Betriebssystem: Microsoft lüftet Geheimnis um Vista-Nachfolger Windows 7

Betriebssystem: Microsoft lüftet Geheimnis um Vista-Nachfolger Windows 7

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Screen des neuen Windows 7

Der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft hat erstmals einen Blick auf sein neues PC-Betriebssystem Windows 7 freigegeben. Der Nachfolger von Windows Vista soll vor allem schneller und übersichtlicher werden, versprach der US-Konzern bei der Vorstellung einer noch vorläufigen Version auf einer Entwicklerkonferenz gestern in Los Angeles.

Der Marktstart wird spätestens für Anfang 2010 erwartet. Im Kampf gegen kostenlose Web-Angebote des Internet-Rivalen Google kündigte Microsoft zudem umfassende Online-Versionen seines Bürosoftware-Pakets Office an. Einstiegsvarianten sollen ebenfalls kostenlos sein. Mit den Neuheiten bei Windows und Office geht Microsoft angesichts des zunehmenden Konkurrenzdrucks bei zwei seiner wesentlichen Gewinnbringer in die Offensive. Das Betriebssystem ist das Herzstück der Software auf einem Computer. Microsoft dominiert den Markt mit Windows zu mehr als 90 Prozent. Starker Wettbewerber ist der US-Hersteller Apple mit seinen Mac-Rechnern, die zuletzt beim Marktanteil zulegten. Das neue Windows 7 soll den PC noch enger mit dem Internet und dem Handy verbinden. „Zusammen sind sie viel mehr wert als allein“, sagte Microsofts Software-Chefarchitekt Ray Ozzie. „Wir holen das Beste aus dem Web zu Windows und bringen das Beste aus Windows ins Netz.“

Zudem soll Windows 7 im Vergleich zu Vista leichter bedienbar werden. Die Nutzer sollen auch mehr selbst entscheiden und individuell gestalten können sowie weniger Rückfragen des Systems erhalten, die von vielen bei Vista als störend empfunden werden. Die Windows-Familie für PCs, Server und Handys ist für Microsoft eine der wichtigsten Ertragssäulen. Das vor knapp zwei Jahren gestartete Vista erfüllte bislang die Erwartungen nicht und musste viel Kritik einstecken. Zahlreiche Kunden blieben bei einer früheren Windows-Version und warten nun auf Windows 7.

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Experten sprachen nach ersten Eindrücken bei Windows 7 von einer deutlichen Überarbeitung von Vista, die viele Anwendungen leichter und weniger fehleranfällig mache. Allerdings sei das Betriebssystem nicht umfassend neu, sondern wie erwartet eine Weiterentwicklung. Die Microsoft-Aktie reagierte gestern etwa wie der gesamte US-Handel mit Gewinnen.

Künftig keine Installation auf Computer nötig

Microsoft setzt mit den Neuheiten den aktuellen Strategieschwenk fort: Anstelle des einzelnen PCs und darauf installierter Software stehen immer mehr das Web und verschiedene Online-Services im Mittelpunkt. Deshalb bringt der Konzern auch seine ebenfalls sehr ertragreichen Office-Anwendungen etwa für Texte (Word) und Tabellen (Excel) ins Netz. Die Umsätze sind unter anderem durch Googles kostenlose Angebote (Google Apps) in Gefahr. Auch Microsoft will Einstiegsversionen frei oder werbefinanziert anbieten - noch offen ist, wie stark abgespeckt diese sein werden. Das Angebot wird erst 2009 starten.

Nutzer müssen die Büro-Software künftig nicht mehr auf ihrem Computer installiert haben. Sie können Dokumente einfach via Internet-Browser erstellen und bearbeiten. Bisher standen diese Microsoft-Programme online nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Windows 7 werde auch flotter sein als Vista und weniger Ressourcen des Computers fressen, versprach Entwicklungschef Steven Sinofsky. So geht der Boom der sogenannten Netbooks bisher weitgehend an Vista vorbei, weil es für die abgespeckten Mini-Laptops zu schwerfällig ist.

Für Anfang nächsten Jahres kündigte Microsoft eine komplette Beta-Version des neuen Betriebssystems Windows 7 an. Mit solchen Vorab-Versionen holen sich Software-Hersteller das Feedback von möglichst vielen Testern ein, ehe das endgültige Programm auf den Markt kommt. In der Branche wird je nach Verlauf der Tests auch ein Start bereits Ende 2009 nicht ausgeschlossen.

Erst am Montag hatte Microsoft im Zuge der Web-Offensive ein neues Betriebssystem mit dem Namen Windows Azure für das Internet vorgestellt. Unternehmen sollen dadurch künftig Microsoft-Produkte über das Web nutzen und große Rechneranlagen an den US-Konzern auslagern können. Bei Microsofts Entwicklerkonferenz PDC (Professional Developers Conference) informieren sich rund 6500 Programmierer und Kunden noch bis Donnerstag über die neuesten Entwicklungen des US-Konzerns.

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