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Brennstoffzelle: Antrieb der Zukunft

von franz.rother@wiwo.de

General Motors präsentiert auf der Shanghai Motorshow ein Brennstoffzellenauto der fünften Generation, das gut 500 Kilometer vollkommen emissionsfrei fahren kann. An eine Serienfertigung des Chevrolet Volt ist aber noch lange nicht zu denken. Und über die Kosten schweigt der Autohersteller.

Rick Wagoner, der Vorstandchef des weltgrößten Automobilherstellers General Motors, ist ganz sicher: Die Zukunft gehört dem Elektroauto. Im Januar präsentierte er auf der Detroit Motor Show mit dem Chevrolet Volt den Prototypen eines Hybridfahrzeugs, das angetrieben von einem 161 PS starken Elektromotor bis zu 60 Kilometer weit völlig emissionsfrei fahren soll. Nun legt GM nach: Auf der Shanghai Motorshow hatte heute eine Variante des Volt mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb Weltpremiere. Versehen mit der Brennstoffzellen-Antriebstechnologie der fünften Generation von GM sowie einer Lithium-Ionen-Batterie könnte das Fahrzeug theoretisch bis zu 480 Kilometern weit benzin- und emissionslos fahren. Beim Laden der Fahrzeugbatterie an einer Steckdose steigt die Reichweite des Elektroautos sogar um über 500 Kilometer. Wie schon der Volt der ersten Generation baut das in Shanghai gezeigte Fahrzeug auf dem sogenannten E-Flex-System von General Motors auf -- eine flexible, vollelektrische Fahrzeugarchitektur, die darauf ausgelegt ist, mit Strom aus unterschiedlichen Quellen betrieben zu werden. „Der Reiz unserer E-Flex-Strategie liegt darin, dass wir verschiedene Antriebssysteme in der gleichen Fahrzeugarchitektur unterbringen können, je nachdem, welche Energie lokal verfügbar ist”, sagte Larry Burns, Vizepräsident Forschung und Entwicklung sowie Strategische Planung bei General Motors. „E-Flex sorgt für Flexibilität in doppelter Hinsicht: bezüglich des verwendeten Antriebssystems und bezüglich der Energiequellen. Wir können Wasserstoff oder Elektrizität entweder aus einer Vielzahl erneuerbarer Quellen - wie Wind, Sonne, Geothermik, Wasser oder Biokraftstoff – gewinnen, oder auch aus traditionellen Quellen wie Erdgas, Kohle, Atomkraft und sogar Benzin.” So innovativ wie das technische Rückrat des Volt ist das Herz des Elektroautos: Das Brennstoffzellensystem der fünften Generation ist nur halb so groß wie das System im Vorgängermodell – aber genauso leistungsstark. Seine Reichweite beträgt damit 120 Kilometer pro Kilogramm Treibstoff. Damit, heißt es bei GM, hat die Brennstoffzellentechnologie das Potenzial, um zu einer echten Alternative für Autos mit Verbrennungsmotor zu werden. „Angesichts der erzielten Fortschritte wächst unsere Zuversicht, dass unsere Brennstoffzellentechnik auf dem Automobilmarkt wettbewerbsfähig sein wird”, sagte Burns. „Aber bevor es zu einer weiten Verbreitung dieser Technik kommen kann, müssen die Regierungen, Energielieferanten und Infrastruktur-Unternehmen weltweit mit GM und der Autoindustrie zusammenarbeiten, um den Markt für Brennstoffzellenfahrzeuge und den Energieträger Wasserstoff zu entwickeln.” Aber bis zur Markteinführung ist es noch ein Weilchen hin: Frühestens 2015 werden die ersten Serienfahrzeuge mit einem Brennstoffzellenantrieb auf dem Markt erwartet. Zur Effizienz des Chevrolet Volt tragen auch eine Reihe von technischen Fortschritten und die Verwendung leichter Materialien bei. so benötigt die komplette Brennstoffzellen-Antriebstechnik nicht mehr Platz als ein Vierzylinder mit Automatikgetriebe. Durch den Einsatz formgepresster Kunststoffteile des Herstellers GE konnte bei Komponenten wie Kotflügeln, Fenstern, Instrumententafel und Lenkrad eine Gewichtsreduzierung von zwischen 30 und 50 Prozent gegenüber entsprechenden Teilen aus herkömmlichen Materialien erreicht werden. GM-Radnabenmotoren der dritten Generation an der Hinterachse übertragen beim Volt die Kraft auf die Straße und sorgen für ein kraftvolles Drehmoment. Über die Kosten der Technik schweigt sich GM allerdings aus.

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