Autobauer: Aufholjagd beim Hybridmotor

Autobauer: Aufholjagd beim Hybridmotor

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Luxuslimousine S400 BlueHybrid von Mercedes: Innovation bei den Batterien

Mercedes und BMW fordern die asiatischen Autohersteller mit einem sparsamen Hybridantrieb heraus.

Als Toyota vor elf Jahren sein erstes Hybridauto auf den Markt brachte, das einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb kombinierte, wurden die Japaner ausgelacht. Nicht nur, weil der Prius aussah wie eine Neuauflage des biederen Opel Kadett. Zu schwer, zu teuer, zu aufwendig und zudem ökologisch fragwürdig sei das Auto, hieß es bei deutschen Wettbewerbern. Statt den Hybridantrieb perfektionierten diese lieber den Dieselmotor. Das rächt sich heute. Die Japaner haben inzwischen etwa fünf Jahre Entwicklungsvorsprung vor den Wettbewerbern aus den USA und Europa. Die ersten neuen Hybridmodelle aus deutscher Produktion seit dem Lohner-Porsche von 1902 und dem Audi Duo von 1989 kommen 2009 auf den Markt – glänzen dafür aber mit einer Reihe von Innovationen.

Im Juni bringt beispielsweise Mercedes mit der Luxuslimousine S400 BlueHybrid erstmals ein Auto, das im Elektrobetrieb seine Kraft aus besonders leistungsfähigen Lithium-Ionen-Batterien bezieht. Angetrieben wird die S-Klasse von einem Sechszylinder-Benziner mit 279 PS, dem beim Anfahren und Beschleunigen ein Elektromotor mit 20 PS zur Seite springt. Im Schnitt begnügt sich das Fahrzeug so mit einem Kraftstoff-Verbrauch von 7,9 Liter Super. Geht der Fahrer vom Gas oder bremst er, wirkt der Elektromotor zudem als Generator und lädt die 35 Akkus unter der Motorhaube wieder auf.

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Bislang werden Hybridautos nur mit Nickel-Metallhydrid-Akkus ausgerüstet, weil Lithium-Ionen-Batterien zu empfindlich, zu teuer waren und eine zu kurze Lebensdauer hatten. Den Wettlauf um die erste serientaugliche Lithium-Ionen-Batterie für Autos gewann der Zulieferer Continental dank einer ungewöhnlichen internationalen Arbeitsteilung: Im Conti-Werk Nürnberg werden die Zellen für die S-Klasse zu einem Akku zusammengebaut und mit einer Leistungselektronik kombiniert.

Die Lithium-Ionen-Akkus wiederum kommen von dem deutsch-französisch-amerikanischen Konsortium Johnson-Controls-Saft aus dem südwestfranzösischen Nersac. Johnson Controls in Hannover entwickelte zudem das System, in das 25 Patente von Daimler eingeflossen sind. Ende des Jahres 2009 wird auch die Hybridversion des 7er-BMW von der Technik profitieren.

Noch früher am Markt sind allerdings die neuen Hybridautos von Toyota und Honda. Toyota bringt eine äußerlich und technisch überarbeitete Version des Mittelklassemodells Prius heraus. Im Gegensatz zu den Mild-Hybrid-Autos wie dem Mercedes S400, die nicht rein elektrisch fahren können, gleiten Vollhybride wie der Toyota Prius dank Elektroantrieb zumindest phasenweise lautlos und abgasfrei dahin.

Bisher reichte eine Akkuladung allenfalls für eine Fahrstrecke zwischen zwei und drei Kilometer. Künftig verspricht Toyota den Käufern der dritten Prius-Generation bis zu 30 Kilometer elektrisches Fahren. Gleichzeitig ist der Elektroantrieb leichter und effizienter geworden. Folge: Der Prius soll im Mischbetrieb mit 3,5 Liter Benzin auskommen. Auch auf der Autobahn, wo der Prius bisher deutlich schlechter abschnitt als ein Auto mit Dieselantrieb, soll der viertürige Wagen sparsamer sein.

Aber auch bei den Kosten gibt es Fortschritte. So soll der viertürige Honda Insight Hybrid, der im Frühjahr auf den Markt kommt, in der Basisversion mit 95 PS Benzin- und 20 PS Elektromotor mit 18 500 Euro in der Preisliste stehen. Zum Vergleich: Der Toyota Prius kostet heute mindestens 25 150 Euro. Mit dem neuen Honda könnte das Hybridauto massentauglich werden.

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