Bergbau: Synthesegas aus Kohle

Bergbau: Synthesegas aus Kohle

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Stückkohle aus Bergwerkförderung: Bald nur noch als Synthesegas?

Forscher wollen Kohle in Synthesegas verwandeln. Noch mindestens 24 Milliarden Tonnen Steinkohle schlummern nämlich in Deutschlands Untergrund.

In Deutschlands Untergrund schlummern noch mindestens 24 Milliarden Tonnen Steinkohle. Nach den derzeitigen Plänen sollen bis zum endgültigen Ausstieg aus dem Kohlebergbau im Jahr 2018 nur noch ein paar Prozent davon gefördert werden. Der scheidende Evonik-Chef Werner Müller, zurzeit des Beschlusses 2007 noch Chef der Kohle-Bergbaugesellschaft RAG in Herne, konnte sich mit seinen Plänen für den Bau einer neuen Zeche zur Förderung von Kokskohle damals nicht durchsetzen. Dass es eine Renaissance des deutschen Steinkohlebergbaus mit klassischer Technik gibt, scheint seither ausgeschlossen zu sein.

Trotzdem könnte die heimische Steinkohle in einigen Jahren wieder entscheidend zur Energieversorgung beitragen, selbst in Tiefen, die sich bergmännisch nicht erschließen lassen. Forscher der Technischen Hochschule Aachen haben die Arbeiten an einem bereits in den Siebzigerjahren entwickelten Verfahren wieder aufgenommen, Kohle unter Tage in ein Synthesegas zu verwandeln. Kohlendioxid, das wesentlich zur Klimaerwärmung beiträgt, soll bei dem Prozess nicht in die Luft gelangen.

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Synthesegas zur Stromerzeugung

Die Wissenschaftler untersuchen mit dem Essener Bergbaudienstleister DMT die Möglichkeit, es an Ort und Stelle abzutrennen und wieder in den Untergrund zu pressen. Es geht darum, ein Verfahren zu finden, das einen sicheren langfristigen Einschluss ermöglicht. Zunächst geht es um Modellrechnungen, für die 300.000 Euro zur Verfügung stehen.

Die Vergasungstechnik selbst ist im Prinzip schon praxisreif. Über Bohrungen wird ein Sauerstoff-Wasserdampf-Gemisch in das Flöz gepresst. Die Kohle entzündet sich dabei. Es entstehen Kohlendioxid und – durch Reaktion mit dem Wasserstoff des Dampfs – Synthesegas. Beide Gase werden durch eine zweite Bohrung abgesaugt und getrennt. Das Synthesegas, das aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff besteht, kann zur Stromerzeugung verbrannt, in hochwertige Kraftstoffe, in Chemieprodukte und sogar in Wasserstoff für den Betrieb von Brennstoffzellen umgewandelt werden.

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