VCD-Umweltliste: Zu wenig Umwelt-Fortschritte bei Autos

VCD-Umweltliste: Zu wenig Umwelt-Fortschritte bei Autos

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Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) drängt auf mehr Umwelt-Fortschritte in der Autobranche.

Wie sparsam können Autos noch werden? Die Verkehrsclub VCD dringt auf schnellere Fortschritte als zuletzt. Die deutsche Autoindustrie weist auf Erfolge hin und verteidigt ihre Strategie.

Die Neuwagen in Deutschland sind nach einer Studie wieder etwas sauberer geworden. Die Fortschritte in der Umwelttechnik würden aber kleiner, bemängelte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Mittwoch. Er stellte in Berlin seine jährliche Auto-Umweltliste vor.

Auf die ersten drei Plätze kamen Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsarten: Ein Hybrid mit Verbrennungs- und Elektromotor, ein Diesel und Erdgaswagen. Testsieger wurde wie im Vorjahr der Lexus CT 200h, gefolgt vom überarbeiteten Peugeot 208 Active BlueHDi 100 und den technisch gleichen Erdgasautos VW eco up, Seat Mii Ecofuel und Skoda Citigo CNG Green tec.

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Mit welchen Hindernissen Elektroautos kämpfen

  • Preis

    Noch sind die reinen E-Autos deutlich teurer als ihre Benzin-Pendants. Ein Beispiel: Der E-Golf von Volkswagen ist ab 35 000 Euro zu haben. Ein Golf mit vergleichbarer Ausstattung kostet nur 24 150 Euro. Doch das könnte sich ändern. Laut Berechnungen des Ingenieurbüros P3 sind Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 2018 beim Preis wettbewerbsfähig, wenn nicht sogar im Vorteil. Dabei werden neue Batterien zu Grunde gelegt, die einen höheren Nickelanteil vorweisen.

  • Die Reichweite

    Die Batterietechnologie, die für den Preis verantwortlich ist, ist auch der Grund für einen weiteren Knackpunkt: Für den E-Golf gibt Volkswagen eine Reichweite zwischen 130 und 190 Kilometern an. Für eine Fahrt in den Urlaub dürfte das kaum reichen, zumal die Zahl der Ladepunkte in Deutschland im Vergleich zu den herkömmlichen Tankstellen noch klein ist. Auch das dürfte sich aber mit der Weiterentwicklung der Batterietechnologie ändern.

  • Infrastruktur

    Vor allem auf dem Land kann die geringe Reichweite zum Problem werden. Deutschland liegt laut der Nationalen Plattform Elektromobilität mit 4800 Ladepunkten an 2400 Standorten im internationalen Mittelfeld. Nach dem Willen der EU Kommission sollen bis 2020 in Deutschland 150 000 öffentlich zugängliche Ladestationen entstehen. Zum Vergleich: Laut ADAC lag die Zahl der herkömmlichen Tankstellen 2013 bei 14 328.

  • Förderung

    Smart-Chefin Annette Winkler spricht sich schon lange offen für eine Förderung von E-Autos aus. Das müssen nicht unbedingt finanzielle Anreize sein: Der Bundestag erlaubte jüngst Städten und Gemeinden, kostenlose Parkplätze für E-Autos zu reservieren und ihnen die Nutzung von Busspuren zu erlauben. Ob das ausreicht, zweifelt unter anderem VDA-Präsident Matthias Wissmann an. Er fordert finanzielle Impulse - wie zum Beispiel Sonderabschreibungsregeln für Firmenwagen. In anderen Ländern wie den USA, China oder Frankreich bekommen Käufer Cash vom Staat beim Kauf eines E-Autos.

  • Angebot

    Nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) rollten Ende 2014 knapp 19 000 reine E-Autos auf deutschen Straßen. Die Zahl der sogenannten Plug-In-Hybride, die die Bundesregierung zu den E-Autos zählt und die sowohl an der klassischen Tankstelle als auch an der Steckdose betankt werden, lag bei 108 000. Insgesamt waren 44,4 Millionen Pkw in Deutschland unterwegs. Das Ziel der Bundesregierung von einer Million elektrisch betriebenen E-Autos bis 2020 liegt damit noch in weiter Ferne. An der Auswahl kann es nicht liegen: Im vergangenen Jahr kamen laut Verband der Automobilindustrie (VDA) 17 neue Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt. 2015 sollen noch einmal zwölf weitere hinzukommen. Selbst der elektroskeptische Porsche-Chef plant offenbar mit einem E-Auto: Zuletzt schloss Müller nicht mehr aus, dass das bis Ende des Jahrzehnts geplante nächste Porsche-Modell rein elektrisch betrieben wird.


Die besten Zehn der Rangliste haben lauzwert von 95 Gramm unterschritten. „Wir halten die Konzentration der deutschen Autoindustrie auf das Premiumsegment für wirklich gefährlich. Sie verdient damit zurzeit gutes Geld. Aber in 20 Jahren wird das sicherlich nicht mehr so sein“, sage Lottsiepen. An die Autokäufer appellierte er, sich die Frage zu stellen, „ob es nicht auch eine Nummer kleiner tut“.

Für den Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigt die VCD-Liste die Strategie der Branche, nicht nur auf eine Technik zu setzen. Es gehe darum, die konventionellen Verbrennungsmotoren zu optimieren und zugleich alternative Antriebe weiterzuentwickeln, sagte VDA-Sprecher Eckehart Rotter.

Studie zum Umweltbewusstsein Elektroautos verschieben Präferenzen

PS und Status – das erwartet ein Deutscher von seinem Dienstwagen. Aber nur, wenn es um Benziner oder Diesel geht. Bei Elektroautos zählen hingegen ganz andere Werte.

Bei Elektroautos zählen andere Merkmale als PS und Protz Quelle: dpa


Die VCD-Liste bewertet mehr als 400 aktuelle Pkw-Modelle. Ausschließlich elektrisch betriebene Autos werden in einer gesonderten Liste geführt. Ein Vergleich mit den anderen Autos sei schwierig, unter anderem weil dabei auch die Stromerzeugung ökologisch bewertet werden müsse, sagte Lottsiepen.

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