Wie die Käufer manipuliert werden: Die (gedopten) Könige der Statistik

Wie die Käufer manipuliert werden: Die großen Tricks der Autobauer

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Die (gedopten) Könige der Statistik

7. Zulassungstricks
Was unternehmen Athleten beim Wettkampf nicht alles, um am Ende ganz oben auf dem Treppchen zu stehen? Olympia und Radsport haben es mit zig Dopingfällen gerade erst wieder gezeigt. Und auch die Autoindustrie greift in die Trickkiste, um in möglichst vielen Statistiken vorn zu sein. Unlängst fiel BMW in USA dabei auf, angeblich die Zulassungsstatisik für das besonders teure 7er-Modell manipuliert zu haben.

Die Schmutzfinken unter den saubersten Autos

Den letzten Platz bei den umweltfreundlichsten Autos teilen sich gleich sechs Modelle: Der Citroën DS3 e-HDi 70 Airdream EGS, der Lexus CT 200h, der Peugeot 208 e-HDi FAP 68 EGS, der VW Polo 1,2 TDI, der Citroen C3 und der Ford Fiesta haben jeweils eine CO2 Belastung von 7,75 Punkten.

Das heißt, dass alle sechs Modelle 87 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Der Wert liegt allerdings noch deutlich unter dem von der EU vorgegebenen Grenzwert von 95 Gramm.

Bild: AP


Vereinfacht ausgedrückt zahlte der Konzern laut Wall Street Journal den US-Händlern wohl eine Prämie dafür, wenn sie Autos als verkauft meldeten, die sie lediglich selbst angemeldet hatten, die aber noch ohne Käufer im Showroom standen. Die Mogelei zeigt, als wie wichtig die Hersteller das Ranking-Image bewerten. Auto-Experte Prof. Ferdinand Dudenhöffer erläuterte in Interview mit der WAZ die Hintergründe der so genannten taktischen Zulassungen: "Seit spätestens Oktober (2011) sehen wir ein sehr hohes Niveau an Tageszulassungen. Diese kurz zugelassenen Wagen werden dann später mit hohen Abschlägen verkauft. Die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes zeigen eine geschönte Welt."

Den meisten Käufern dürfte es hingegen ziemlich egal sein, ob ihr Auto zweit oder dritt häufigst verkauftes Modell eines bestimmten Segments in einem bestimmten Zeitraum und/oder ganz bestimmten Landes ist. Sie gehen sowieso davon aus, dass alle Hersteller tricksen, das zeigen auch zahlreiche Leserkommentare auf Handelsblatt Online zu dem Thema. Allerdings hat genau dieses Gebaren, mit dem vor allem VW regelmäßig bei Untersuchungen auffällt, für Käufer auch klare Vorteile: „Eigenzulassungen sind seit langem ein probates und gängiges Mittel von Handel und Hersteller die Situation im deutschen Markt zu verbessern. Den Verbraucher freut es, denn viele dieser Fahrzeuge kommen wiederum als Tageszulassungen mit hohen Rabatten ins Internet oder die Autohäuser“, meint Marktexperte Alexander Bugge vom Online-Portal MeinAuto.de.

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6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.09.2012, 18:24 UhrDerstahldoctor

    tja das "unverzichtlich wichtige" Wirtschaftswachstum ist zu unserer neuen Religion geworden. Da müssen sich die Systemsklaven eben anpassen, und mehr Geld für mehr Unsinn der nicht Zufrieden macht ausgeben. Wer das Spiel etwas besser verstehen will, dem empfehle ich den Film Moving Forward auf Youtube. Ich lebe heute freier, glücklicher und Zufriedener. Jetzt habe ich endlich mehr Zeit da ich weniger Arbeiten muss und auch mehr Geld da ich es nicht mehr für den ganzen Blödsinn ausgeben muss der mir angeblich noch gefehlt hat. :-)

  • 01.09.2012, 21:01 Uhrsagauchwas

    völlig richtig

  • 01.09.2012, 20:59 UhrOttavo

    Bravo, dass sich die WiWo als Wirtschaftsblatt traut, auf diesen Unsinn hinzuweisen!

    Üblicherweise sind es gerade Journalisten, die mir ständig suggerieren, dass ich ohne einen PS-Protz mit Lederausstattung, Xenonlicht und allem möglichen Schnick und Schnack, kein vollwertiger Mensch bin. Man bedankt sich halt gerne beim Sponsor, der einem den tollen Neuwagen zum ausgiebigen Testen zur Verfügung stellt. Sollte man später mal ein eigenes Auto erwerben müssen, winkt gewiss ein fabelhafter Preisnachlass. Und da ist ja auch noch das wichtige Anzeigengeschäft …...

    Das gilt im Übrigen auch für viele Gazetten, denen eher Linkslastigkeit vorgeworfen wird.

    Ich gebe zu, man kann sich diesem Quatsch leider nicht ganz entziehen – aber als Innenstadtbewohner einer Großstadt, helfen mir die Verhältnisse, auf dem Teppich zu bleiben.

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