Toyota-Entwickler Saga: "Die Zeit der Brennstoffzelle kommt"

InterviewToyota-Entwickler Saga: "Die Zeit der Brennstoffzelle kommt"

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Koei Sago , Toyotas Chefentwickler und Vater der Hybrid-Architektur

von Jürgen Rees

Koei Saga, Toyotas Chefentwickler, über Hybridautos, die an der Steckdose aufgeladen werden können, sinkende Preise für Batterien und die Zukunft des Wasserstoffautos.

wiwo.de: Herr Saga, welches Auto fahren Sie selbst zur Zeit und welches Auto beeindruckt Sie am meisten?

Saga: Im Moment fahre ich einen GS 350. Mir gefällt als ehemaliger Leiter der Motorsport-Entwicklung vor allem unser neuer Supersportwagen, der Toyota LFA.

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Zu den Sportwagen zählt der Prius Plug in, den Sie gerade vorgestellt haben, nicht. Er kann an der Steckdose aufgeladen werden und fährt etwa 20 Kilometer elektrisch, also lautlos und ohne Emissionen. Hätten die neuen Lithium-Ionen-Batterien nicht sogar eine größere Reichweite ermöglicht?

Es wären tatsächlich rund 50 Kilometer möglich. Aber wir haben einen guten Kompromiss aus Kosten, Ladezeit, Reichweite und Alltagstauglichkeit gesucht. Jetzt wollen wir abwarten, was unsere Kunden dazu sagen.

Sie meinen die Kunden, die die ersten 600 Fahrzeuge in aller Welt fahren, darunter ab 1. August auch 20 Plug-in-Fahrzeuge in Berlin?

Ja. Wir glauben die 20 Kilometer sind ein guter Wert, denn die Hälfte der Autobesitzer fahren pro Tag weniger als 20 Kilometer.

Diese Reichweite macht eine neue Lithium-Ionen-Batterie von Panasonic möglich, die eine Speicherkapazität von 5,2 Kilowattstunden hat. Noch sind diese Batterien sehr teuer, rund 1000 Euro sind pro Kilowattstunden fällig. Werden die Preise sinken?

Ja. Bei den Lithium-Ionen-Akkus für Computer und Handys liegen die Preise derzeit bei etwa 250 Euro pro Kilowattstunde. Dahin werden wir im Autobatteriebereich auch kommen.

Wann wird das sein? Im Jahr 2020 oder früher?

Wir könnten das nur schätzen und das wollen wir nicht.

250 Euro pro Kilowattstunde ist immer noch viel Geld und die Energiedichte der Lithium-Ionen-Batterie ist noch ein Vielfaches geringer als die von Benzin und Diesel. Arbeiten sie an anderen effizienteren Lösungen?

Klar ist, dass die Rohölvorräte zur Neige gehen und die Preise deshalb steigen werden. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an den nächsten Batterie-Generationen. Dazu gehören verschiedene Feststoff-Batterien und Metall-Luft-Akkus, die einen vielfach höheren Energiegehalt hat als die Lithium-Ionen-Batterie.

Neben dem Prius Plug in und dem Elektroauto FT-EV, das nächstes Jahr auf Basis des IQ auf den Markt kommen soll, hat Toyota noch ein weiteres Auto im Angebot, das elektrisch fahren kann. Es ist das Brennstoffzellenauto FCHV-adv,  das mit Wasserstoff betrieben wird. Macht sich Toyota damit nicht selbst Konkurrenz?

Nein. Das Brennstoffzellenauto hat im Gegensatz zum Elektroauto kein Problem mit der Reichweite. Unser FCHV-adv kommt mit einer Füllung Wasserstoff rund 600 Kilometer weit. Das schafft bislang kein Elektroauto.

Zwar sind die Kosten für ein Brennstoffzellenauto von einer Million Euro vor knapp zehn Jahren um 90 Prozent gefallen, aber es ist immer noch sehr teuer und eine Infrastruktur mit Wasserstoff-Tankstellen fehlt auch. Ist das wirklich eine Alternative?

Saga:  Oh ja. Ich bin sicher, die Zeit des Brennstoffzellenautos wird kommen. 2015 werden wir das erste Brennstoffzellenauto zu einem moderaten Preis in Serie anbieten.

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