Cebit 2016: Wenn der Gürtel vorm Kaufrausch schützt

Cebit 2016: Wenn der Gürtel vorm Kaufrausch schützt

, aktualisiert 14. März 2016, 10:18 Uhr
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Ein beleuchtetes Hintergrundplakat hängt am 11.03.2016 auf dem Messegelände der CeBIT in Hannover.

von Ina Karabasz und Christof KerkmannQuelle:Handelsblatt Online

Die Cebit verzichtet angesichts ohnehin sinkender Besucherzahlen auf Nerds und konzentriert sich auf Geschäftskunden. Neben Industrie 4.0 bleibt dennoch Platz für Gadgets – etwa schlaue Gürtel und kalorienzählende Shirts.

Die Cebit feiert Jubiläum: Vor 30 Jahren koppelte die Deutsche Messe AG die Technikschau aus der Industriemesse aus. Der Platz reichte nicht mehr. Im „Centrum der Büro- und Informationstechnik“ – so damals der offizielle Name – standen Personal Computer wie Amiga, Atari ST und Macintosh Plus im Mittelpunkt, während Bildschirmtelefone einen Hauch von Zukunft in die Hallen brachten.

Wenn die Messe am Montag zum 31. Mal die Tore öffnet, werden kaum noch PCs zu sehen sein. Zum einen, weil Smartphones und Wearables längst interessanter sind, zum anderen, weil die Cebit sich heute nur noch an Fachbesucher richtet. Und die beschäftigen sich vor allem mit der Digitalisierung und was diese mit ihren Firmen macht. Die Messemacher haben sich dafür das Motto „d!conomy“ ausgedacht, kurz und englisch für die digitale Wirtschaft. Die Aussteller machen bei dem neuen Konzept gern mit, so will Microsoft der Kundschaft etwa zu einem „digitalen Wirtschaftswunder“ verhelfen.

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Ein Hauch von ferner Zukunft weht trotzdem in Hannover. Unternehmen wie Forschungsorganisationen wollen zeigen, was mit der modernen Technik möglich ist. Vom Blaumann, der mithilfe von Sensoren vor Haltungsschäden warnt, bis zum vollvernetzten Haus. Was Besucher und Technikfans zur Cebit 2016 wissen müssen: ein Überblick.

Profis vor: Fachbesucher statt Techniktüftler

Die Cebit soll nicht mehr für Computer und IT stehen. Das digitale Geschäft stehe im Mittelpunkt, sagte Oliver Frese, Vorstand beim Veranstalter Deutsche Messe AG, dem Handelsblatt im Herbst. Techniktüftler und Nerds, die sich früher zu Tausenden durch die vollen Messehallen schoben, wollen die Veranstalter daher nicht mehr ansprechen. Im Fokus stehen die Entscheider, ob bei Konzernen oder Mittelständlern. Das geplante Investitionsvolumen pro Fachbesucher, so Frese kürzlich, liege bei 150.000 Euro.

Die Deutsche Messe AG macht damit aus der Not eine Tugend: Die Besucherzahlen sind über Jahre immer weiter zurückgegangen, mit der Fokussierung auf die Profis will der Veranstalter das Profil schärfen.

Die Zeiten großer Ankündigungen sind damit vorbei. Dafür bietet die Messe ein großes Konferenzprogramm mit mehr als 200 Rednern, für deren Vorträge Besucher allerdings teilweise zusätzlich zahlen müssen. So spricht Günther Oettinger, EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft, am Montag über „den Weg zu einer digitalen Union“.

Unternehmensvertreter und Experten diskutieren über den Arbeitsplatz der Zukunft und die ethische Seite der digitalen Transformation, während Verschlüsselungsguru Bruce Schneier über den Schutz vor der Totalüberwachung redet.

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