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Tod des Ferrari-Designers: Autos für die Ewigkeit

von Franz W. Rother

Mit dem Tod von Sergio Pininfarina endet eine Ära im Automobildesign. Der legendäre Ferrari-Designer prägte den italienischen Autobau wie kein anderer und hat Maßstäbe für kommende Generationen gesetzt.

Der italienische Star-Autodesigner Sergio Pininfarina ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Designer war verantwortlich für die schlanke Ferrari-Silhouette und die Designs von einer Reihe anderer Sportwagen. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, verstarb der Designer in der Nacht zum Dienstag. Er sei seit längerem krank gewesen, hieß es.

Sergio Farina wurde am 8. September 1926 in Turin geboren. Später übernahm er die von seinem Vater, dem Karrosseriebauer Battista „Pinin“ Farina, gegründete Designfirma. In den 1960er Jahren fügte
Pininfarina den Spitznamen seines Vaters, „Pinin“, zu seinem Namen hinzu. Im Jahr 2005 ernannte Italiens Staatspräsident Pininfarina zum Senator auf Lebenszeit. Ein kleine Rückschau auf das Werk des Stardesigners.

Bild: dapd

"Verliebt in scharfe Kurven" hieß der Titel einer italienischen Komödie, die Anfang der 60er Jahre in die deutschen Kinos kam. Vittorio Gassmann und Jean-Louis Trintignant spielen darin zwei liebenswerte Vagabunden, die in der Ferienzeit mit einem Cabrio völlig sinnfrei die italienische Küste entlang fahren und dabei allerlei Menschen kennen lernen.

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An die Handlung des Schwarzweiß-Films, den ich in den späten 70er Jahren einmal im deutschen Fernsehen sah, kann ich mich nur noch in groben Zügen erinnern, an den eigentlichen Helden des Roadmovie umso mehr: Eine schwarzen Lancia Aurelia Spider. Der Sportwagen, gestaltet bei Pininfarina in Turin, begeisterte mit seinem kraftvollen Auftritt und seinen fließenden Linien dermaßen, dass ich mich nie fragte, ob der deutsche Filmtitel vielleicht eine versteckte andere Bedeutung haben könnte: Die Aurelia war bereits Erotik pur.

Starke Präsenz im Kino und auf der Straße

Die 50er und 60er Jahre waren die Glanzzeit des italienischen Karosseriebaus. Was damals aus Turin kam, aus der Carrozzeria Pinin Farina, von Vignale, Bertone, Ghia, Michelotti, später auch von Giugiaro, war Autodesign vom Feinsten. Oldtimer-Sammler in aller Welt lecken sich die Finger nach den Produkten, die damals entstanden und die eine so starke Präsenz hatten – im Kino oder auf der Straße – dass man sich auch heute nicht mit dem bloßen Hinschauen begnügen mag. Man spürt das unwiderstehliche Verlangen, die Autos auch berühren zu können. Das gilt für die Lancia Aurelia ebenso wie für einen Alfa Romeo Giulietta Sprint, einen Lancia Stratos, einen Lamborghini Miura, einen Ferrari 250 GT wie für einen BMW M1: Autos für die Ewigkeit, denen italienische Designer Gestalt gaben.

Sergio Pininfarina, der jetzt nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren starb, war ganz ohne Zweifel einer der einflussreichsten Designer seiner Zeit. Unzählige automobile Schönheiten der vergangenen 50 Jahre tragen seine Handschrift. Vor allem der Marke Ferrari hat der Maestro der Stromlinienform eine unverwechselbare Gestalt gegeben. Aber auch Ford (Focus CC), Fiat (124 Spider), Volvo (C70), Peugeot und Cadillac profitierten von seiner Ästhetik.

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