Branchenüberblick: Einträgliche Geschäfte für Anbieter von Sicherheitstechnik

Branchenüberblick: Einträgliche Geschäfte für Anbieter von Sicherheitstechnik

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Mini-Überwachungskamera: Mit Sicherheit lässt sich gut verdienen

Mit Sicherheit lässt sich gut verdienen. Viele Hersteller punkten mit Video- oder Alarmtechnik. Auch Abhörgeräte sind gefragt.

Es ist ein Geschäft im Verborgenen. Wenn im Oktober in Essen die Sicherheits-Messe Security öffnet, dann steht der Publikumsrenner nicht im offiziellen Programm. Von „Kriminaltechnik“ ist da die Rede, von „Einzelgeräten der elektronischen Sicherheitstechnik“ oder „Überwachungseinrichtungen“. Nur Abhörgeräte gibt es nicht auf der Liste – dabei ziehen die das größte Publikum an. Aber die Publikumsmagneten sind offiziell die Schmuddelkinder einer Boom-Branche.

Die Zahl der Schnüffler wächst – und der Absatz der elektronischen Helferlein auch. Um vier Prozent legt das Horch-, Späh- und Wachgeschäft dieses Jahr zu, schätzt der Zentralverband Elektrotechnik (ZVEI). Kontrollfreaks und Angsthasen bescheren der Sicherheitsindustrie einen Milliardenmarkt. Vor allem in Unternehmen steigt der Bedarf. Wachdienste, Videokontrollanlagen oder schlichte Brandmelder – das Geschäft wächst in allen Bereichen. Auch schon mal im Halblegalen, wie Spitzelskandale bei Lidl oder Telekom zeigen. Darüber freilich mag niemand so richtig reden. „Damit haben wir nichts zu tun“, bügelt eine ZVEI-Sprecherin etwa die Frage nach Abhörtechnik ab.

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Auskunftsfreudiger sind Frank Yazdani und Jürgen Steimer. „Schauen Sie sich alles an, dann helfe ich gerne weiter“, sagt Steimer. Er und sein Kompagnon betreiben in Stuttgart einen Spionladen, der Schnüfflerherzen ordentlich pochen lässt. Mit den Worten „unglaublicher Raumklang“ wird eine fast 900 Euro teure Wanze ganz so beworben wie im Elektromarkt eine Stereoanlage. Streichholzgroße Mikrosender sind hier zu haben, Stahlbeton durchdringende Horchgeräte und Lausch-Software, mit der sich Handys zu Wanzen umrüsten lassen.

Ab ins Ausland, heißt es für die meisten Elektro-Horcher. Viele Geräte sind in Deutschland für Privatanwender verboten und werden nur exportiert. Was der Kunde dort macht, ob er sie etwa reimportiert, muss der Händler nicht überprüfen. Der Kundenkreis ist groß: Unternehmen, die Mitarbeiter oder Konkurrenz bespitzeln, misstrauische Paare oder zerstrittene Nachbarn. Yazdani und Steimer erzählen gerne, nur an einem Punkt sind sie wortkarg: „Hersteller verraten wir nicht.“

Auf Nummer sicher

Tabellen zum Umsatz der Sicherheitstechnik in Deutschland (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Schweigen ist Gold im Club der deutschen Wanzen-Produzenten. Eine Handvoll Großer soll es geben, dazu zig Privatbastler. Eine Million Elektro-Lauscher sind in Deutschland in Privatbesitz, schätzt der Verfassungsschutz. Freilich sind nicht alle von ihnen aus deutscher Produktion. Vieles kommt aus China, Taiwan oder Israel. Die deutsche Sicherheitstechnik-Industrie konzentriert sich auf die legalen Systeme. Schließlich lässt sich damit genug verdienen. Vor allem das Geschäft mit der Videoüberwachung läuft gut.

Technik hin oder her, auch der älteste Zweig der Spitzel-Branche wächst. Über 1500 Detektiv-Kanzleien eifern professionell Sherlock Holmes und Co. nach. Ein Boom, der auch durch die jüngsten Spitzel-Skandale ungebrochen ist.

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