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Studie zum Autoabsatz: Opel legt bei jedem Wagen drauf

Quelle: Handelsblatt Online

Opel hat sich in seiner langen Geschichte mehrfach neu erfunden. Nach etlichen Umbrüchen, Höhenflügen und Abstürzen steckt die Marke mit dem Blitz nun erneut tief in der Krise. Und verdient nichts an ihren Autos.

Produktion des Kleinwagens Adam im Opel-Werk Eisenach. Quelle: Pressefoto
Produktion des Kleinwagens Adam im Opel-Werk Eisenach. Quelle: Pressefoto

DuisburgWas verdienen die Autobauer an einem verkauften Neuwagen? Opel verliert im Schnitt mit jedem Kaufvertrag fast 1.000 Euro, und Porsche hat die dicksten Profite - das ist das Ergebnis einer Studie des Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen, die der Nachrichtenagentur dpa am Samstag vorlag. Und: Im Dreikampf mit Audi und Daimler hat sich BMW in der ersten Jahreshälfte als der erfolgreichere Autobauer erwiesen.

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Demnach verdiente BMW in den ersten sechs Monaten an jedem verkauften Auto im Schnitt 4.325 Euro vor Zinsen und Steuern - und war damit im Kerngeschäft stärker als die beiden Konkurrenten. Audi musste sich mit einem operativen Gewinn von 4.242 Euro pro Fahrzeug zufriedengeben, lag aber noch vor Daimler (3.621 Euro).

Forscher des Automotive Institute for Management (AIM) an der European Business School in Oestrich-Winkel haben den Wert von Automarken aus Sicht der Kunden bestimmt. Fast 1400 Kunden von 15 Automarken wurden dafür befragt. In die Bewertung flossen die Beurteilung der Markenstärke, Kundenbindung sowie Qualität und Service mit ein. Die Beurteilung dieser Dimensionen erfolgte mit Werten von 1 = ganz schwach bis 7 = ganz stark. Die Gesamtwertung ergibt sich aus den Mittelwerten der einzelnen Bereiche. Und hier das Ergebnis...

Bild: dpa

Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer sieht aber noch gute Aufholchancen für die Schwaben: „Die kommen im vierten Quartal zurück“, sagte der Experte. Er erwarte, dass der Verkaufsstart der neuen A-Klasse das Pkw-Geschäft beflügelt. Zudem hätten sie „ihre Kostenstrukturen deutlich verbessert“.

Der vom Absatz her deutlich kleinere Sportwagenbauer Porsche spielt in einer ganz anderen Liga: An jedem verkauften Neuwagen verdiente Porsche in der ersten Jahreshälfte im Schnitt 16.826 Euro vor Zinsen und Steuern - so viel wie kein anderer Hersteller. Bei Opel sieht es hingegen düster aus: Nach den Berechnungen des CAR-Instituts machte der kriselnde Autobauer im Schnitt mit jedem verkauften Wagen 939 Euro minus.

Außerhalb der Oberklasse hatte überraschend Chrysler im reinen Autogeschäft die Nase vorn (1.436 Euro). „Nicht mal Hyundai-Kia, dem profitabelsten Massenhersteller der letzten Jahre, ist es gelungen, pro Fahrzeug einen höheren Gewinn zu erzielen“, sagte Dudenhöffer.
Der südkoreanische Hersteller kam auf ein Ebit von 1386 Euro pro Fahrzeug und lag damit unter anderem vor Europas größtem Autobauer Volkswagen (916 Euro) und dem Weltmarktführer Toyota (845 Euro). „Spätestens 2020 wird Hyundai-Kia die Marktführerschaft übernehmen“, prophezeite Dudenhöffer angesichts der jüngsten Zahlen.

Ganz schlecht sah es im ersten Halbjahr für die Autobauer aus, die überwiegend in Europa tätig sind: Neben Opel setzt auch Peugeot-Citroen 789 Euro pro verkauftem Auto im Schnitt zu. Noch vergleichsweise gut schlug sich der ebenfalls kränkelnde Hersteller Renault: Die Franzosen schafften beim Ebit ein leichtes Plus (65 Euro) je verkauftem Auto.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 19.08.2012, 13:36 UhrMalocher

    Das Zahlengeklingel des CAR an der Uni Duisburg-Essen könnte angesichts der von keinem erlaubten Angewiesenheit ausnahmslos aller die Grundlagen industrieller Arbeit untersuchenden Wissenschaftler auf Gelder der Allgemeinheit nicht schriller sein. Zwar greifen allen voran Automobilhersteller auf deren längst erhobene Befunde allzu gerne zu, entrichten dafür privatwirtschaftlich aber bislang nicht ihren Obolus. Wenn man so will, muss deshalb davon die Rede sein, dass beispielsweise die Porsche AG pro Fahrzeug im Schnitt rund € 17.000 an Verbindlichkeiten gegenüber Dritten eingeht, ohne allerdings auch nur im Entferntesten Anstalten zu unternehmen, sie den von keinem ökonomisch hintergehbaren Gesetzmäßigkeiten gemäß jemals auszugleichen.

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