Autohersteller: Bill Gates engagiert sich im Motorenbau

Autohersteller: Bill Gates engagiert sich im Motorenbau

von Martin Seiwert

Der ehemalige Motorenchef von VW, der Österreicher Peter Hofbauer, kommt mit einem neuen Zweitakter auf den Markt, der dem klassischen Viertaktmotor, aber auch dem Elektroauto Konkurrenz machen soll. Zu Hofbauers Investoren zählt auch Microsoft-Gründer Bill Gates.

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Bill Gates

Hofbauer ist Gründer, Technikvorstand und Aufsichtsratschef des Autozulieferers Ecomotors in Detroit. Er war zehn Jahre lang Chef der VW-Motorenentwicklung. In dieser Zeit erfand er den ersten VW-Dieselmotor und den TDI-Motor.

Ecomotors hat den Zweitaktmotor Opoc vor wenigen Wochen an einen der weltweit führenden Lkw- und Motorenhersteller verkauft. Damit steht der extrem sparsame und zugleich kostengünstige Motor vor dem Durchbruch. Ecomotors und der Lkw-Konzern haben Verträge unterzeichnet, in denen sich der Lkw-Hersteller bereit erklärt, den Opoc-Dieselmotor zur Serienreife weiterzuentwickeln und ihn in seine mittleren und schweren Lkw einzubauen. Der Abschluss soll in einigen Tagen unter dem Beisein eines Vertreters der US-Regierung bekannt gegeben werden. Die WirtschaftsWoche kennt den Hersteller, hat jedoch Stillschweigen zugesichert.

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Microsoft-Gründer Bill Gates und der Gründer des IT-Konzerns Sun Microsystems, Vinod Khosla, sind im Sommer mit 23,5 Millionen Dollar bei Ecomotors eingestiegen. „Ecomotors“, sagt Gates, „hat eine Technologie gefunden, die das Klima schützt und dabei bezahlbar ist, eine Technik von globaler Bedeutung.“ Zahlreiche große Autokonzerne haben nach Recherchen der WirtschaftsWoche Interesse am Opoc-Motor angemeldet und befinden sich in Gesprächen mit Ecomotors.

Der Opoc-Motor ist um die Hälfte leichter und kleiner sowie um 15 bis 54 Prozent sparsamer als ein traditioneller Viertakter. Die Schadstoffmengen im Abgas und der Ölverbrauch – bislang Schwachpunkte des Zweitakters – sind nicht höher als beim Viertakter. Hinzu kommt: Das neuartige Aggregat ist rund ein Fünftel günstiger als herkömmliche Motoren.

Der Opoc-Motor wird mit Benzin, Diesel oder Gas betrieben und kann in sämtlichen Leistungsstärken, von 10 bis 600 PS, gefertigt werden. Damit eignet er sich für Kleinwagen ebenso wie für Lkw. Durch seine hohe Effizienz könnte er auch Hybrid- und Elektroautos Konkurrenz machen. Im vergangnen Jahr stellte die EADS-Tochter Eurocopter einen neuen Hybrid-Helikopter vor, der 30 bis 50 Prozent weniger Treibstoff benötigt, weil er mit dem Opoc-Motor von Ecomotors betrieben wird.

Das erste Fahrzeug mit Opoc-Motor wird nach Angaben Hofbauers bereits 2012 in China gebaut. Der chinesische Autozulieferer Zhongding will 2013 mit der Serienproduktion eines Opoc-Lkw-Motors beginnen. Danach soll eine Fertigung für 600.000 Pkw-Motoren pro Jahr in Betrieb gehen. Zhongding unterzeichnete im Mai Rahmenverträge für die Entwicklung der Motoren. Der Zulieferer plant ein Opoc-Forschungszentrum in Shanghai, wo einige Hundert Techniker den Motor für den Alltagseinsatz fit machen sollen.

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