Bildverbesserung: Digitale 3-D-Bildumwandlung mit Kinderkrankheiten

Bildverbesserung: Digitale 3-D-Bildumwandlung mit Kinderkrankheiten

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Frau betrachtet auf einer Messe einen 3D-Film

von Thomas Kuhn

Computer und Fernseher sollen normale Videos und Fotos in 3-D-Bilder umrechnen – doch das hat mitunter sonderbare Folgen.

Besitzer von Stereoanlagen und MP3-Spielern kennen den Effekt seit Jahren: Obwohl nur zwei kleine Boxen im Wohnzimmer stehen oder winzige Stöpsel in den Ohren stecken, können sie Konzerte hören, als säßen sie mitten im Orchester. Der Klang kommt von allen Seiten, Hall inklusive. Doch das ist nichts anderes als Illusion, technisch erzeugt durch spezielle Raumklang-Software wie etwa Dolby Surround. Bei den meisten Geräten lässt sich die Funktion, die selbst Mono-Sound neue Fülle verleiht, per Knopfdruck aktivieren.

Nun sollen derlei elektronische Kunstgriffe auch in der Videowelt für Furore sorgen. Gestützt auf psychologische Erkenntnisse, wie Menschen Bilder wahrnehmen, sowie Analysen der cineastischen Bildgestaltung haben Experten aus Forschungsinstituten und Industrie komplexe Algorithmen entwickelt. Mit deren Hilfe wollen Hersteller wie Panasonic, Sony oder Toshiba zweidimensionalen Fotos oder Videos eine räumliche Anmutung verleihen, wenn sie auf ihren 3-D-Bildschirmen angezeigt werden.

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Schon jetzt analysiert Software in Flachbildfernsehern TV-Bilder, aber auch DVD- und Blu-ray-Videos vor der Wiedergabe. Dank schneller Bildprozessoren können die Monitore so verwaschene Details nachziehen, Treppchenmuster an Kanten glätten, Farben aufpeppen, ruckelnde Laufschriften flüssig dahingleiten lassen oder Unschärfen ausgleichen.

Software spielt verrückt

Nicht anders arbeiten die Hersteller bei der Simulation der dritten Dimension, wenn der Fernseher die beiden leicht versetzten Einzelbilder für das Linke und rechte Auge erzeugt: In Sekundenbruchteilen wertet die Software die Videobilder aus, vergleicht Fokus, Schärfentiefe, Bewegungen und Perspektiven. Anhand des schärfsten oder sich am wenigsten verändernden Bildbereiches versucht sie, wichtige Inhalte zu identifizieren. Sie kommen in den Mittelpunkt des räumlichen Bildes. Größere, oft unscharfe Bildinhalte positioniert die Software im Vordergrund, kleinere, langsamere dagegen rechnet sie virtuell in den Hintergrund.

Nicht immer klappt das fehlerfrei. Bei schnellen Schnitten, ungewöhnlichen Perspektiven oder wechselndem Fokus spielt die Software verrückt. Dann schwebt etwa ein eben noch räumlich hinter dem Hauptdarsteller positionierter Tisch unvermittelt vor dem Fernseher.

Doch das muss nicht so bleiben. Die simulierten 3-D-Bilder stehen ganz am Anfang. Auch die ersten Algorithmen zur Optimierung normaler 2-D-TV-Bilder und -Videos waren nur ein müder Vorge-schmack auf die Qualitätssprünge, die aktuelle Bildverbesserungssoftware selbst schlechten TV-Bildern inzwischen auf den Flachbildriesen verleihen kann.

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