Tatas Nobelmarke: Jaguar XJ: Auf leisen Sohlen

Tatas Nobelmarke: Jaguar XJ: Auf leisen Sohlen

Seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern wird die britische Traditionsmarke Jaguar mutig. Das zeigen das neue Topmodell XJ – und die Arbeiten an einer Version mit Hybridantrieb.

Jaguar, die britische Traditionsmarke, bekannt für schnelle Sportwagen und stattliche Limousinen, segelt seit Frühjahr 2008 zusammen mit der Schwestermarke Landrover unter der Fahne des indischen Großindustriellen Ratan Tata. 2,3 Milliarden Dollar hatte Tata an den glücklosen Vorbesitzer, die Ford Motor Company, überwiesen.

Was er mit der britischen Markenikone Jaguar vorhat, erschließt sich erst allmählich. „Wir besinnen uns wieder auf historisch gewachsene Markenkerne“, gibt Jaguar-Chef Mike O’Driscoll vorsichtig zu Protokoll. Will sagen, dass Jaguar Experimente, wie den erfolglosen Vorstoß in fremde Marktsegmente, nicht wiederholen werde.

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Ford hatte mit dem Mittelklassemodell Mondeo basierten Jaguar X-Type versucht, breitere Kundenkreise zu erschließen und scheiterte damit kläglich – der X-Type erwies sich als Ladenhüter, von dem seit dem Verkaufsstart 2001 lediglich 350 000 Stück produziert wurden. Geplant war ein Absatz von bis zu 200.000 Fahrzeugen – jährlich.

Tata nutzt bei jaguar die Breite seinen Konzerns

Ratan Tata hingegen setzt lieber auf traditionelle Marktsegmente und lässt Jaguar deshalb nun einen neuen, dank Alu-Bauweise voraussichtlich leichtgewichtigen neuen E-Type-Roadster entwickeln, der ab 2012 gegen Fahrzeuge vom Format des BMW Z4 und Mercedes-Benz SLK antreten soll. Zudem fördert er die Entwicklung eines Autos mit Hybridantrieb und duldet großzügig Experimente mit Elektrofahrzeugen.

Im Gegenzug drängt der indische Großindustrielle auf Synergien mit anderen Partnern seines reich bestückten Firmen-Konglomerats. Dieses umfasst neben dem Automobilsektor Tata Motors auch Stahl- und Aluminiumwerke sowie Luxushotel-Ketten. So wird Jaguar künftig beispielsweise das leichte Aluminium für die Karosserien von der zum Tata-Konzern zählenden Corus Company beziehen, der Nachfolgeorganisation von British Steel. Und selbstverständlich werden die zahlreichen Taj und Crowne Plaza Hotels der Tata-Unternehmensgruppe mit Jaguar Limousinen für die Beförderung gut betuchter Gäste ausgestattet.

Jaguar verlässt historische Designmuster

Nicht ausschließlich zur Beförderung von Hotelgästen gedacht ist das neue Topmodell XJ, das Jaguar Anfang Juli offiziell vorgestellt hat und das ab Jahresende zu Preisen ab 76 900 Euro in den Handel kommt. Nach sechs Jahren im Markt ist das noch unter der Regie von Wolfgang Reitzle entwickelte Vorgängermodell mit einer Vollaluminium-Karosserie zwar durchaus noch modern. Aber das an Fahrzeugen der 70er-Jahre orientierte Retrodesign kam bei den Kunden immer schlechter an. Zuletzt wurden nur noch wenige tausend Einheiten jährlich verkauft – weltweit.

Deshalb verlässt die britische Marke mit dem neuen XJ (Modell-Code 351) radikaler noch als beim kleineren, zur gehobenen Mittelklasse zählenden Modell Jaguar XF, historisch geprägte Designmuster. Das neue Topmodell im Format der Mercedes S-Klasse dürften Jaguar-Traditionalisten sogar mit Stummelheck und neuer Frontoptik als echte Provokation verstehen: Vorn erzeugt ein mächtiger Kühlergrill wuchtige Präsenz. Der Betrachter denkt zunächst an Rolls-Royce und Bentley, vergisst aber den britischen Automobiladel rasch wieder angesichts des schlank wirkenden Jaguar Seitenprofils.

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