Studie für 2020: Toyota puzzelt sich seinen Elektro-Mini

Studie für 2020: Toyota puzzelt sich seinen Elektro-Mini

, aktualisiert 19. November 2011, 11:40 Uhr
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Der Stand des Unternehmens auf einer Auto-Messe in China: Klein, energieeffizient und kostengünstig soll Toyotas Auto 2020 sein.

von Jan KeuchelQuelle:Handelsblatt Online

Klein, energiesparend und günstig in der Herstellung: Das ist der grobe Plan für das Zukunftsauto von Toyota. Mehr lässt Japans Vorzeigekonzern kaum publik werden. Ein paar Puzzlestücke deuten aber an, wo es hingeht.

TokioJapans Unternehmen sind nicht nur für ihre technische Findigkeit bekannt - auch ihre Verschwiegenheit ist legendär. Sollte Toyota eine Studie für das Zukunftsauto des Jahres 2020 in der Schublade haben, dann wird sie vor der Öffentlichkeit so streng geheim gehalten wie das Leben im japanischen Kaiserhaus.

Im Fall Toyota gibt es immerhin ein paar Indizien, die Rückschlüsse auf die Zukunftspläne des Autobauers zulassen. Danach scheint fest zu stehen: Japans Vorzeigekonzern setzt auf Kleinwagen, die hochtechnologisiert sind und von einem Elektromotor angetrieben werden.

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Eines der zentralen Puzzleteile, aus denen sich Toyotas Auto 2020 zusammensetzt, tauchte im Juli dieses Jahres auf. Da besuchte Manager Hirofumi Muta im Auftrag von Firmenpräsident Akio Toyoda die Tochterfirma Daihatsu, die auf den Bau von Kleinwagen spezialisiert ist. Muta sollte beobachten, wie man klein, energieeffizient und kostengünstig produziert. Er wurde fündig: Der Daihatsu Mira ist das Modell, das es dem Toyota-Gesandten angetan hatte. Der Mira kann mit einem Liter Benzin 30 Kilometer fahren und kostet in der Herstellung 30 Prozent weniger als vergleichbare Autos.

Entwicklungsabteilungen sind eine teure Investition. Aber Firmenchef Toyoda weiß auch, dass sein Konzern dem Wandel in der Autoindustrie hin zu kleineren, energiesparenden Wagen folgen muss - wenn er in den aufstrebenden, gewinnversprechenden Entwicklungsländern punkten will, in China, Indien, Brasilien oder Südostasien.


Ein Teil des großen Energiekreislaufs

Ein weiteres Puzzlestück in Toyotas Strategie ist die vor wenigen Tagen bekanntgegebene Zusammenarbeit mit dem Microchip-Hersteller Intel aus den USA. Wie andere japanische Hersteller sucht Toyota die Nähe zu den Digital-Spezialisten im Silicon Valley, um deren Innovationskraft zu nutzen.

Auf diese Weise soll das Auto 2020 nicht nur mit den Steuerungssystemen von morgen ausgestattet werden. Es soll vor allem zu einer Komponente im "smarten" Leben der Zukunft werden - als integraler Bestandteil des gesamten Energiekonzepts eines Haushalts zum Beispiel. Dann kann überschüssige Energie in den Energiekreislauf des Hauses fließen und umgekehrt dort gespeicherter Strom zum Aufladen des Autos verwendet werden. Aus diesem Grund wird Toyotas Auto 2020 wohl mit einem Elektromotor ausgestattet sein, gespeist von leistungsfähigen Lithium-Ionen-Batterien, deren Speicherkapazitäten selbst Langstrecken zulassen.

Fraglich ist allerdings, ob der Wagen dann noch in Japan produziert werden wird. Sollte die wirtschaftliche Entwicklung in Japan mit einem starken Yen anhalten, dürfte Toyotas Bestseller 2020 wohl aus Thailand oder Vietnam kommen. Überhaupt bereiten dem Autobauer die Herausforderungen der Gegenwart derzeit sicher mehr Probleme als die Visionen der Zukunft - doch der Wille zur Innovation ist ungebrochen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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