China: Ehrgeizige Ziele beim Biosprit

China: Ehrgeizige Ziele beim Biosprit

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Jatropha-Anbau

Wegen der rasant steigenden Preise für Nahrungsmittel sucht China nach neuen Wegen zur Biospritproduktion.

He Yuyuan glaubt zu wissen, wie China seinen Nachschub an Pkw-Kraftstoff künftig sichern kann. „In den weiten Berglandschaften im Süden Chinas“, schwärmt der Direktor des Unternehmens Zhongshui Energy Development, „gedeiht eine Frucht, die die zunehmende Energienachfrage in China zuverlässig befriedigen wird“. Jatropha heißt die ölhaltige Nuss, die He und sein Unternehmen seit einigen Monaten in der Südwestprovinz Guizhou anbauen. Auf 135000 Hektar wachsen die Bäume; in wenigen Monaten werden Hes Arbeiter die erste Ernte einfahren und sie zu schätzungsweise 15000 Tonnen Biodiesel verarbeiten. Der Vorteil: Die Nussart, deren Öl unter anderem für Lampen verwendet wird, ist extrem anspruchslos: Die Bäume gedeihen auch auf steinigen Böden, zur Bewässerung reicht Schmutzwasser.

Die ersten Versuche in Guizhou, bei denen herkömmlichem Diesel fünf Prozent Biodiesel begemischt wurden, sind erfolgeioch verlaufen. Momentan experimentiert man mit einem zehnprozentigen Anteil, was, so ein Beteiligter, aber „deutlich schwieriger“ ist.

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Unternehmern wie He, so will es die chinesische Regierung, soll die Zukunft gehören. Im Zuge der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre können sich immer mehr Chinesen ein Auto leisten. Allein im vergangenen Jahr stieg der Pkw-Absatz um rund 20 Prozent auf fünf Millionen. Damit wächst auch die Nachfrage nach Benzin und Diesel. Die Luftverschmuzung, die schon jetzt in vielen Städten bedenkliche Ausmaße erreicht hat, dürfte weiter zunehmen.

Mit Milliardensummen fördert Peking darum die Produktion alternativer Kraftstoffe. Rund 400 Dollar bekommt He vom Staat für jeden Hektar Land, auf dem er Jatropha anbaut. Dank des Geldsegens aus Peking entstehen nun überall in China kleine und große Plantagen, auf denen Jatropha, Cassava oder Süßkartoffeln angebaut werden, die anschließend zu Biodiesel und Ethanol verarbeitet werden. Bis zum Jahr 2010 soll Chinas Produktion an Biodiesel auf 200000 Tonnen steigen, zehn Jahre später sollen es zwei Millionen Tonnen sein. Die Produktion von Ethanol soll nach Regierungsplänen bis zum Jahr 2020 auf zehn Millionen Tonnen klettern. Derzeit stoßen Chinas Raffinerien wenige hunderttausend Tonnen Ethanol im Jahr aus. Insgesamt läge 2020 der Anteil alternativer Krafstoffe am gesamten Treibstoffverbrauch im Reich der Mitte dann bei neun Prozent.;

Doch ob China die ehrgeizigen Ziele erreichen kann, ist fraglich. Denn im September vergangenen Jahres hat die Regierung die Herstellung von Ethanol aus Getreide und Mais verboten. Der Grund: die kräftig steigenden Nahrungsmittelpreise. Im vergangenen Jahr mussten Chinas Konsumenten 20 Prozent mehr als im Vorjahr für ihre Lebensmittel bezahlen. Bei Schweinefleisch lag der Preisanstieg sogar bei mehr als 30 Prozent. Bei der Aufzucht von Schweinen werden hauptsächlich Getreide und Mais verfüttert.

Fünf große Bioethanol-Betriebe mit einer Jahreskapazität von gut 1,5 Millionen Tonnen hatten die Chinesen seit dem Start ihres groß angelegten Bioethanol-Entwicklugsprogramms im Jahr 2000 bereits aufgebaut. Deren Produktion haben die Behörden nun zunächst gestoppt. Die Betriebe sollen auf Biomasse, Cassava oder Süßkartoffel umstellen. Neue Projekte zur Herstellung von Ethanol aus Getreide oder Mais wollen die Behörden nicht mehr genehmigen.

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