Unfälle: Automatischer Notruf scheitert an Bürokratie

Unfälle: Automatischer Notruf scheitert an Bürokratie

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Retter am Unfallort

von Thomas Kuhn

Das System eCall sollte seit 2009 Leben retten. Doch der Streit um Details verzögert den automatischen Notruf für Autos. Könnten sich die EU-Beamten auf eine Richtlinie einigen, gäbe es pro Jahr 2.500 Unfalltote weniger.

Es ist ein lebensgefährdendes Gerangel. Seit Jahren diskutieren EU-Kommission, nationale Regierungen und Industrieverbände die Details eines der wichtigsten Verkehrssicherheitsprojekte des Kontinents: den automatischen Notruf, kurz eCall, den Autos bei Unfällen ohne Zutun des Fahrers absetzen.

Ein Mobilfunkmodul im Wagen soll beim Crash unter anderem selbsttätig den Unfallort und – etwa im Falle von Autobahnen – die Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale übermitteln. Das Datentelegramm verrät Feuerwehr und Rettungsdienst neben der Fahrzeugposition, der Zahl der genutzten Sicherheitsgurte (und damit der potenziell Verletzten) auch die Kfz-Nummer.

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Bestehende Systeme sind nicht kompatibel

Selbst die Unfallart – Aufprall oder Überschlag – ließe sich ermitteln. Nach ADAC-Berechnungen dürfte die Technik neue Autos um 200 bis 300 Euro verteuern. Bisherige Systeme mit ähnlichen Funktionen wie etwa von Volvo oder BMW kosten 500 bis 850 Euro Aufpreis – sind aber bisher mit eCall nicht kompatibel.

Tausende Tote weniger

Zugleich aber könnte die Pflicht zur Einführung der Technik in allen Neuwagen die Zahl der Unfalltoten um mindestens 2500 pro Jahr senken, kalkulieren die EU-Verantwortlichen. Und weil, so deren Hochrechnung, die Rettungsfristen in der Stadt um 40 Prozent, die auf dem Land gar um die Hälfte verkürzt werden, ließe sich die Schwere der übrigen Unfallfolgen um weitere 15 Prozent senken.

Sollte, ließe, könnte – noch ist das alles nur Hypothese. Denn eigentlich war der Start von eCall bereits für 2009 geplant. Stattdessen verhedderten sich die Beteiligten in technischen Details und juristischen Fußangeln. Die Verhandlungen ziehen sich hin. Nun peilt die EU 2013 als verbindlichen Einführungstermin für die Technik an. Doch Skeptiker in Automobilverbänden befürchten schon, es könne sogar 2014 werden.

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