CeBIT Welcome Night: Das Pfeifen im digitalen Wald

CeBIT Welcome Night: Das Pfeifen im digitalen Wald

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Vize-Kanzler Sigmar Gabriel während der Welcome Night zur CeBIT: "Wir brauchen die beste digitale Infrastruktur der Welt"

von Michael Kroker

Vizekanzler Sigmar Gabriel warb auf der Messe-Eröffnung für seine "Digitale Strategie 2025" - und plädierte für mehr Selbstbewusstsein Europas gegenüber dem Wettbewerb mit den USA und Asien.

Den altehrwürdigen – manche würden auch sagen altmodischen – Charme des Kongress-Zentrums im Herzen von Hannover versprühte die diesjährige CeBIT-Eröffnungsfeier nicht: Wegen den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag musste der Veranstalter Deutsche Messe AG die Veranstaltung erstmals auf den Eröffnungstag verlegen – sonst wären viele Honoratioren aus der Politik schlicht nicht nach Hannover gekommen.

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Statt wie bisher einen Tag vor dem Messebeginn wurde die Feier also erstmals Montag, also am Abend des erstens CeBIT-Tages abgehalten. Daher redete in diesem Jahr offiziell auch niemand mehr von einer Eröffnungsveranstaltung – schließlich hatte der Großteil der Anwesenden da bereits einen kompletten Messetag hinter sich. Stattdessen lautete das Wording im zur IT-Branche passenden Neudeutsch „CeBIT Welcome Night“.

Immerhin: Die Deutsche Messe machte aus der Not eine Tugend und verlegte die komplette Veranstaltung kurzerhand in die Halle 9 auf dem Messegelände. Die rund 2000 geladenen Gäste mussten also nicht im großen Tross von der CeBIT im Süden Hannovers rein in die Innenstadt pilgern. Trotz (oder gerade wegen?) der zeit- und räumlichen Verlegung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel der Messe aber einen Korb gegeben.

Damit fand die (inoffizielle) CeBIT-Eröffnung erstmals ohne die Rede des gerade amtierenden Regierungschefs von Deutschland statt. Statt Merkel war ihr Stellvertreter, der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach Hannover gereist. „Wir brauchen die beste digitale Infrastruktur der Welt“, beschwor Gabriel die Zuhörer denn auch – schließlich stand die Willkommensnacht ebenso wie die gesamte CeBIT ganz unter dem diesjährigen Megathema Digitalisierung.

"Digitale Strategie 2025" Gabriels Offensive im Kampf gegen den digitalen Rückstand

Zur IT-Messe CeBIT will die Bundesregierung die Initiative beim digitalen Wandel zurückgewinnen. Die neue Strategie von Sigmar Gabriel setzt auf mehr Milliarden, Wagniskapital und eine neue Agentur. Die Industrie warnt.

Vize-Kanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) beim Auftakt der Cebit in Hannover. Quelle: dpa

Gabriel nutzte seine wie gewohnt launige Ansprache denn auch dafür, für seine erst vorgestern verkündete „Digitale Strategie 2025“ zu werben: In seiner neuen Strategie setzt er auf mehr Milliarden, Wagniskapital und eine neue Agentur – und will mit einem milliardenschweren Zehn-Punkte-Plan einen Rückstand Deutschlands beim digitalen Wandel verhindern.

„Die erfolgreiche digitale Transformation unserer Volkswirtschaft ist die Voraussetzung für den Erhalt und die Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit“, so Gabriel – und plädierte zudem für mehr Selbstbewusstsein in der alten Welt: „Wir sollten in Europa keine Angst vor Wettbewerb mit USA oder Asien in Digitalisierung haben.“ Schließlich beträfen Digitalisierungs-Trends wie etwa das Internet der Dinge auch Silicon-Valley-Riesen wie Google.

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2 Kommentare zu CeBIT Welcome Night: Das Pfeifen im digitalen Wald

  • Lieber Herr Kroker: Leider ist Ihnen in der Überschrift ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen. Es müsste doch sicherlich heißen "Die Pfeifen".

  • "Wir brauchen die beste digitale Infrastruktur der Welt" und haben definitiv eine der schlechtesten, Herr Gabriel!
    Herrn Gabriel's "Digitale Strategie 2025" hört sich für mich an wie
    "Spiel mir das Lied vom (digitalen) Tod".
    Sind Herr Gabriel (SPD) und Herr Dobrindt (CSU) etwa drei Tage nach Zero (Klatsche durch die AfD) wach geworden?
    Man hat wohl auch übersehen, dass dieses Land schon seit 14 Jahren das flächendeckende schnelle Internet von Frau Merkel (CDU) versprochen bekommt. Weitere neun Jahre bis evtl. zum Ziel? Jedes Jahr ein neuer Titel für den gleichen Wein in alten Schläuchen? Reden seit 14 Jahren und keine Taten! Die Ballungszentren werden bis zum Gehtnichtmehr subventioniert und die Fläche kann sehen, wie sie irgendwie klar kommt.
    Wie innovativ ist dieses Land noch, wenn Politik offen mit einem Zeitraum von 23 Jahren rechnet, um endlich auf heutigen Stand (!) der Technik zu kommen? Wo ist den hier ein "WIR SCHAFFEN DAS"? Stattdessen wird eine neue Megabehörde installiert, in der natürlich wieder viele Parteigenossen einen lukrativen Arbeitsplatz finden.
    Der AfD-Schock sitzt noch gar nicht tief genug, um das Bewusstsein der Politiker zu wecken. Diese Politiker begreifen ihre eigenen Fehler einfach noch nicht.

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