Wie die Käufer manipuliert werden: Ein bisschen mehr geht immer

Wie die Käufer manipuliert werden: Die großen Tricks der Autobauer

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Ein bisschen mehr geht immer

Die Verkehrsminister der Länder halten am Verbot von mobilen Blitz-Warngeräten für Autofahrer fest. Bei der Verkehrsministerkonferenz in Flensburg hätten sich zwölf Länder für das Verbot und nur vier für die Erlaubnis der Geräte ausgesprochen, sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am 10. April 2013. In Deutschland bleibt es somit verboten, Warngeräte für Radarfallen zu benutzen. Laut Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist es Autofahrern untersagt, „ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören“. Dies gilt insbesondere für Radarwarn- oder Laserstörgeräte. Verstößt jemand gegen das Verbot, drohen ihm ein Bußgeld von 75 Euro und vier Punkte in Flensburg.

Bild: dpa

8. Die überflüssige Leistungsspirale
Wann hat zuletzt ein Hersteller damit geworben, dass sein neues Modell weniger Leistung hat? Wenn Sie bei der Beantwortung dieser Frage passen müssen, ist das kein Wunder. Die Leistungsspirale dreht sich munter seit Jahrzehnten. Obwohl auf immer mehr Straßen Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten, und wir immer häufiger im Stau stehen – wir tun es mit mehr PS.

Das ist teils deswegen nötig, weil die Autos auch wegen neuer Sicherheitstechnik immer größer und schwerer werden (siehe Punkt 3., Link), aber eben nur zu einem kleinen Teil. In der Hauptsache ist es die simple Marketingweisheit „Mehr ist besser“, die dahinter steckt, - und für die wir bei Anschaffung und im Unterhalt draufzahlen.

Das führt zu Auswüchsen wie dem BMW X6, dem Audi Q7 oder dem Mercedes GL. Zweitonner, die in keine Garage aus den 60er Jahren mehr passen, die aber in unseren Städten, in denen im Schnitt 17 bis 30 km/h gefahren wird, wie ein Porsche von roter Ampel zu roter Ampel spurten können, und deren Allradantriebe statt Geländepisten nur Tempobuckel bewältigen.

Den PS-Wahn machen die Kunden aber nur allzu gerne mit. Die jüngsten Statistiken belegen: Während der Kraftstoff immer teurer wird, werden die Autos der Deutschen immer stärker. 135 PS waren es im Durchschnitt im vergangenen Jahr bei Neuwagen, Tendenz: Weiter steigend, vor allem dank Diesel- und SUV-Trend.

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Zum Vergleich: Im Jahr 1995 lag das Durchschnittsniveau noch bei 94,5 PS. Und daraus kann man den Herstellern nun wirklich keinen Strick drehen. Wer will, der findet auch kleine leistungsfähige Motoren, siehe Fiat, VW und Ford.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.09.2012, 18:24 UhrDerstahldoctor

    tja das "unverzichtlich wichtige" Wirtschaftswachstum ist zu unserer neuen Religion geworden. Da müssen sich die Systemsklaven eben anpassen, und mehr Geld für mehr Unsinn der nicht Zufrieden macht ausgeben. Wer das Spiel etwas besser verstehen will, dem empfehle ich den Film Moving Forward auf Youtube. Ich lebe heute freier, glücklicher und Zufriedener. Jetzt habe ich endlich mehr Zeit da ich weniger Arbeiten muss und auch mehr Geld da ich es nicht mehr für den ganzen Blödsinn ausgeben muss der mir angeblich noch gefehlt hat. :-)

  • 01.09.2012, 21:01 Uhrsagauchwas

    völlig richtig

  • 01.09.2012, 20:59 UhrOttavo

    Bravo, dass sich die WiWo als Wirtschaftsblatt traut, auf diesen Unsinn hinzuweisen!

    Üblicherweise sind es gerade Journalisten, die mir ständig suggerieren, dass ich ohne einen PS-Protz mit Lederausstattung, Xenonlicht und allem möglichen Schnick und Schnack, kein vollwertiger Mensch bin. Man bedankt sich halt gerne beim Sponsor, der einem den tollen Neuwagen zum ausgiebigen Testen zur Verfügung stellt. Sollte man später mal ein eigenes Auto erwerben müssen, winkt gewiss ein fabelhafter Preisnachlass. Und da ist ja auch noch das wichtige Anzeigengeschäft …...

    Das gilt im Übrigen auch für viele Gazetten, denen eher Linkslastigkeit vorgeworfen wird.

    Ich gebe zu, man kann sich diesem Quatsch leider nicht ganz entziehen – aber als Innenstadtbewohner einer Großstadt, helfen mir die Verhältnisse, auf dem Teppich zu bleiben.

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