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Verkehr der Zukunft: Feldversuch für vernetzte Autos gestartet

Stau- und Bremswarnungen, sowie Informationen zu optimierten Routen sollen Autofahrer künftig von ihrem eigenen Pkw erhalten. In Hessen wird ein Computersystem erprobt, mit dem Autos untereinander kommunizieren.

Mit einer Flotte von 120 Autos testen Wissenschaftler und Autohersteller seit Montag im Raum Frankfurt ein neues System zur Unterstützung des Fahrers per Computer. Quelle: dpa
Mit einer Flotte von 120 Autos testen Wissenschaftler und Autohersteller seit Montag im Raum Frankfurt ein neues System zur Unterstützung des Fahrers per Computer. Quelle: dpa

Im Rhein-Main-Gebiet hat am Montag die vernetzte Zukunft des Autoverkehrs begonnen. Seit Montag sind bei einem Feldversuch rund um Frankfurt 120 Testwagen unterwegs, die über das Internet untereinander und mit einer Zentrale ständig Informationen zur Verkehrslage austauschen. Die von einem Herstellerkonsortium auf die Straße gestellte Flotte ist Teil eines neuen Infrastruktursystems zur Unterstützung des Fahrers und der Verkehrslenkung per Computer.

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Die Autos tauschen über Mobilfunk Informationen über Gefahren aus und erhielten Hinweise zu Verkehrslage, Wettereinflüssen oder Fahrtroute, teilte die Technische Universität München am Montag mit. Der Feldversuch zwischen Frankfurt und Friedberg ist innerhalb des 69 Millionen Euro teuren Projekts „Sichere Intelligente Mobilität - Testfeld Deutschland“ (SimTD) auf sechs Monate ausgelegt.

Wissenschaftler sprechen von einem der bisher weltweit größten Flottenversuche im laufenden Verkehr. Die Autos seien auf Autobahnen, Landstraßen und im Frankfurter Stadtgebiet unterwegs. Pro Woche sollen sie 60 000 Kilometer zurücklegen, erklärte ein Projektsprecher. Das wären pro Wagen 500 Kilometer in der Woche. Frankfurt gilt als Pendlerhauptstadt der Republik, zudem liegt die Stadt im Schnittpunkt wichtiger europäischer Straßenverbindungen.

„Straße der Zukunft“: Nicht Adolf Hitler, sondern Konrad Adenauer war es, der vor genau 80 Jahren, am 6. August 1932, als Kölner Oberbürgermeister die erste „echte“ Autobahn Deutschlands in Betrieb nahm – die heutige A555. Keine Fußgänger, Radler oder Viehtransporter sollten auf den rund 25 Kilometern „Nur-Autostraße“ zwischen Köln und Bonn verkehren. Die Nationalsozialisten stuften die Strecke später zur „Landstraße“ herab – und machten sich so die Idee der Autobahn zu Eigen. Das Bild zeigt die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung (Archivfoto von 1932).

Bild: dpa

UMTS und GPRS kommen zum Einsatz

Die Autobahnen müssen ein extrem hohes Verkehrsaufkommen bewältigen. Das System nutzt nach Angaben der Organisatoren eine Funktechnik, die auf dem WLAN-Standard (drahtloses Internet) aufbaut. Entlang der Straßen sind dafür eigens Empfänger installiert worden, die sich mit dem jeweiligen System im Auto verbinden können.

Informationen werden von Auto zu Auto sowie in eine Zentrale gesendet. Auch die Mobilfunktechnologien UMTS und GPRS werden eingesetzt. Das System soll den Fahrer etwa vor Gefahren wie einem stark bremsenden Vordermann warnen und die richtige Geschwindigkeit für eine „grüne Welle“ anzeigen.

Ein weiteres Ziel sei, durch günstige Routen und das Vermeiden von Staus den Schadstoffausstoß zu senken, sagte Prof. Fritz Busch von der TU München der Mitteilung zufolge. „Wir untersuchen, wie die Autofahrer diese Technik im Alltag annehmen.“ Die Fahrdaten der vernetzten Fahrzeuge sollen anonymisiert in die übergeordnete Verkehrsplanung einfließen. „Mit dem Projekt werden die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Einführung der Fahrzeug-Fahrzeug und Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung vorbereitet, erklärte SimTD-Projektleiter Christian Weiß laut einer Mitteilung des Verbands der Automobilindustrie (VDA).

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Damit werde der Innovationsvorsprung der deutschen Industrie gesichert. Koordiniert wird das Projekt von der Daimler AG. Beteiligt sind auch die Autobauer Opel, Audi, BMW, Ford und Volkswagen, die Zulieferer Bosch und Continental sowie die Telekom, mehrere Forschungseinrichtungen und die Straßenbehörden in Hessen und der Stadt Frankfurt. Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Bund, dem Land Hessen und dem Verband der Automobilindustrie. Der Bund bringt allein 40 Millionen Euro Förderung auf.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.08.2012, 17:08 Uhrmathias

    UND WER HAFTET FÜR SYSTEMFEHLER ????

  • 07.08.2012, 14:49 Uhrnightflight

    Viel Aufwand, wenig Nutzen und künstlich herbeigeredete Vorteile. Die Industrie und nicht zuletzt die Mobilfunkkonzerne brauchen das mehr als der Autofahrer, der nach und nach seine Fähigkeiten an technische Systeme abgibt. Man fährt dann nicht mehr Auto, sondern wird irgendwann gefahren... wers braucht.

  • 07.08.2012, 14:18 UhrNichtDumm

    Wer braucht eigentlich diesen ganzen Scheiss wirklich?

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