Keine ESP ohne Lederlenkrad
Bild: GNUFord T
Das Modell T von Ford, Spitzname „Tin Lizzie“, war das erste am Fließband gebaute Auto und dürfte damit als wichtigster Meilenstein der US-Autoindustrie gelten. Bevor der VW Käfer es in den Siebzigern ablöste, war das T-Modell der meistverkaufte Wagen der Welt. Noch heute gilt die Entwicklung des Autopioniers Henry Ford als Urknall in Sachen Massenmotorisierung. Die äußerst puristische Ausstattung - das T-Modell der ersten Produktionsjahre hatte keine vorderen Türen – tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Sein Siegeszug führte Ford 1926 auch nach Deutschland.
Bild: dpaVW Käfer
Die Karriere des Käfers von Volkswagen ist in Sachen Automobil die deutsche Erfolgsgeschichte überhaupt. Generationen fuhren den Käfer als erstes Auto. Das wurde von der Werbung entsprechend ausgeschlachtet. Dem bis heute bekannten „Er läuft und läuft und läuft“ aus dem Werbespot der Sechzigerjahre ließ der VW aller VWs aber auch Taten folgen: Bis Juni 2002 war der zwischen 1938 und 2003 gebaute Käfer mit über 21 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Auto der Welt – bis er ausgerechnet vom jüngeren VW-Bruder Golf abgelöst wurde.
Bild: dapdPorsche 911
Der „Neunelfer“ ist der deutsche Sportwagen schlechthin und der Traum fast aller Jungen, auch der Älteren unter ihnen. Im Jahr 1963 ursprünglich als 901 auf den Markt gebracht, musste der Renner diese Bezeichnung schnell wieder abgeben – die französische Marke Peugeot beanspruchte den Modellnamen für sich. Das Design des in 911 umbenannten Porsche hat sich seit den 60ern bis heute nicht wesentlich verändert hat: Noch heute hat er eine lange Front, ein bulliges Heck und Scheinwerfer wie Froschaugen.
Bild: dpaMini
Selten passt die Bezeichnung „klein, aber oho“ so auf jemanden wie auf den Mini Cooper. Der britische Kleinstwagen war nicht zuletzt wegen seines geringen Gewichts ein wahrer Kugelblitz – er hat sogar Rally-Erfahrung vorzuweisen. Der klassische Mini ist ein Phänomen, das alle Klassen und Generationen erreichte: Die Zahnarztgattin fuhr ihn ebenso wie der Student oder der Uni-Professor. So fuhr auch der kauzige Mr. Bean aus der gleichnamigen Comedy-Serie einen Mini.
Bild: dpaFerrari 308 GTS
Er gehört zu Thomas Magnum so sehr wie das Hawaii-Hemd, die Shorts und der XXL-Schnurrbart: der 308 GTS von Ferrari. Damit der TV-Privatdetektiv in der 80er-Jahre-Fernsehserie immer schön braun wurde, war der knallrote Flitzer aus dem italienischen Maranello mit einem Targa-Dach ausgestattet. Mit einer Motorleistung von über 200 PS war der 308 GTS für damalige Verhältnisse ein wahres Geschoss.
Bild: dpaLotus Esprit
Bevor es für James Bond an die Bar mit dem geschüttelten, nicht gerührten Wodka Martini ging, ließ der Geheimagent seinen Lotus Esprit im Film „Der Spion, der mich liebte“ erst einmal fahren, schwimmen, tauchen und schießen. Die im reellen Leben für die Straße zugelassene Version des Lotus Esprit wurde zwischen 1976 und 2003 produziert. Zuletzt feierte Lotus mit der Rückkehr in die Formel 1 ein vielbeachtetes Comeback.
Bild: GNUCitröen DS
Der DS des französischen Autobauers Citroen war seiner Zeit weit voraus. Die hydropneumatische Federung des Fahrzeugs gilt als technologischer Meilenstein der Automobilgeschichte. Weitaus augenfälliger ist aber das charakteristische Design. Es ist so spektakulär, dass die „Déesse“ („Göttin“) nicht nur in Gangsterfilmen aus den Fünfzigern auftaucht, sogar ab und zu auch noch in Musikvideos der Gegenwart zu sehen ist.
Bild: Kevin AbatoDe Lorean DMC-12
Zeitmaschine mal anders: In „Zurück in die Zukunft“ sorgt der Flux-Kompensator im 80er-Jahre-Flügeltürer DeLorean DMC-12 dafür, dass Michael J. Fox aus der Gegenwart in eine Kleinstadt der 50er-Jahre reist, dort ein Konzert à la Chuck Berry gibt und ganz nebenbei noch seine Eltern zusammenbringt. Der DMC-12 war das einzige Modell der DeLorean Company, er brachte es mit seinen sechs Zylindern auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 km/h.
Bild: S. FoskettMercedes 300 SL (Coupé)
Der Design-Traum mit den Flügeltüren gilt noch heute bei vielen Autoenthusiasten als schönstes Auto aller Zeiten. Im Jahr 1999 wurde er von der Fachzeitschrift Motor Klassik zum Sportwagen des Jahrhunderts gewählt. Für gut erhaltene Exemplare zahlen Sammler Unsummen. Der 300 SL kam bei 240 PS auf eine für die damalige Zeit (Baujahr 1954 bis 1957) unfassbare Höchstgeschwindigkeit von bis zu 260 km/h.
Bild: dpaRenault R4
O là là – mit dem R4 landete Renault ein Volltreffer. Er wurde seit Beginn der 1960er-Jahre über 30 Jahre lang gebaut und erlangte wie die Ente von Citroen auch durch seine Revolverschaltung Kultstatus unter den französischen Kleinwagen. Davon zeigten sich nicht nur junge Familien, sondern auch die Polizei begeistert: Sowohl die französische Gendarmerie als auch die spanische Guardia Civil machten den R4 zum Dienstfahrzeug.
Ford T
Das Modell T von Ford, Spitzname „Tin Lizzie“, war das erste am Fließband gebaute Auto und dürfte damit als wichtigster Meilenstein der US-Autoindustrie gelten. Bevor der VW Käfer es in den Siebzigern ablöste, war das T-Modell der meistverkaufte Wagen der Welt. Noch heute gilt die Entwicklung des Autopioniers Henry Ford als Urknall in Sachen Massenmotorisierung. Die äußerst puristische Ausstattung - das T-Modell der ersten Produktionsjahre hatte keine vorderen Türen – tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Sein Siegeszug führte Ford 1926 auch nach Deutschland.
2. Unnötige Ausstattung, teure Extras und komische Pakete
Lenkradheizung im Range Rover Evoque, gekühltes Handschuhfach im Hyundai i30, Rückenmassage und klimatisierter Stauraum im Citroen DS5, Warmhalte- und Kühlfunktion für Cupholder im Jeep Grand Cherokee, Warmluft-Nackenschal im Mercedes SLK-Roadster, Internet-Zugang während der Vollgas-Fahrt im BMW, stimmungsvolles Ambiente-Licht im Mini und 550 Watt-Surround-Klang aus 18 Hifi-Lautsprechern im Jaguar. Brauchen wir das wirklich?
Die Liste der teuren Extras, die uns die Industrie aufschwatzt, ließe sich fast beliebig fortsetzen: Licht- und Regen-Sensoren, selbstständiges Einparken des Autos, Spurwechselassistenten und Verkehrsschilderkennung, das sind Sonderausstattungen, die noch vor 30 Jahren kein Mensch gebraucht, geschweige denn mit tausenden von Euro extra bezahlt hätte.
Dass einige der technischen Neuerungen das Fahren sicherer machen, ist unbestritten und gut. Aber klar ist andererseits auch, dass die Industrie nur suggeriert, wir brauchten bestimmte Features im Auto, für die sie dann satte Aufpreise verlangt.
Ein VW Up beispielsweise, mit einem Grundpreis von 8.950 Euro lässt sich ohne große Anstrengung auf deutlich über 13.000 Euro bringen. Wer aber glaubt, für den Grundpreis auch Reserverad samt Wagenheber im Kofferraum zu finden, der irrt. Auch das kostet extra. Wir können uns aber an keinen Autofahrer erinnern, der sich jemals gewünscht hätte, dass das fünfte Rad entfällt.
Bild: VolkswagenPlatz 5: Volkswagen
Nur 5,4 Prozent der Befragten erleben VW-Fahrer als Drängler, Raser oder solche Fahrzeuglenker, die gerne dicht auffahren.
Viele Verkehrsteilnehmer schließen übrigens von der Autofarbe auf das Fahrverhalten. Bei einem schwarzen Auto haben 43, 5 Prozent der Befragten das ungute Gefühl, dass hinterm Steuer ein aggressiver Fahrer sitzt. 9,7 Prozent haben diese Einschätzung immerhin noch bei silbernen Fahrzeugen. Fahrer von PS-starken Autos werden allgemein als besonders bedrohlich wahrgenommen. Dazu zahlen...
Bild: PorschePlatz 4: Porsche
Die Modelle aus der Zuffenhausener Sportwagenschmiede sind zwar PS-stark, ihre Fahrer verhalten sich aber rücksichtsvoller als die manch anderer Modelle. Dieser Meinung waren zumindest die Befragten der ADAC-Studie. 8,7 Prozent gaben an, Porsche-Fahrer als bedrohlich wahrzunehmen. Ein vergleichsweise geringer Wert, schaut man auf die Plätze drei, zwei und eins.
Bild: obsPlatz 3: Audi
Der Fahrspaß scheint einigen Audi-Fahrern über die Rücksicht zu gehen. Das empfinden zumindest 25,9 Prozent der Befragten so. Die Liebhaber der Ingolstädter-Modelle wurden damit fast drei Mal öfter als "besonders bedrohlich" eingestuft als Porsche-Fahrer.
Bild: gmsPlatz 2: Mercedes
Fast ein Drittel der Befragten hatten ein ungutes Gefühl, wenn sie einen Mercedes im Rückspiegel sehen. 32,2 Prozent halten Mercedes-Lenker für rüpelhafter als Fahrer anderer Marken.
Bild: dapdPlatz 1: BMW
Fahrer der bayerischen Premiummarke fallen am unangenehmsten auf. Mehr als die Hälfte aller Befragten (50,6 Prozent) gab an, dass sie BMW-Fahrer als besonders aggressiv im Straßenverkehr erleben.
Platz 5: Volkswagen
Nur 5,4 Prozent der Befragten erleben VW-Fahrer als Drängler, Raser oder solche Fahrzeuglenker, die gerne dicht auffahren.
Viele Verkehrsteilnehmer schließen übrigens von der Autofarbe auf das Fahrverhalten. Bei einem schwarzen Auto haben 43, 5 Prozent der Befragten das ungute Gefühl, dass hinterm Steuer ein aggressiver Fahrer sitzt. 9,7 Prozent haben diese Einschätzung immerhin noch bei silbernen Fahrzeugen. Fahrer von PS-starken Autos werden allgemein als besonders bedrohlich wahrgenommen. Dazu zahlen...
Ein besonderes Ärgernis für viele Neuwagenkäufer sind die spezifischen Ausstattungspakete, die von den Herstellern geschnürt werden. Wenn es beispielsweise eine Klimaanlage nur in Kombination mit Leder-Vollausstattung gibt. Der Hersteller schützt sich dann üblicherweise mit dem Argument, viele andere Kunden würden genau diese Zusammenstellung wünschen, daher würde sie nur genau so zum Vorzugspreis angeboten.
Unter dem Titel ein Extra kommt selten allein, listete Auto Bild 2011 folgende Beispiele für abenteuerliche Paketlösungen auf: Abstandsradar im Toyota Prius gibts nur wenn man sich für eine 3.300 Euro teure Ausstattungslinie entscheidet und zudem Ledersitze für 1.700 Euro dazukauft.
Beim Audi A4 kann der Kunde für 565 Euro eine Sitzheizung bestellen. Jedoch muss er auch hier tiefer in die Tasche greifen und zusätzlich Ledersitze für 1.795 Euro, ein Lederlenkrad für 190 Euro und eine Mittelarmlehne vorn für ebenfalls 190 Euro bestellen.
Und manche Extras scheinen von bestimmten Motorisierungen abhängig zu sein. Beim Dacia Duster gibts das Sicherheitssystem ESP nur im großem Diesel-Modell 110 DCi, und nur, wenn man ein Lederlenkrad mitbestellt. Ähnlich der Renault Mégane. Ein Glasschiebedach kostet 900 Euro Aufpreis – allerdings nicht im Basis-Benziner, sondern nur in der 3.350 Euro teureren 110-PS-Variante.
Tipp für Käufer: Wer einen genauen Blick auf die Exportmodelle eines solchen Herstellers für andere europäische Märkte wirft, dem gehen teilweise die Augen über: Nicht nur, dass das Modell im Grundpreis deutlich billiger ist, die Ausstattungs-Kombinationen, die es angeblich für den deutschen Markt nicht gibt, sind hier zu bekommen. Wer seinen Wunsch realisieren will, dem bleibt aber nur der Weg zum Re-Importeur.
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Alle Kommentare lesen03.09.2012, 18:24 UhrAnonymer Benutzer:Derstahldoctor
tja das "unverzichtlich wichtige" Wirtschaftswachstum ist zu unserer neuen Religion geworden. Da müssen sich die Systemsklaven eben anpassen, und mehr Geld für mehr Unsinn der nicht Zufrieden macht ausgeben. Wer das Spiel etwas besser verstehen will, dem empfehle ich den Film Moving Forward auf Youtube. Ich lebe heute freier, glücklicher und Zufriedener. Jetzt habe ich endlich mehr Zeit da ich weniger Arbeiten muss und auch mehr Geld da ich es nicht mehr für den ganzen Blödsinn ausgeben muss der mir angeblich noch gefehlt hat. :-)
01.09.2012, 21:01 UhrAnonymer Benutzer:sagauchwas
völlig richtig
01.09.2012, 20:59 UhrAnonymer Benutzer:Ottavo
Bravo, dass sich die WiWo als Wirtschaftsblatt traut, auf diesen Unsinn hinzuweisen!
Üblicherweise sind es gerade Journalisten, die mir ständig suggerieren, dass ich ohne einen PS-Protz mit Lederausstattung, Xenonlicht und allem möglichen Schnick und Schnack, kein vollwertiger Mensch bin. Man bedankt sich halt gerne beim Sponsor, der einem den tollen Neuwagen zum ausgiebigen Testen zur Verfügung stellt. Sollte man später mal ein eigenes Auto erwerben müssen, winkt gewiss ein fabelhafter Preisnachlass. Und da ist ja auch noch das wichtige Anzeigengeschäft …...
Das gilt im Übrigen auch für viele Gazetten, denen eher Linkslastigkeit vorgeworfen wird.
Ich gebe zu, man kann sich diesem Quatsch leider nicht ganz entziehen – aber als Innenstadtbewohner einer Großstadt, helfen mir die Verhältnisse, auf dem Teppich zu bleiben.