Bücher: Warum sich die Verlage über Googles E-Book-Offensive freuen

Bücher: Warum sich die Verlage über Googles E-Book-Offensive freuen

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Google-Logo mit Buch

von Thomas Stölzel

Die E-Book-Offensive des Suchmaschinen-Riesen dürfte die meisten Buchverlage erfreuen. Das Nachsehen hat vor allem Apple.

Als sich Google-Manager Chris Palma am vergangenen Dienstag in New York mit Buchverlegern traf, hatte er eine Nachricht im Gepäck, die die Branche verändern wird: Der Suchmaschinen-Riese will im Sommer einen Online-Shop für elektronische Bücher eröffnen. Das allein klingt zwar nicht besonders innovativ. Denn Google ist nicht das erste Unternehmen, das solch eine Plattform einrichtet. Neben E-Book-Pionier Amazon, dessen Lesegerät Kindle die Welle ausgelöst hat, mischen in dem Markt mittlerweile auch der Computerbauer Apple und die US-Buchladenkette Barnes & Noble sowie viele kleine Anbieter mit.

Entscheidender Vorteil gegenüber Apple

In Deutschland offerieren schon die Buchhandelsketten Thalia und Hugendubel, das Berliner Startup Txtr und der Online-Händler Libri E-Books. Aber mit Googles Offensive beginnt eine neue Phase: Wer das Angebot des Suchmaschinen-Konzerns nutzen will, benötigt dafür kein spezielles Lesegerät. Googles E-Books sollen auf unterschiedlichen Internet-Geräten lesbar sein. Ein entscheidender Vorteil gegenüber Apple. Mit dem Kindle von Amazon etwa kann man das E-Book-Angebot von Apple nicht nutzen. Hinzu kommt: Der Eintritt von Google in den jungen E-Book-Markt verschärft den Wettbewerb dort erheblich.

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Dass klassische Buchhändler die E-Books sehr ernst nehmen, beweist der Schritt der Barnes & Noble-Eigner, im März den E-Book-Chef der Kette kurzerhand an die Konzernspitze zu befördern. Das Unternehmen ist mit 800 Läden immerhin der größte Buchhändler der USA. Doch vor allem für Apple dürfte die Google-Edition ein Schuss vor den Bug sein, steigt der Computerbauer doch mit seinem iBooks-Store selbst gerade in das Geschäft ein. Google wird es sich nicht nehmen lassen, für Apples Tablet-Rechner iPad eine E-Book-Software anzubieten.

Verlage freuen sich über Wettbewerb

Auch andere Buchhändler wie Amazon haben schon angekündigt, eine Software zu entwickeln, die auf dem iPad funktioniert. Damit ist ausgeschlossen, dass Apple im Buchmarkt eine ähnliche Dominanz erreicht wie im Musikvertrieb, wo der iTunes-Music-Store erfolgreicher ist als die großen Musikkonzerne, die sich lange gegen den Verkauf von Musik im Internet gewehrt hatten.

Über den Wettbewerb bei E-Books freuen sich vor allem die Verlage, können sie die Portalbetreiber doch besser gegeneinander ausspielen, um deren Preise zu drücken. Zurzeit kassieren Apple und Amazon 30 Prozent vom Verkaufspreis eines E-Books. Die Druck- und Vertriebskosten für Papierbücher sind oft höher. Sinkende Portalpreise würden E-Books somit noch lukrativer machen.

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