Erfolgreichste Firma Chinas will wachsen: Größe ist alles für Lenovo

Erfolgreichste Firma Chinas will wachsen: Größe ist alles für Lenovo

von Philipp Mattheis

Der chinesische Elektronik-Konzern Lenovo will die Nummer eins werden und setzt dabei voll auf Masse. Und auch sonst setzt Lenovo-Chef Yang auf ungewöhnliche Erfolgsmethoden.

Yang Yuanqing will an die Spitze: "Kennen Sie den höchsten Berg der Welt?", fragte der Lenovo-Chef einen chinesischen Journalisten, der wissen wollte, warum es für Lenovo eigentlich so wichtig sei, die Nummer eins zu sein. "Mount Everest", antwortete der Journalist.

"Und kennen Sie den zweihöchsten Berg?", fragte Yang wieder, bevor er dem Journalist eine Antwort auf seine Frage gab.

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Lenovo ist die vielleicht erfolgreichste Firma Chinas. Trotz seines grandiosen Wirtschaftsaufschwungs und immenser Bemühungen, international wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen, hat das Land verhältnismäßig wenig solcher "National Champions" aufbauen können. Die Computer-Firma aus China aber, die zuletzt Aufmerksamkeit auf sich zog, weil sie von google die Handy-Sparte Motorola kaufte, zählt auf jeden Fall dazu.

Zu verdanken hat das der Konzern vor allem Yang Yuanqing. Denn als der 2009 zum zweiten Mal Lenovo übernahm, stand das Unternehmen weitaus schlechter da. Doch der Reihe nach:

1984 gründet eine Gruppe junger Wissenschaftler aus Peking die Firma. Das Startkapital in Höhe von 25.000 US-Dollar stammt von der Chinese Academy of Sciences, einem staatlichen Think Tank, der noch immer Besitz von Anteilen ist. Der 1964 geborene Yang Yuanqing heuert neun Jahre später im Vertrieb an. 1994 wird er zum Chef der PC-Sparte. Von 2001 und 2005 ist der Vorstandsvorsitzender Lenovos. Als Yang abtritt, erregt Lenovo zum ersten Mal internationale Aufmerksamkeit: Die Chinesen übernehmen die PC-Sparte von IBM. Der Deal stößt nicht überall auf Zustimmung. Angeblich murrt die amerikanische Belegschaft, nun chinesische Rituale wie gemeinsamen Frühsport über sich ergehen lassen zu müssen. Zuspätkommer werden vor versammelter Runde zusammengestaucht.

Google und Lenovo Motorola-Verkauf ist eine Win-Win-Situation

Beim Verkauf von Motorola an Lenovo erlöst Google neun Milliarden Dollar weniger als es dafür gezahlt hat. Doch so desaströs wie er aussieht, ist der Deal nicht. Im Gegenteil: Am Ende profitieren Käufer und Verkäufer.

huGO-BildID: 34913532 FILE - In this Wednesday, Sept. 5, 2012, file photo, Eric Schmidt, Google's chairman, speaks during a press conference in New York, where Motorola introduced three new smartphones, the first since it became a a part of Google. Google said Wednesday, Jan. 29, 2014, it is selling Motorola's smartphone business to Lenovo for $2.9 billion, a price that makes Google's biggest acquisition look like its most expensive mistake.(AP Photo/Bebeto Matthews, File) Quelle: AP

Zudem sind da die Befürchtungen, dass mit der Übernahme auch chinesische Ineffizienz Einzug halten. Yangs Vorgänger stößt die Handysparte ab und setzt voll auf das PC-Geschäft.

2011 übernimmt Lenovo den deutschen Hersteller Medion für 738 Millionen Dollar und verdoppelt so seinen Marktanteil in Deutschland. Im selben Jahr geht Lenovo ein Joint-Venture mit dem japanischen NEC-Konzern ein und kauft für 148 Millionen Dollar den brasilianischen Hersteller CCE.

Der Bilanz tut das nicht gut: 2009 ist Lenovo mit 226 Millionen Dollar tief in den roten Zahlen. Im selben Jahr übernimmt Yang, der die letzten Jahre im Aufsichtsrat verbrachte, wieder die operativen Geschäfte. Er verspricht dem Board, aus dem Verlust einen Gewinn zu machen, wenn er weitere Investitionen tätigen kann.

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