Tokyo Motor Show: Wiedergeborene Autoträume

01. Dezember 2011
Toyota Concept Car Quelle: REUTERSBild vergrößern
Die Tokyo Motor Show läuft vom 3. bis zum 11. Dezember. Quelle: REUTERS
von Jürgen Rees

Die Folgen der Erdbebenkatastrophe, der starke Yen und zu brave Modelle beuteln die japanischen Autohersteller. Auf der Tokyo Motorshow geloben zumindest einige Besserung - mit pfiffigerem Design.

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Tokyo Big Sight heißt das Ausstellungsgelände der Tokyo Motor Show mit seinen auf dem Kopf stehenden Pyramiden. So prächtig es von außen aussieht, so irdisch geht es innen zu. Ein Schild warnt: Rolltreppen und Fahrstühle werden immer mal wieder abgeschaltet, um Strom zu sparen.

Die Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März hat Spuren hinterlassen - auch wenn sich die Einwohner des riesigen Ballungsraumes Tokyo mit knapp 35 Millionen Einwohnern alle Mühe geben, Normalität auszustrahlen. Alles soll seinen gewohnten Gang nehmen. Der Verkehr in Japans Hauptstadt fließt mehr oder weniger, die U-Bahnen sind voll und die Leuchtreklamen glitzern vor Weihnachten wieder um die Wette.

Noch weit entfernt von der Normalität

Doch die japanischen Autohersteller sind von Normalität noch weit entfernt. Egal ob Honda, Nissan, Mitsubishi, Toyota, Subaru und Suzuki: Sie leiden unter einem schwächelnden Heimatmarkt und einem starken Yen, der das Exportgeschäft hemmt. "Das ist das größte Problem der japanischen Autoindustrie heute", stöhnt Osamu Masuko, Präsident von Mitsubishi vor Beginn der Tokyo Motor Show. Die Absatzzahlen für die japanischen Hersteller sind nach Daten des japanischen Marktbeobachters Jato Dynamics um rund 20 Prozent gesunken.

Besonders hart getroffen habe es den Primus Toyota. Toyota produziert nach wie vor drei Millionen Autos in Japan und ist mit einem Anteil von rund 40 Prozent Marktführer. Und daran soll sich auch nichts ändern, verkündete Toyota zur Messe.

Aufgrund der Engpässe nach der Fukushima-Katastrophe konnte der einstige Vorzeigekonzern zu wenig Autos bauen - und jene Pkw, die vom Band liefen, ließen sich kaum noch verkaufen. Gebeutelt hat den Konzern auch die Überflutungen in Thailand, die ein Werk lahm legte und die Nachwirkungen der katastrophalen Rückrufe, deren Ursache, wie sich nach Untersuchungen heraustellte, meist falsche Bedienung war.

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