Neues Netz für das Internet der Dinge: Startup Sigfox kommt nach Deutschland

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Neues Netz für das Internet der Dinge: Startup Sigfox kommt nach Deutschland

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Trendthema auf der Cebit: das Internet der Dinge.

von Jürgen Berke

Mit einem waghalsigen Projekt tritt das französische Startup Sigfox gegen die drei etablierten Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica an.

Nur ganz wenige Unternehmen bringen noch Mut auf, die drei etablierten Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica herauszufordern. Das mutigste Projekt startet gerade der französische Newcomer Sigfox.

Erst Anfang des Jahres eröffnete das Start-up ein Büro in München. Denn auch in Deutschland hat Sigfox-Chef Ludovic de Moan Großes vor. 20 Mitarbeiter sollen den bundesweiten Ausbau eines neuen Mobilfunknetzes koordinieren, das speziell für das Internet der Dinge konzipiert ist. Bis Ende 2017 soll der Rollout des Netzes abgeschlossen sein.

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Eine mit Sigfox-Sensoren gespickte Zapfanlage kontrolliert, ob das Bier auch perfekt gekühlt ist und warnt den Wirt bei minimalen Abweichungen. Foto: Jürgen Berke Quelle: WirtschaftsWoche

Eine mit Sigfox-Sensoren gespickte Zapfanlage kontrolliert, ob das Bier auch perfekt gekühlt ist und warnt den Wirt bei minimalen Abweichungen.

Foto: Jürgen Berke

Bild: WirtschaftsWoche

Die ersten Produkte zeigte Sigfox vor drei Wochen auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Da kontrolliert eine mit Sigfox-Sensoren gespickte Zapfanlage, ob das Bier auch perfekt gekühlt ist und warnt den Wirt schon bei minimalen Abweichungen. Über einen Funk-Sensor in den Halteverbotsschildern am Straßenrand können die Ordnungsämter künftig aus der Ferne täglich neu einstellen, zu welchen Zeiten das Abstellen von Autos verboten ist.

Auch Brandmelder will Sigfox auf den Markt bringen, die nicht nur laut in den Wohnungen Alarm schlagen, sondern das Signal zusätzlich noch in eine weiter entfernte Überwachungszentrale übertragen.

Dabei wird die Marke Sigfox kaum in Erscheinung treten. Das Startup verkauft Chipsätze mit dem Funkmodul an die Hersteller von elektronischen Geräten aller Art, die dann das neue Feature dann vermarkten. Entsprechende Produkte werden dann in Elektronikmärkten wie "Saturn" oder "Conrad" verkauft, erklärt Sigfox-Manager Thomas Nicholls.

Über einen Funk-Sensor in den Halteverbotsschildern am Straßenrand sollen Ordnungsämter künftig aus der Ferne täglich neu einstellen können, zu welchen Zeiten das Abstellen von Autos verboten ist. Quelle: Jürgen Berke

Über einen Funk-Sensor in den Halteverbotsschildern am Straßenrand sollen Ordnungsämter künftig aus der Ferne täglich neu einstellen können, zu welchen Zeiten das Abstellen von Autos verboten ist.

Quelle: Jürgen Berke

Hauptaufgabe in den nächsten 20 Monaten ist der Ausbau des Funknetzes. Über 1200 Standorte für die Funkmasten braucht Sigfox in Deutschland, um flächendeckend von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen präsent zu sein. Derzeit läuft die Suche nach geeigneten Dächern. Die Funkstationen auf der nicht-lizensierten Frequenz von 868 Megahertz eignen sich besonders gut für die Inhouse-Versorgung von Gebäuden und verbrauchen  vergleichsweise wenig Strom. Übertragen kann das neue Funknetz nur maximal zwölf Bytes pro Mitteilung. 140 solcher Mini-Mitteilungen kann ein Funksensor pro Tag verschicken. Deutschland wäre das 14. Land, in dem Sigfox sein Netz ausrollt. In Europa ist der Newcomer unter anderem in Frankreich, Spanien und den Niederlanden aktiv.

Normalerweise würden Experten solch ein Mammutprojekt als riskantes Himmelfahrtskommando abtun. Doch hinter Sigfox stecken überaus potente Geldgeber. Neben den französischen Konzernen GDF Suez und Air Liquide gehören auch der japanische Telekom-Konzern NTT DoCoMo, die koreanische SK Telecom und die spanischen Telefónica zu den Investoren der ersten Stunde. Sie stellten mehr als 100 Millionen Euro für den Netzausbau bereit.

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