100 Prozent Business : CeBIT kehrt Verbrauchern den Rücken

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100 Prozent Business : CeBIT kehrt Verbrauchern den Rücken

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Die weltgrößte Computermesse CeBIT verabschiedet sich vom Publikumsgedanken und will künftig noch gezielter den Profis der Branche Klasse statt Masse bieten.

Die Cebit erfindet sich neu - fast jedes Jahr. Künftig soll allein das B2B-Geschäft zwischen Unternehmen im Fokus stehen. Die Branche ist gespannt, wenn es am 10. März 2014 los geht.

Die weltgrößte Computermesse Cebit verabschiedet sich vom Publikumsgedanken und will künftig noch gezielter den Profis der Branche Klasse statt Masse bieten. Auf der Weltleitmesse in Hannover werde schon vom nächsten Jahr an das sogenannte B2B-Geschäft (Business to Business) zwischen den Unternehmen zu 100 Prozent im Fokus stehen, sagte Messevorstand Oliver Frese am Dienstag in Hannover. Die Branchenschau trage damit Kundenwünschen Rechnung. Es gehe verstärkt darum, Kontakte zu knüpfen und Abschlüsse anzubahnen. Gleichzeitig in einem Spagat auch Werbeplattform für die Verbraucher zu sein, stehe angesichts eines stetig wachsenden Fachbesucheranteils nicht mehr im Vordergrund.

Die CeBIT 2013

  • Teilen im Mittelpunkt

    Viele der Unternehmen zeigen bei der CeBIT 2013 spezielle Neuheiten zum Thema „Shareconomy“. Dabei geht es nicht nur um die Auslagerung von Rechenkapazität, Daten und Software ins Netz (Cloud Computing), sondern auch um neue Modelle zur gemeinsamen Nutzung in der realen Welt. Auch die unter Datenschützern umstrittene Aufbereitung riesiger Informationsmengen (Big Data) gehört zu den Kernthemen.

  • Die Teilnehmer

    Auf der weltgrößten Computermesse sind dieses Jahr rund 4100 Unternehmen aus 70 Ländern beteiligt. Wie im vergangenen Jahr präsentieren die CeBIT-Teilnehmer Produkte und Dienstleistungen auf den vier übergreifenden Plattformen „Pro“ (Geschäftskunden), „Life“ (Privatnutzer), „Gov“ (öffentliche Hand) und „Lab“ (Forschung). Partnerland ist 2013 Polen.

  • Partnerland Polen

    Polen als Partnerland der CeBIT 2013 ist mit mehr als 150 Unternehmen und Instituten in insgesamt acht Hallen vertreten. Mit dabei sind unter anderem die polnischen Partnerverbände des deutschen Hightech-Verband BITKOM Iztech, KiGEIT und PIIT sowie das polnische Wirtschaftsministerium. "Polen gilt als eine der wirtschaftlich dynamischsten Nationen in Europa", so die CeBIT-Veranstalter. Besonders im Hightech-Sektor biete das Land großes Potenzial.

  • Startups auf der CeBIT

    Mehr als 200 internationale Start-up-Unternehmen präsentieren in Hannover kreative Ideen und Geschäftsmodelle für die Zukunft.

  • Auszeichnung für Startups: Der "CODE_n Award"

    2011 wurde "CODE_n" ins Leben gerufen, eine internationale Plattform für digitale Pioniere, Innovatoren und wegweisende Start-ups. Der Name steht für "Code of the New". In diesem Jahr verleiht die Plattform unter dem Motto "Smart Solutions for Global Challenges" den "CODE_n Award". Gesucht werden dabei IT-basierte Konzepte für eine nachhaltige Energieversorgung und -nutzung. Insgesamt wetteifern 50 junge Unternehmen aus 13 Ländern um die Topplatzierung.

Frese sagte, es erscheine dem Management am wichtigsten, die Cebit als Begegnungs- und Konferenzbasis weiterzuentwickeln. Als ein sichtbares Zeichen für den Wandel, sich nur noch auf die Profis zu konzentrieren, nannte Frese den neuen Zeitrahmen, der künftig von Montag bis Freitag läuft - statt Dienstag bis Samstag. Zudem kostet das Tagesticket mit 60 Euro demnächst rund 50 Prozent mehr, was Frese einerseits ebenfalls mit dem Fokus auf die Fachbesucher begründete, andererseits aber auch mit Zusatzleistungen wie kostenlosem WLAN.

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Cebit 2013 Rückläufige Besucherzahlen

Weniger ist mehr - so sehen es zumindest die Verantwortlichen der weltgrößten Computermesse Cebit, die dieses Jahr Gäste verlor. Wichtiger als hohe Besucherzahlen sind nämlich die Interessen der Aussteller

huGO-BildID: 30159860 Messebesucher gehen am 07.03.2013 über den Stand der Universität Bremen auf der weltweit größten Computermesse CeBIT in Hannover (Niedersachsen). Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Ein Grund, die Messe zu 100 Prozent auf das Geschäft zwischen den Firmen auszurichten, sei auch die Veränderung in der IT-Welt, die sich in sämtliche Unternehmensbereiche ausdehnt. „IT-Entscheidungen werden ja immer öfter in den jeweiligen Fachabteilungen getroffen und nicht mehr in den IT-Abteilungen“, erklärte Frese.

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Der Chef des Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf, begrüßte die Veränderungen. „Ich bin sicher, die Cebit wird wieder mehr Glanz bekommen“, sagte er. Mit dem neuen Konzept dürfte es auch leichter fallen, mehr hochkarätige Branchengrößen nach Hannover zu locken.

Trotz eines Besucherrückgangs um zwölf Prozent auf 280 000 hatte die weltgrößte Computermesse dieses Jahr eine positive Bilanz gezogen und nach Überzeugung der Veranstalter ihre Qualität verbessert. Zur Begründung hieß es bereits im März, die Dichte an Managern mit Entscheidungsbefugnis habe zugenommen - und allein das zähle.

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