Cebit 2016: Der Mensch als Datenlieferant

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Cebit 2016: Der Mensch als Datenlieferant

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Künftig dank Datensammlung immer einer Meinung? Werder Trainer Viktor Skripnik und Co-Trainer Torsten Frings (Carmen Jaspersen/dpa)

von Thorsten Firlus-Emmrich

Blutdruck, Körpertemperatur, Herzschlag, Schlafrhythmus: Wearables, die biometrische Daten erfassen, verändern unseren Arbeit, Medizin und den Sport.

Der ehemalige Torwart des SV Werder Bremen, Tim Wiese, sucht im Wrestling nach seiner Fußballkarriere sein Glück. Sein ehemaliger Teamkamerad Torsten Frings sucht es in der Zukunft.

Der derzeitige Co-Trainer des SVW wurde vor Kurzem als Mitglied des Expertenteam des Schweizer Unternehmens Vexatec vorgestellt. Das stellt Kompressionsshirts her die mittels Sensoren die Spieler auf dem Feld überwachen. Das Tempo der Spieler, ihre Laufwege, die Präzision der Pässe: All das ergibt binnen 90 Minuten rund 60 Millionen Datenpunkte, die nun am Körper der Spieler genauer und schneller ermittelt werden sollen als mit Systemen, die auf Videos basieren.

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Mit den schlauen Hemden kann ein Team so in Echtzeit beobachtet werden. Neben den strategischen Informationen übermitteln sie dem Trainerstab auch Informationen über die Vitaldaten. Das erleichtert die Entscheidung, ob der Spieler müde wirkt, oder es wirklich ist.

Der Mensch als Datenlieferant, erfasst, ausgemessen, ausgelesen von Kopf bis Fuß. Seit dem ersten mechanischen Schrittzähler, den der Schweizer Uhrmacher Abraham-LouisPerrelet 1780 baute, ist viel passiert. Nach den mechanischen Pedometern folgten die elektronischen und binnen der vergangenen Dekade ist aus dem Wunsch, am Ende Tages zu wissen, wie viele Schritte man zurückgelegt haben, die Bewegung der Selbstvermessung geworden, die weder vor Puls, Schlafgewohnheit noch Blutdruck halt macht.

Auf der Cebit beschäftigen sich zahlreiche Veranstaltungen mit den Folgen, die das Quantified Self für die Menschheit hat. Die Bandbreite der Anwendungen wird immer größer. So zeigt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz zum Beispiel auf seinem Stand einen Anzug für körperlich Tätige, der dank Sensoren an neuralgischen Stellen vor Haltungsschäden warnt.

Das amerikanische Unternehmen enflux versucht derweil über das Crowdfunding-Portal Kickstarter Geld zu sammeln, um ein ähnliches Prinzip für Kunden im Fitnessstudio umzusetzen. Die Sensoren sollen ein 3D-Modell der Bewegungen erstellen. Mit diesen Daten ist es möglich, die Qualität der Bewegungsabläufe zu bewerten. So kann sich der Nutzer über eine Smartphone-App selbst sehen und sein Training korrigieren, sei es an einer Hantelmaschine oder auch ganz ohne Gerät bei einer klassischen Liegestütze.

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