Burda gewinnt Mozilla: Firefox-Entwickler beteiligt sich an Burdas Browser Cliqz

Burda gewinnt Mozilla: Firefox-Entwickler beteiligt sich an Burdas Browser Cliqz

, aktualisiert 23. August 2016, 14:40 Uhr
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Mozilla beteiligt sich mit rund zehn Prozent an Cliqz.

von Catrin BialekQuelle:Handelsblatt Online

Kürzlich brachte das Medienhaus Burda den Internetbrowser Cliqz an den Start, der anonymes Surfen im Netz erlaubt. Nun hat das Unternehmen mit Mozilla einen Investor und Technologiepartner für das Projekt gewonnen.

DüsseldorfDas Münchener Medienhaus Burda will mit seinem eigenen Browser Cliqz das Internet revolutionieren. Ein großes Versprechen. Der Internetbrowser hat eine Suchmaschine integriert, die unabhängig von dem amerikanischen Suchmaschinenriesen Google funktionieren soll. Cliqz verspricht seinen Nutzern anonymes Surfen über die Webseiten. Nun hat Burda einen gewichtigen Partner für das Vorzeigeprojekt gewonnen: den US-Konzern Mozilla. Der Entwickler des Internetbrowsers Firefox beteiligt sich mit rund zehn Prozent an Cliqz. Über die finanzielle Höhe der Investition gab es keine Angaben.

Für Cliqz-Gründer Jean-Paul Schmetz ist dies ein großer Gewinn: „Mozilla ist ein idealer Partner für Cliqz. Beide Unternehmen vereint der Glaube an ein offenes Internet, in dem die Menschen die Kontrolle über ihre Daten haben. Wir sind stolz darauf, unsere Kernkompetenzen Datenschutz- und Suchmaschinentechnologien in die Mozilla-Welt einbringen zu können.“

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Firefox und Cliqz sind auf technischer Ebene bereits miteinander verwoben. Burda hat Cliqz Mitte 2015 als Firefox-Erweiterung gestartet. Im vergangenen März hat das Start-up seinen eigenen Internetbrowser mit Suchfunktion vorgestellt. Knapp 100 Cliqz-Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren die Software entwickelt, die nicht weniger als eine Revolution der Onlinewelt anstrebt.

Der Clou des neuen Internetbrowsers: Eine standardmäßige Anti-Tracking-Technologie soll den Nutzern anonymes Surfen im Netz ermöglichen. Das ist ein anderer Ansatz, als ihn etwa Unternehmen wie Google verfolgen. Diese sagen sinngemäß: „Wir müssen möglichst viel über dich wissen, um dir einen maßgeschneiderten Service anbieten zu können. Dazu müssen wird deine Daten besitzen. Du musst darauf vertrauen, dass wir deine Daten nicht missbrauchen.“

Das Start-up Cliqz macht nach eigener Aussage daraus: „Wir müssen gar nichts über dich wissen. Daten, die nötig sind, um dir einen maßgeschneiderten Service zu bieten, bleiben auf deinem Gerät, in deinem Besitz und unter deiner Kontrolle. Auf unseren Servern befinden sich nur statistische Daten, die in keiner Weise Rückschlüsse auf einzelne Nutzer zulassen.“

Die Technologie soll das Datensammeln unterbinden, aber gleichzeitig das Schalten von Onlinewerbung ermöglichen. Insofern ist Cliqz kein Adblocker, wie die neuen digitalen Werbeblockierer heißen. Mit Hilfe von Adblockern können Nutzer ihre Onlineinhalte werbefrei konsumieren - das geht allerdings auf Kosten der Unternehmen, die die Webseiten unterhalten, da ihnen dadurch die finanzielle Basis wegbricht.

Einige Medienhäuser gehen deshalb gegen die Anbieter von Adblockern vor, zu denen das Kölner Unternehmen Eyeo zählt. Anzeigen werden nicht blockiert, heißt es bei Cliqz. Man gehe lediglich gegen „unsicheres“ Tracking vor. Darunter versteht das Unternehmen die Generierung all jener Daten, anhand derer einzelne Nutzer identifiziert werden können. Laut der eigenen Studie „Tracking the Trackers“ ist dies bei drei Viertel aller Website-Aufrufe der Fall.

Die zehn Prozent der Anteile, die zukünftig Mozilla hält, dürften von Burdas Anteilen abgehen, berichtet der Branchendienst „Meedia“. Bislang hielt die Holding Hubert Burda Media 80 Prozent am Technologieunternehmen. Die restlichen 20 Prozent verteilen sich auf die Cliqz-Geschäftsführer Jean-Paul Schmetz und Marc Al-Hames.

Quelle:  Handelsblatt Online
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