Anlage oder Liebhaberobjekt?: Oldtimer zeigen stabile Rendite

Sichere Anlage oder Liebhaberobjekt?: Oldtimer zeigen stabile Rendite

, aktualisiert 07. April 2016, 07:37 Uhr
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Ein Porsche 356 Pre A Coupe von 1953: Auf der Techno Classica in Essen können Besucher zwischen dem 6. bis 10. April nicht nur alte Autos bewundern, sondern auch kaufen.

Quelle:Handelsblatt Online

In Zinstief-Zeiten gelten Anlagen in Sachwerte als sicher. Seltene alte Autos, wie zurzeit in Essen auf der Techno Classica, hatten in der Vergangenheit Hochkonjunktur. Zuletzt kühlte sich der Markt aber etwas ab.

Essen/DüsseldorfGlänzende Chromleisten, geschwungene Karossen, edle Stoffe im Innenraum - es sind solche Details, die Oldtimer-Fans zum Schwärmen bringen. Ganz aktuell zurzeit in Essen, wo gestern mit der Techno Classica eine der größten Oldtimermesse überhaupt eröffnet wurde. Begeisterungsstürme dürften bei einigen Verkäufern und spezialisierten Auktionshäusern angesichts niedriger Zinsen am Geldmarkt auch die Wertentwicklung der Autos mit „H“-Kennzeichen hervorgerufen haben.

Im Schnitt legten die Oldtimerpreise in den vergangenen Jahren zwischen fünf und sechs Prozent zu. Der Oldtimer-Index des Verbands der Automobilindustrie (VDA) stieg 2015 um 5,6 Prozent. Das entsprach exakt dem durchschnittlichen Plus seit Beginn der Erhebung 1999.

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Zuletzt hat sich der Markt allerdings etwas abgekühlt. In den vergangenen drei bis vier Monaten habe es eine Konsolidierung gegeben, sagt Frank Wilke, Geschäftsführer der bundesweiten Schätzstelle Classic Analytics. Auch Götz Gollan, Vorstand der Privatbank Berlin, die Pfandkredite auf Oldtimer vergibt, beobachtet eine nachlassende Dynamik.

Frank Reichert, Leiter der Abteilung Klassik beim ADAC, sieht Oldtimer als reine Geldanlage ohnehin kritisch: „Die Freude am historischen Fahrzeug sollte im Vordergrund stehen. Die Wertentwicklung ist ein schöner Nebeneffekt.“ Denn wer will, dass sich der Wert seines Wagens steigert, muss auch etwas dafür tun. Und Wartung, Pflege und Unterhalt für einen Oldtimer kosten weitaus mehr als für ein halbwegs modernes Auto.

Etwa 1500 bis 2000 Euro pro Jahr müsse man für einen gut erhaltenen Mittelklassewagen der 1960er bis 1980er Jahre mit zwei Litern Hubraum einplanen, sagt Wilke. Bei einem Sportwagen könnten es schon 5000 bis 7000 Euro sein. „Nach oben sind die Grenzen offen.“ Für einen Mercedes SL, schätzt ADAC-Experte Reichert, könne die einfache Inspektion schon im vier- bis fünfstelligen Bereich liegen.

Der Flügeltürer Mercedes-Benz 300 SL erzielte laut VDA-Index in den vergangenen 16 Jahren dafür auch den höchsten Wertzuwachs gefolgt vom VW „Bully“ (VW Bus Typ 2 T2) und der „Ente“, dem Citroën 2CV6. Auf das vergangene Jahr gesehen konnte mit dem Toyota Celica Coupé aus den 1970er Jahren erstmals eine japanische Marke Platz eins bei der Wertsteigerung erobern, gefolgt vom Pontiac Firebird und dem Porsche 356 aus den 1960er Jahren.

Dabei ist der Markt dank Online-Portalen und Schätzstellen transparenter geworden. „Das ist keine Geheimwissenschaft mehr“, sagt Wilke. „Schnäppchen sind seltener geworden.“ In den vergangenen ein bis zwei Jahren habe sich abgezeichnet, dass die Sammelfahrzeuge immer jünger werden, meint Wilke. Die Sammler erfüllten sich ihre Jugendträume aus den 1980er und 1990er Jahren.

„Was sehr selten oder exotisch ist, hat große Chancen ein Youngtimer zu werden“, sagt Reichert. Allerdings warnt der ADAC-Experte. Wer tatsächlich mit dem Gedanken spielt, sein Geld in Oldtimer oder sogenannte Youngtimer - ältere Fahrzeuge, die aber noch keine Oldtimer sind - zu stecken, sollte sich das Kaufobjekt sehr genau anschauen und im Zweifel auch den Rat eines Experten suchen. Marken- oder Typenclubs könnten Hilfestellung leisten. Denn, so Reichert: „Wo viel Geld unterwegs ist, ist Betrug nicht unüblich.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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