
Düsseldorf„Findet ihr auch, dass der Benzin-Preis alle Rekorde bricht? Dann macht mit und tankt diesen einen Tag nicht. Dieser eine Tag soll den Öl-Multis die Macht der Konsumenten zeigen!“ Andy Adam gibt sich kämpferisch. Vor wenigen Tagen hat er die Facebook-Veranstaltung „Am 1.3. in ganz Deutschland nicht tanken“ erstellt. Mit dem großen Erfolg seines Events hat der Nutzer, der sich für die Facebook-Seiten „Big Brother Deutschland“ und „Monopoly“ interessiert, wohl selber nicht gerechnet: „Danke für mehr als 40.000 in weniger als 24 Stunden. Danke für 50.000 nur 45 Minuten später“, schreibt er sichtlich überrascht, außerdem in Großbuchstaben und mit mehreren Ausrufezeichen: „KEINE FREUNDSCHAFTSANFRAGEN BITTE!!!!!!!!!!!“
Mit Andy Adam wollen sich derzeit offenbar viele Facebook-Nutzer befreunden. Denn mit seiner Facebook-Veranstaltung spricht Adam diejenigen an, die sich der Willkür der Ölkonzerne ausgeliefert fühlen. So zum Beispiel Vincenzo Scarvaglieri, der den Tankstellen-Boykott unterstützen will und an die Pinnwand von „Am 1.3. in ganz Deutschland nicht tanken“ gepostet hat: „Ja, auf jeden Fall. Das ist unter aller Sau, was sie mit uns machen.“
Jörg Rochner ist ähnlicher Meinung: „Klar, müssmer machen, wenn die Politiker nix fertig bringen, dann müssen wir es E N D L I C H mal selber in die Hand nehmen, aber bitte jeder!“ Markus Illig denkt schon einen Schritt weiter: „Ich hoffe, dass es nicht bei dieser Aktion bleibt. Im zweiten Step sollten wir eine Woche nicht tanken. Das muss geplant sein, damit auch jeder den Tank und nicht nur die Schnauze voll hat.“
Und Daniel Sahler fordert - mit Smiley - noch drastischere Maßnahmen: „Auch 'ne Maßnahme gegen den Spritpreiswahnsinn wären Flashmobs mit Hilfe von Anonymous. Ins System großer Tankstellen hacken und einfach mal von 1,64 auf 1,10 Euro den Preis runterstellen und auf geht’s!“
Doch es gibt auch kritische Stimmen: „Bringt eh nix. Die wissen ganz genau, dass wir auf unsere Autos angewiesen sind und nutzen das aus“, meint Thomas Puchinger resigniert. Ludwig Solucky findet die Aktion sinnlos: „Wenn ich damit irgendwem ne Freude mache, dann tanke ich eben nicht am 1.3., sondern tags zuvor oder danach – bei vermutlich höheren Preisen. Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass die sich veräppeln lassen? Nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel! Das tut den Ölmultis weh!“
Auch Alex Leng fragt kritisch nach: „Was bringt das? Mit dieser Aktion reduzieren wir doch nicht die Abnahmen, sondern vertagen sie nur!“ Wer die Möglichkeit habe, solle generell auf Alternativen ausweichen und nicht nur an einem einzigen Tag aufs Tanken verzichten, das schone zudem die Umwelt. Ron Gonzales Delquandro Garcias formuliert es noch drastischer: „Hier zeigt sich wieder sehr gut das Beispiel der Massenverblödung!“
Nichtsdestotrotz bestätigen immer mehr Facebook-Nutzer ihre Teilnahme an der Boykott-Aktion. Bis zum 1. März werden es wahrscheinlich noch mehr: Aktuell sind mehr als vier Millionen weitere Autofahrer eingeladen.








