
Düsseldorf/Stuttgart/MünchenEs ist ja mittlerweile nicht mehr neu, doch es zeigt sich immer wieder in erschreckender Weise, dass keine Billigreifen den Aufgaben, den Wagen sicher in der Spur zu halten und auf möglichst kurzem Weg abzubremsen, gerecht wird. Das zeigen wieder die jüngsten Sommerreifentests des Auto Club Europa (ACE, gemeinsam mit GTÜ), bei dem die Tester 15 Pneus auf den Zahn fühlten, und dem ADAC bzw. der Stiftung Wartentest.
Bei ACE und GTÜ mussten Pellen in der populären Größe 205/55 R 16 ihre Fähigkeiten bei Nass- und Trockenhaftung, Handling, Abrollgeräusch und Rollwiderstand unter Beweis stellen. Beim ADAC wurden Reifengröße für Kleinstwagen (165/70 R 14 T) getestet, und (wie beim ACE) die Dimension 205/55 R16 V als eine der meistverkauften Reifengrößen.
Zusätzlich nahmen die Münchener noch die Größe 215/65 R16 H genauer unter die Lupe, die als wichtige Größe für kleinere SUVs gilt.
ACE und GTÜ stellten abschließend fest: So groß wie die Preisunterschiede sind auch die Differenz in der Qualität. Bei gut 200 Euro für einen Satz der Billigheimer starten die Preise, für hochwertige Markenreifen werden aber teils über 400 Euro fällig.
Geschlagene 83 Meter bis zum Stillstand brauchte der Pneu der Billig-Marke Rotalla bei einer Bremsung aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h. Damit wäre der Pkw noch mit einer Geschwindigkeit von 49,3 km/h an dem Punkt vorbeigerauscht, an dem er mit dem ACE-Testsieger von Continental zum Stillstand gekommen war, der auch der teuerste Reifen im Test war.
Ein ähnlich miserables Ergebnis lieferten beim ACE-Test die Billiggummis von Goodride und High Performer. Ganz vorne landete der Continental Premium Contact 5 knapp vor dem Dunlop SP Sport Fast Response. Ausschließlich diese beiden Reifen bekamen von den Testern das Urteil „sehr empfehlenswert“. Auf Rang drei folgten punktgleich die Kandidaten von Semperit, Fulda, Hankook und Nokian.
Eine perfekte Symbiose von Sicherheit in Form kurzer Bremswege und ökonomischer Effizienz in Form von Kraftstoffersparnis sei den Reifenentwicklern zwar noch nicht geglückt, heißt es beim ACE, doch einige Hersteller konnten durchaus Fortschritte erzielen.
Einen Beweis dafür liefern laut ACE der Fulda Eco-Control HP und der Goodyear EfficientGrip. Beide Reifen, die - wie die Namen schon nahe legen - auf geringen Rollwiderstand hin optimiert wurden. Dennoch sind mit beiden Reifen auch auf nasser Fahrbahn relativ kurze Bremswege möglich.
Was beim ADAC-Test heraus kam
Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt bei seinem Sommerreifen-Test 2012 der ADAC, der wieder gemeinsam mit der Stiftung Warentest unterwegs war. Zusammengefasst gibt es in der Reifengröße für Kleinstwagen (165/70 R 14 T) mit fünf guten und neun befriedigenden Produkten eine große Auswahl für die Verbraucher. An der Spitze: Produkte von Continental und Michelin. Schlusslicht: Der Infinity Inf-030. Die schlechten Fahreigenschaften auf nasser Fahrbahn führen bei diesem Pneu zu einer mangelhaften Note.
Die Dimension 205/55 R16 V gehört zu den meistverkauften Reifengrößen: In dieser Größe fällt kein Reifen durch. Mit fünf guten und zehn befriedigenden Produkten ist auch hier die Auswahlmöglichkeit groß. In der Spitzengruppe sind (Ausnahme: Semperit) tatsächlich nur Premium-Modelle.
Die vom ADAC ebenfalls getestete Reifendimension 215/65 R16 H wiederum ist eine wichtige Größe für kleinere SUVs. Insgesamt wurden hier sieben Reifen getestet, davon wurden zwei mit gut und vier mit befriedigend beurteilt. „Mangelhaft“ bekommt der Sava Intensa SUV. Er ist nicht empfehlenswert, da er auf nasser Fahrbahn schlecht abschließt.
Beim Erwerb von Sommerreifen sollte man auf folgende Punkte achten: Wichtig ist der richtige Zeitpunkt beim Kauf. Etwa bei einer Profiltiefe von drei Millimetern sind neue Sommerpneus fällig. Auch das richtige Modell ist entscheidend, Experten empfehlen außerdem auf das Produktionsdatum der Reifen zu achten. Es sollte maximal zwei Jahre zurückliegen.
Falls im Internet gekauft wird, sollten die AGBs mit der Widerrufsbelehrung sowie die Liefer- und Zahlungsangebote genau geprüft werden. Treten nach der Montage Probleme beim Fahren auf, etwa Vibrationen, müssen die Reifen umgehend beanstandet werden. Die Reklamation erfolgt über den Händler bei dem der Reifen gekauft wurde.








