Ein bisschen mehr geht immer
Bild: dpaDie Verkehrsminister der Länder halten am Verbot von mobilen Blitz-Warngeräten für Autofahrer fest. Bei der Verkehrsministerkonferenz in Flensburg hätten sich zwölf Länder für das Verbot und nur vier für die Erlaubnis der Geräte ausgesprochen, sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am 10. April 2013. In Deutschland bleibt es somit verboten, Warngeräte für Radarfallen zu benutzen. Laut Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist es Autofahrern untersagt, „ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören“. Dies gilt insbesondere für Radarwarn- oder Laserstörgeräte. Verstößt jemand gegen das Verbot, drohen ihm ein Bußgeld von 75 Euro und vier Punkte in Flensburg.
Bild: dpaDie Europäische Union brachte viele Vorschriften. Eine besonders schöne: die Vereinheitlichung von Autokennzeichen. Danach wird auf den neuen europäischen Nummernschildern zwischen der Ortsmarke und der persönlichen Buchstaben- oder Zahlenkombination kein Bindestrich mehr gesetzt. Auch diese Tatsache kann Geld kosten. Nämlich dann, wenn im Fahrzeugschein der Strich noch abgedruckt ist, Kennzeichen und Dokument also nicht übereinstimmen. Ein deutscher Autofahrer musste jetzt in Italien genau für diesen Lapsus 500 Euro Bußgeld bezahlen.
Bild: dpaUmweltschutz wird in Deutschland groß geschrieben. Je nach Bundesland können Ordnungswidrigkeiten zu Lasten der Natur teuer werden. Wer seinen ausgesonderten Hausstand und Krempel in freier Natur ablädt, kann je nach Menge mit bis zu 2.500 Euro belangt werden, gleiches gilt für die unrechtmäßige Entsorgung von Altreifen. Deutlich höhere Strafen sind fällig, wenn gefährlicher Müll, wie etwa Asbestplatten, zurückgelassen werden.
Bild: dpa/dpawebWer seinen Zigarettenstummel achtlos auf die Straße wirft, muss ebenfalls mit einer Geldstrafe von bis zu 25 Euro rechnen.

Zeigen Sie dem netten Herrn im Audi gegenüber nie den Vogel: Das könnte teuer werden. Zwar sind nach Angaben des ADAC gegenseitige Beschimpfungen und abfällige Gesten auf Deutschlands Straßen keine Seltenheit. Häufigste Auslöser für Beleidigungen sind Missachtung der Vorfahrt, Drängeln oder Schneiden. Doch können für Beleidigungen saftige Geldstrafen fällig werden. Bis zu 4.000 Euro zahlt Autofahrer für einen gestreckten Mittelfinger, eine der meistgezeigten Gesten. Wer einen anderen Verkehrsteilnehmer mit „fieses Miststück“ beschimpft, kann noch mit bis zu 2.500 Euro belangt werden.
Bild: APIn jedem Jahr treffen sich rund sechs Millionen Menschen auf Deutschlands bekanntestem Volksfest. Die Münchner Wiesn ist legendär - in den Zelten darf gefeiert, seit 2010 aber nicht mehr geraucht werden. Bei Verstoß ist für Raucher und Gastronomen ein Bußgeld von 5 bis zu 1000 Euro möglich.
Bild: dpa/dpawebBella Italia. An den Mautstellen, vor Einfahrt auf die autostrada, wird gern gedrängelt. Ehe man es sich versieht, steht man in der Schlange, an dessen Ende nur mit Karte bezahlt werden kann. Guter Rat ist dann teuer für den, der nur Bargeld dabei hat. Denn Rückwärtsfahren an Mautstellen kann in Italien mit einer Geldbuße zwischen 389 und 1500 Euro geahndet werden.
Bild: obsEin Tag länger am Strand, dafür die große Heimreisewelle mit den nervigen Staus vermeiden, oder billiger fliegen. Finanziell lohnt sich ein zusätzlicher, "selbst-genehmigter" Ferientag kaum. Denn Schulschwänzen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann teuer werden. Wie teuer, zeigt ein Blick auf die Hauptstadt. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung haben die Bezirke im vergangenen Schuljahr insgesamt 737 Bußgeldverfahren gegen Eltern von Schulabtrünnigen eingeleitet. Die Kosten: zwischen 63 und 800 Euro.
Bild: APTote Seepferdchen für den Haarwuchs, Skorpione in Acrylharz, Schmuck oder Figuren aus Elfenbein, Riesenmuscheln, Krokodile: Werden Sie auf der Heimreise aus dem Urlaub mit einem Souvenir erwischt, das unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fällt, beschlagnahmt der Zoll die Ware - und ein Bußgeld kann fällig werden.
Bild: APUm die Autofahrer zum Reifenwechsel anzutreiben, hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Bußgelder angehoben: Wer als Autofahrer bei Schnee oder Glätte von der Polizei mit Sommerreifen erwischt wird, muss jetzt 40 Euro bezahlen. 80 Euro plus ein Punkt in Flensburg gibt es für den, der mit einem falsch bereiften Auto andere Verkehrsteilnehmer behindert.
Die Verkehrsminister der Länder halten am Verbot von mobilen Blitz-Warngeräten für Autofahrer fest. Bei der Verkehrsministerkonferenz in Flensburg hätten sich zwölf Länder für das Verbot und nur vier für die Erlaubnis der Geräte ausgesprochen, sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am 10. April 2013. In Deutschland bleibt es somit verboten, Warngeräte für Radarfallen zu benutzen. Laut Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist es Autofahrern untersagt, „ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören“. Dies gilt insbesondere für Radarwarn- oder Laserstörgeräte. Verstößt jemand gegen das Verbot, drohen ihm ein Bußgeld von 75 Euro und vier Punkte in Flensburg.
8. Die überflüssige Leistungsspirale
Wann hat zuletzt ein Hersteller damit geworben, dass sein neues Modell weniger Leistung hat? Wenn Sie bei der Beantwortung dieser Frage passen müssen, ist das kein Wunder. Die Leistungsspirale dreht sich munter seit Jahrzehnten. Obwohl auf immer mehr Straßen Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten, und wir immer häufiger im Stau stehen – wir tun es mit mehr PS.
Das ist teils deswegen nötig, weil die Autos auch wegen neuer Sicherheitstechnik immer größer und schwerer werden (siehe Punkt 3., Link), aber eben nur zu einem kleinen Teil. In der Hauptsache ist es die simple Marketingweisheit „Mehr ist besser“, die dahinter steckt, - und für die wir bei Anschaffung und im Unterhalt draufzahlen.
Das führt zu Auswüchsen wie dem BMW X6, dem Audi Q7 oder dem Mercedes GL. Zweitonner, die in keine Garage aus den 60er Jahren mehr passen, die aber in unseren Städten, in denen im Schnitt 17 bis 30 km/h gefahren wird, wie ein Porsche von roter Ampel zu roter Ampel spurten können, und deren Allradantriebe statt Geländepisten nur Tempobuckel bewältigen.
Den PS-Wahn machen die Kunden aber nur allzu gerne mit. Die jüngsten Statistiken belegen: Während der Kraftstoff immer teurer wird, werden die Autos der Deutschen immer stärker. 135 PS waren es im Durchschnitt im vergangenen Jahr bei Neuwagen, Tendenz: Weiter steigend, vor allem dank Diesel- und SUV-Trend.
Zum Vergleich: Im Jahr 1995 lag das Durchschnittsniveau noch bei 94,5 PS. Und daraus kann man den Herstellern nun wirklich keinen Strick drehen. Wer will, der findet auch kleine leistungsfähige Motoren, siehe Fiat, VW und Ford.
- Seite 1: Die großen Tricks der Autobauer
- Seite 2: Keine ESP ohne Lederlenkrad
- Seite 3: SUVs machen Parkhäuser eng
- Seite 4: Wenn alle Luxus haben müssen
- Seite 5: Des Fahrers kleine Helferlein
- Seite 6: Wenn sich "Zwillinge" im Preis unterscheiden
- Seite 7: Die (gedopten) Könige der Statistik
- Seite 8: Ein bisschen mehr geht immer














- als Spam melden
- antworten

- als Spam melden
- antworten

- als Spam melden
- antworten
Alle Kommentare lesen03.09.2012, 18:24 UhrAnonymer Benutzer:Derstahldoctor
tja das "unverzichtlich wichtige" Wirtschaftswachstum ist zu unserer neuen Religion geworden. Da müssen sich die Systemsklaven eben anpassen, und mehr Geld für mehr Unsinn der nicht Zufrieden macht ausgeben. Wer das Spiel etwas besser verstehen will, dem empfehle ich den Film Moving Forward auf Youtube. Ich lebe heute freier, glücklicher und Zufriedener. Jetzt habe ich endlich mehr Zeit da ich weniger Arbeiten muss und auch mehr Geld da ich es nicht mehr für den ganzen Blödsinn ausgeben muss der mir angeblich noch gefehlt hat. :-)
01.09.2012, 21:01 UhrAnonymer Benutzer:sagauchwas
völlig richtig
01.09.2012, 20:59 UhrAnonymer Benutzer:Ottavo
Bravo, dass sich die WiWo als Wirtschaftsblatt traut, auf diesen Unsinn hinzuweisen!
Üblicherweise sind es gerade Journalisten, die mir ständig suggerieren, dass ich ohne einen PS-Protz mit Lederausstattung, Xenonlicht und allem möglichen Schnick und Schnack, kein vollwertiger Mensch bin. Man bedankt sich halt gerne beim Sponsor, der einem den tollen Neuwagen zum ausgiebigen Testen zur Verfügung stellt. Sollte man später mal ein eigenes Auto erwerben müssen, winkt gewiss ein fabelhafter Preisnachlass. Und da ist ja auch noch das wichtige Anzeigengeschäft …...
Das gilt im Übrigen auch für viele Gazetten, denen eher Linkslastigkeit vorgeworfen wird.
Ich gebe zu, man kann sich diesem Quatsch leider nicht ganz entziehen – aber als Innenstadtbewohner einer Großstadt, helfen mir die Verhältnisse, auf dem Teppich zu bleiben.