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Studie: Autobauer müssen Premium-Segment neu definieren

von Jürgen Rees

Eine neue Studie des Beratungshauses McKinsey zeigt, dass die Autohersteller den Begriff "Premium" redefinieren müssen, wenn sie weiterhin Aufpreise kassieren wollen.

BMW Vision concept car Quelle: REUTERS
BMW Vision concept car Quelle: REUTERS

Junge Leute, die kein eigenes Auto mehr besitzen wollen, sind nur eines der Probleme der Autohersteller. Denn neben der Demotorisierung bedroht auch die Premium-Krise das Geschäftsmodell der Branche.

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Das Modell Premium funktioniert dann, wenn der Kunde bereit ist, einen Aufpreis beim Autokauf zu zahlen für Vorteile wie außergewöhnliches Design, exklusive Innovationen oder exzellenten Service.

Ein SUV ist vielen jüngeren Autofahrern nur noch peinlich

Dabei wirkt der Premium-Effekt nicht ausschließlich in der Preisgruppe ab 60.000 Euro, sondern in praktisch allen Segmenten: „Fiat Panda und der Fiat 500 nutzen die gleiche Basis und doch ist der Kunde beim 500er bereit, den wahrgenommenen Mehrwert mit einigen Tausend Euro mehr zu honorieren“, sagt Andreas Cornet, Autor der Studie „Redefining Premium“ aus dem Beratungshaus McKinsey.

Das Kernproblem: Der Begriff Premium verliert seine Wirkung, er stehe vor einer Banalisierung, warnen die McKinsey-Autoren. Wenn das Billigbier, Waschmittel und Orangensaft mit dem Attribut Premium werben, im Autobereich Innovationen immer schneller von hochpreisigen Segmenten in den Massenmarkt schwappen, dann wird es immer schwieriger dem Kunden den Aufpreis zu entlocken. „Die Leistungsparameter standen lange im Vordergrund. Aus unserer Sicht aber ist das persönliche Erlebnis das entscheidende Kriterium“, kommentiert Cornet. Mittlerweile ist vor allem jüngeren Autofahrern ein großer Geländewagen, ein sogenannter SUV, nur noch peinlich.

Die Neuen Grünen bezahlen gerne - für High-Tech-Innovationen mit guter Sichtbarkeit

Dennoch sind sie, hat Cornets Team herausgefunden, nicht bereit, für ein Auto, das nur weniger verbraucht und damit weniger CO2 in die Umwelt bläst, mehr zu bezahlen. Stattdessen zahlen sie allenfalls für High-Tech-Innovationen mit hoher sozialer Akzeptanz und guter Sichtbarkeit, wie zum Beispiel Hybridautos oder Elektrovehikel, einen Aufpreis.

Die Berater nennen diese Menschen die New Greens (Neue Grüne). Während die Greens (Grünen) verzichten wollten oder wenigstens Verzicht predigten, um die Welt zu retten, retten die Neuen Grünen die Welt zwar auch ein wenig: Aber Verzicht muss nicht sein, und jeder soll sehen, wie beispielsweise der US-Schauspieler Leonardo di Caprio im Hybridauto durch die Straßen Hollywoods fährt.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.03.2010, 17:42 UhrAnonymer Benutzer: wallibelli

    Es gibt weitere Ursachen, warum das Konzept Premium nicht mehr
    funktioniert. Der bericht beleuchtet davon nur einige. Auch
    gerät das Prinzp des Wertgegenstandes ins Wanken. Man hat einfach in den letzten Jahren viel zu viele Premiumautos in Firmen und Volk verramscht. Rasant steigende Wertverluste von Premiummodellen der Ober-und oberen Mittelklasse speziell mit 6-und 8 Zyl. Motoren sind das Ergebnis. Man erzielt den Premiumaufschlag auf dem GW-Markt nicht mehr. Kunden sind nicht mehr bereit, für sozialkritisch gesehene emotionale Mehrwerte mehr Geld auszugeben.Wer heute mit einem M 3 ins büro fährt, oder mit einem fetten SUV allein über die Kö flaniert bzw. einen Parkplatz sucht, bekommt 'nen Vogel oder Stinkefinger gezeigt. Prof. Kluge von der Uni-bremen, der auch im Auftrag von Autoherstellern Konsumentenforschung betreibt, stellt ebenfalls gravierende Änderungen im Kaufverhalten fest: " Früher galt die Parole: Wer vernünftig ist, hat keinen Spaß. Heute finden immer mehr Menschen Spaß daran, vernünftig zu sein." (s.a. Firmenauto 2/2010) .
    Wenn ich mir den neuen Skoda Superb Kombi ansehe und dafür im Vergleich zu einem E-Klasse T-Modell für den Mb fast 20.000,-€
    mehr bezahlen soll, dann sage mich mir auch, soviel ist mir der Stern nicht wert. Nach fünf Jahren und 100.000 km bekomm' ich
    kaum noch etwas vom Mehrpreis. Es ist in diesen Zeiten einfach smarter und cleverer einen Skoda anstatt einen Mb zu kaufen.

  • 02.03.2010, 15:26 UhrAnonymer Benutzer: Bull Dog

    Die "neuen" Grünen sind einfach nur ein paar durchgeknallte Artisten. Premium ist Premium. Und das bedeutet nicht billige Sch@isse zu Goldpreisen zu verhökern. Premium bedeutet gehobene Klasse und gute Qualität zum stolzen Preis. Ein Fiat500 ist kein Premium, sondern ein Modeustensil. Die Hersteller wollen uns Kleinwagen als Premium andrehen aus 2 Gründen: a) so können sie die lieben (grünen) Gutmenschen spielen und den blauäugigen Politikern in der @rsch kriechen damit die genügend Geld auspacken. b) Kleinwagen sind billiger zu produzieren. Aber ein Kleinwagen zum Preis einer teuren Mittelklasse verkaufen.. Das wäre was ganz feines! Deshalb werden Argumente erfunden als wären SUV den jüngeren Autofahrern peinlich.. Haha.. Die jüngeren Autofahrer können sich keine SUVs leisten und sind schon von der gehirnwaschenden Werbekampagne der HErsteller für ihre turen Kleinwagen weichgeklopft..

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