Blackberry DTEK50 im Test: Android wird endlich erwachsen

Blackberry DTEK50 im Test: Android wird endlich erwachsen

, aktualisiert 24. August 2016, 11:00 Uhr
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Was die technische Ausrüstung betrifft, kann das DTEK50 nicht mit den Flaggschiffen der Branche mithalten. Aber es spielt auch in einer anderen Preisklasse.

von Lukas BayQuelle:Handelsblatt Online

Mit dem DTEK50 plant Blackberry den Angriff auf den Smartphone-Massenmarkt. Die tollkühne Mission: Googles erfolgreiches Betriebssystem Android soll sicherer gemacht werden. Kann das gelingen?

DüsseldorfWer ein Blackberry kauft, der war schon immer etwas reifer als die Besitzer anderer Mobiltelefone. Die schwarzen Mobiltelefone mit der berühmten Tastatur sind seit ihrer Erfindung vor allem Arbeitsgeräte, kein Spielzeug. Leider verschanzte der Hersteller sich so lange hinter dieser Attitüde, bis selbst die strengsten Manager auf oft die so viel schöneren Smartphones umstiegen.

Für Blackberry nahm die Geschichte einen schwierigen Lauf: Irgendwann nach der Einführung des iPhone brachen die Verkaufszahlen ein, auch ein neues Betriebssystem überzeugte die Nutzer nicht mehr. Es fehlte an attraktiven Apps, um Manager und andere Fans der Schwarzbeere zu überzeugen. Heute liegt der Marktanteil von Blackberry bei weniger als einem Prozent.

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Im vergangenen Jahr startete der Konzern einen Neuanfang: Mit dem Priv brachte er sein erstes Smartphone mit Android auf den Markt – es sollte Produktivität und Sicherheit mit dem großen Angebot an Medien und Apps der Android-Plattform verbinden. Nun soll das DTEK50 der zweite Versuch sein, wieder Anschluss zu finden. Die Marketing-Kampagne protzt mit einem großen Versprechen: Das DTEK50 sei „das sicherste Android Smartphone“.

Auf eine physische Tastatur hat der Hersteller verzichtet, äußerlich erinnert nur das dezente Blackberry-Logo auf dem Rücken an den Hersteller. Optisch hat man ohnehin nicht zu dick aufgetragen. Der jüngste Spross der Blackberry-Familie, der für 339 Euro in den Handel kommen soll, wirkt genauso unauffällig und dezent wie alle seine Vorgänger.

Die Rückseite besteht aus angerautem, hellgrauem Plastik. Das ist funktional, geradezu abwaschbar (Vorsicht: wasserdicht ist es nicht). Vorne glänzt ein 5,2 Zoll-Full-HD-Display mit Gorillaglas, und wie ein Herzschlag blinkt ein fahlweißes LED. Insgesamt wirkt das DTEK50 optisch gelungen, aber vor allem zweckmäßig. Schließlich hat man gar nicht Anspruch, hier eine Designikone zu schaffen, sondern verlässt sich auf ein Merkmal, das man traditionell mit Blackberry, aber nicht mit einem Android-Handy verbinden: Seriosität.

Dafür gibt man auch ein bisschen der eigenen Identität auf. Statt auf das hauseigene Blackberry OS setzt man nun auf Googles Android, das Allerweltssystem, das Blackberry mit seinen Entwicklern aber sicherer machen will als bisher. Gerade für Firmenkunden ist das ein wichtiger Punkt.


Arbeit und Privatleben werden feinsäuberlich getrennt

Das beginnt beim Sicherheitscheck DTEK, der schon im seltsamen Namen des Smartphones auftaucht. Der prüft automatisch die Privatsphäre-Einstellungen – und empfiehlt im Zweifel Verbesserungen. Die Daten werden verschlüsselt.

Und auch die Android-Variante wurde, so verspricht es der Hersteller genau mit Blackberry abgestimmt und ab Werk sicher gemacht. Geht das Handy verloren oder wird geklaut, können die Daten gelöscht werden. Passwörter lassen sich – ebenfalls gut verschlüsselt – an einem zentralen Ort speichern und abrufen. Zudem liefert Blackberry regelmäßig Sicherheitsupdates aus. Die Quadrooter getauften Schwachstellen, die kürzlich bekannt wurden, hat der Hersteller beispielsweise bereits alle geschlossen.

Sogar der Datendurst der Apps wird mit dem Smartphone genau protokolliert. Greift Whatsapp auf den Standort zu, lässt sich das mit dem DTEK50 nachvollziehen. Im Zweifel warnt es sogar, wenn beispielsweise das Mikrofon ohne das Wissen des Nutzers eingeschaltet wird.

Weil Arbeit und Privatleben auch auf dem Smartphone getrennt werden, können Arbeitgeber das Blackberry als Diensthandy so einzurichten, dass geschäftliche Geheimnisse geschützt werden – ohne dafür in den privaten Nachrichten der Mitarbeiter mitlesen zu müssen. All das soll auch Android zur seriösen Alternative machen. Und ja, auch das DTEK50 soll ein Arbeitsgerät bleiben.

Dabei hilft auch eine eigene, digitale Tastatur, die individuell vorausahnt, welche Worte man wohl zu tippen gedenkt.

Darüber hinaus hat der Hersteller ein paar Features verbaut, die das lästigen Wechseln zwischen den verschiedenen Kommunikationskanälen einfacher macht. E-Mails, Kalendereinträge, Facebook- und WhatsApp-Nachrichten, Twitteraktivitäten laufen im Blackberry-Hub zusammen und lassen sich dort einfach ordnen. Das erspart den Ausflug in den Tab-Dschungel – ist allerdings gerade am Anfang auch nicht sonderlich übersichtlich. Wie an einem Schreibtisch muss man hier erst seine eigene Ordnung finden.

An der Seite des Smartphones hat der Hersteller eine Komforttaste verbaut, mit der die am häufigsten verwendeten Apps mit einem Knopfdruck aufgerufen werden können. Auch das spart lästige Sucherei auf dem Smartphone, allerdings nicht im Standby-Modus.


Mit diesem Smartphone fängt man keine Pokemon

Was die technische Ausrüstung betrifft, kann das DTEK50 zwar nicht mit den Flaggschiffen der Branche von Apple und Samsung mithalten. Aber es spielt ja auch in einer anderen Preisklasse. Mit seinen Spezifikationen ist der Blackberry-Spross so etwas wie der seriöse Zwilling des Alcatel Idol 4. Ein Achtkern-Prozessor (Qualcomm Snapdragon 617) sorgt dafür, dass man ohne größere Ruckler über das Smartphone steuern kann, auch wenn das Laden hin und wieder mal seine Zeit braucht. Der Arbeitsspeicher ist mit drei Gigabyte recht ordentlich. Auch der Akku reicht für einen gewöhnlichen Arbeitstag – aber auch nicht viel länger.

Leider fällt der lokale Speicherplatz mit 16 Gigabyte etwas dürftig aus. Wer mehr Platz für Musik, Videos und Fotos braucht, kann per Micro-SD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitern.

Denn auch die Kamera ist für den Urlaub gerüstet. 13 Megapixel auf der Rückseite und 8 Megapixel auf der Vorderseite reicht für alle gängigen Anwendungen. Kleine Spielereien wie Filter und Panorama-Selfies dürften der Zielgruppe am Ende egal sein. Mit diesem Smartphone geht ohnehin niemand auf Pokémon-Jagd. Schließlich sind Blackberry-Käufer ja erwachsen.

Fazit: Nische für Seriosität

Das Blackberry DTEK50 macht einen sehr seriösen Eindruck und ist insbesondere als Diensthandy bestens geeignet, weil auch der Preis mit 339 Euro nicht allzu hoch ausfällt. Das könnte im weiten Smartphone-Markt tatsächlich eine Nische sein, die kein anderen Anbieter so konsequent verfolgt wie Blackberry. Was die Leistungsdaten betrifft, hinkt man der starken Konkurrenz hinterher.

Quelle:  Handelsblatt Online
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