Sicherheitssysteme nur für den Export: Mexikaner werden mit Billig-Autos abgespeist

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Sicherheitssysteme nur für den Export: Mexikaner werden mit Billig-Autos abgespeist

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Ein Bild aus Veracruz, Mexiko, zeigt eine Reihe von Volkswagen Jettas, die dort auf den Export warten.

Mexiko hat sich zu einem der wichtigsten Standorte für Fertigung und Export von Fahrzeugen entwickelt. Während Modelle für Europa und USA gut ausgerüstet sind, müssen sich mexikanische Käufer mit dem Allernötigsten begnügen. Die Folge: Die Zahl der Verkehrsopfer steigt rasant.

Autos aus mexikanischer Fertigung kommen in zwei Varianten daher: Fahrzeuge für den Export nach Europa oder in die USA erfüllen die dortigen strengen Sicherheitsauflagen: ABS, ESP, zahlreiche Airbags, auch an den Seiten und im Dach. Pkw dagegen, die in Mexiko oder in Lateinamerika verkauft werden, weisen in der Basisvariante nichts davon auf, maximal zwei Airbags. Das bestätigen Ingenieure, die in mexikanischen Autofabriken gearbeitet haben.

Firmen wie General Motors (GM) und Nissan untermauern mit diesem Vorgehen in erster Linie ihre Gewinne. Doch die Vielzahl tödlicher Unfälle in Mexiko rückt die Hersteller in ein schlechtes Licht.
Dabei haben die Käufer in Lateinamerika nicht einmal finanzielle Vorteile dadurch, dass sie sich mit deutlich abgespeckten Schutzvorrichtungen begnügen - die Versionen für die Industrienationen sind nicht deutlich teurer, teilweise sogar billiger als die für Mexiko und den Rest Lateinamerikas vorgesehenen Modelle.

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„Wir bezahlen für Autos, die deutlich teurer und deutlich unsicherer sind. Da läuft etwas sehr falsch“, sagt Alejandro Furas von Global NCAP, einem Unternehmen, das Crashtests durchführt. Der Nissan Versa ist das zweitmeistverkaufte Auto Mexikos. In der Grundausstattung verfügt das Auto über zwei Airbags, aber nicht über ESP. Kostenpunkt: umgerechnet etwa 11.800 Euro. Die US-Version desselben Wagens hat sechs Airbags und ESP und kostet etwa 1500 Euro weniger. Ähnlich sieht es beim Chevrolet Sonic aus. Das US-Modell hat zehn Airbags, ABS und Antriebsschlupfregelung. Das mexikanische Gegenstück ohne all diese technischen Schutzmaßnahmen kostet gerade einmal 300 Euro weniger.

Es sei üblich, für spezielle Märkte die Ausrüstung zu variieren, sagt Nissan-Mexiko-Sprecher Herman Morfin. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen für unterschiedliche Märkte, der speziellen Marketingstrategien sowie der steuerlichen Unterschiede könne man den Verkaufspreis der jeweiligen Modelle nicht direkt miteinander vergleichen.

2011 starben fast 5000 Autofahrer und Beifahrer bei Verkehrsunfällen in Mexiko, 58 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Verkehrsopfer in den USA um 40 Prozent zurück. Sicherheit wird im mexikanischen Verkehr sehr klein geschrieben - die Maßnahmen beschränken sich auf eine Gurtpflicht, wobei nicht einmal Dreipunktgurte zwingend vorgeschrieben sind. In Brasilien und Argentinien müssen erst ab 2014 alle Fahrzeuge mit Frontalairbags und ABS ausgerüstet sein.

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