Technik-Messe CES: Das Auto wird zum Computer

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Technik-Messe CES: Das Auto wird zum Computer

von Meike Lorenzen

Google, Pebble, Nokia – Internet-Konzerne kooperieren künftig mit den großen Autokonzernen. Im Vorfeld der Technik-Messe CES werden neue Deals bekannt, die die Automobilbranche auf den Kopf stellen.  

Jetzt ist es offiziell: Google hat im Zuge der Technik-Messe CES in Las Vegas angekündigt, sein mobiles Betriebssystem mehreren Autoherstellern zur Verfügung zu stellen. In den neuen Modellen von Audi, General Motors, Honda und Hyundai wird künftig Android verbaut. Das System nutzen bereits 70 Prozent aller Smartphone-Besitzer und ist damit das beliebteste weltweit. Das neue Bündnis heißt Open Automotive Alliance und soll daran arbeiten, das Betriebssystem auf die Bedürfnisse im Auto anzupassen.

Mit der Kooperation ist Google ein großer Wurf gelungen. Schon lange tummelt sich das Unternehmen im Automobilmarkt und testet seit einigen Jahren sogar an einem selbstfahrenden Auto. Doch wirklich wichtig war es, mit der hauseigenen Software einen Fuß in die Branchentür zu bekommen. Denn hier haben Software-Anbieter noch viele Möglichkeiten – und die Konkurrenz schläft nicht.

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Fakten zur CES

  • Was ist die CES?

    Die Internationale Consumer Electronics Show 8CES) ist eine der weltweit größten Fach-Messen für Unterhaltungselektronik. Sie findet jedes Jahr im Januar in Las Vegas statt und zieht IT-Experten und Fachjournalisten aus aller Welt an. Normale Besucher haben keinen Eintritt. Etwa 150.000 Menschen und über 3000 Aussteller besuchen die Veranstaltung pro Jahr.

  • Bedeutung der CES

    Jedes Jahr stellen namenhafte Hersteller auf der CES neue Produkte vor oder kündigen Innovationen an. Damit gilt sie als Trendsetter für die technischen Entwicklungen im Bereich der Unterhaltungselektronik für das kommende Jahr. Seit 2012 nimmt Microsoft nicht mehr an der Messe teil. Die Veranstaltung passe nicht mehr zur Unternehmensplanung, verkündete der Konzern. Seitdem debattiert die Branche darüber, ob die CES eventuell an Bedeutung verloren hat.

  • Berühmte CES-Präsentationen

    Seitdem Beginn der CES 1967 sind auf der Messe etliche Weltneuheiten präsentiert worden. 1970 gab es zum Beispiel erstmals einen Videorekorder zu sehen, 1981 einen Camcorder und 1988 das Spiel Tetris.

Die Marktforschungsfirma Gartner schätzt, dass zum Jahr 2020 mehr als 80 Prozent alle Neufahrzeuge in den etablierten Märkten vernetzte Geräte sein werden. Und bereits 2017 könnte jeder vierte Autobauer Geld mit im Fahrzeug abgeschlossenen E-Commerce-Geschäften machen wird.

Die neue Allianz ist vor aber auch für die Autohersteller selbst wichtig. „Es wäre naiv anzunehmen, dass wenn das Auto ein Teil des Internets wird, das Internet den Spielregeln der Autoindustrie folgt“, brachte es Continental-Manager Ralf Lenninger, der bei dem Autozulieferer die Kontakte zur IT-Branche pflegt, bereits im September auf der Automesse IAA auf den Punkt. „Das vernetzte Auto ist nur mit vernetzten Industrien zu machen.“

Autoindustrie muss sich anpassen

Es ist für die Automobilindustrie ein ungewohnter Schritt. Eigentlich ist die starke Branche es gewohnt, die Spielregeln vorzugeben. Doch der verstärkte Gebrauch von Smartphones und Tablets hat bei den Autofahrern auf einmal ganz neue Bedürfnisse geweckt. Hauseigene Lösungen können hier – vor allem in Sachen Preis-Leistung – schon lange nicht mehr mithalten. Im Ergebnis schielen viele Autofahrer auf ihr Smartphone.

Inzwischen haben das auch die Hersteller realisiert und versuchen verstärkt, Software auch mit dem Auto kompatibel zu machen. Die Google-Kooperation ist da nur ein Beispiel. Ford hat zum Beispiel ein Konzept erarbeitet, bei dem sich der Routenplaner im Auto mit dem Wecker verknüpfen lässt. Ist der Berufsverkehr zäher als sonst, geht der Alarm früher los. Auch Renault hat kürzlich gezeigt, wie sich die kommenden Modelle mit dem Smartphone verbinden und so Routen planen oder die Heizung einstellen lassen. Mercedes arbeitet hingegen mit der Smartwatch-Pebble zusammen. Die Uhr zeigt dem Besitzer an, wie voll der Tank ist und ob die Türen des Autos auch wirklich verschlossen sind.

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