Cloud Computing: Microsoft greift SAP im Netz an

Cloud Computing: Microsoft greift SAP im Netz an

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Microsoft-Chef Steve Ballmer

von Michael Kroker

Dem Software-Geschäft via Internet gehört die Zukunft, wird Steve Ballmer nicht müde zu betonen. Auf der diesjährigen Partnerkonferenz in Kalifornien hat der Microsoft-Boss die Web-Version von Dynamics, einem Konkurrenzprodukt zu SAP, angekündigt.

Von wegen Stadt der Autos und Highways: Statt bequem im klimatisierten Bus durch Los Angeles zu kutschieren, haben die rund 350 Microsoft-Partner aus Deutschland am Sonntag in die Pedale getreten, und zwar kräftig: Mehr als 50 Kilometer ging’s auf und ab, über die Hügel von Beverly Hills und Bel Air runter bis nach Malibu Beach und Santa Monica. "Dabei hat man L.A. wirklich gut kennengelernt", sagt Martin Berchtenbreiter, bei Microsoft Deutschland für das Mittelstandsgeschäft verantwortlich. Gut möglich, dass die kalifornische Fahrradtour die Idee des 41-Jährigen war – schließlich bezeichnet sich Berchtenbreiter selber als passionierten Fahrradfahrer.

Ballmer gewohnt selbstbewusst

Derart positiv funktioniert Berchtenbreiters Motivationsfähigkeit freilich längst nicht überall: In Deutschland verfügt das US-Softwareunternehmen laut eigenen Aussagen über rund 37.000 Partner, die Unternehmenskunden bei der Auswahl von Microsoft-Programmen beraten und dann die Einführung und Anpassung durchführen. Doch erst 3000, also weniger als zehn Prozent von ihnen, haben sich bisher fit für das neue Geschäft rund um die Software-Bereitstellung via Internet – das so genannte Cloud Computing – gemacht. Konkrete Umsätze erwirtschaften gar erst 500 von ihnen. Das ficht Berchtenbreiter jedoch nicht an: Er sieht sein Unternehmen in Deutschland voll im Plan und verweist auf den Kundenzuspruch bei der erst Ende Juni freigeschalteten Cloud-Variante des Microsoft-Büropakets namens Office 365: "Es gab 10.000 Tester am ersten Tag und eine deutlich dreistellige Zahl von Kunden, die Office 365 gekauft haben", so Berchtenbreiter.

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Derlei Erfolgsbotschaften dürfte man insbesondere in der Konzernzentrale in Redmond gerne vernehmen. Schon vor Jahresfrist hat Microsoft-Boss Steve Ballmer seine Eröffnungsrede der letztjährigen Partnerkonferenz ganz der Internet-Wolke gewidmet. Das ist in diesem Jahr nicht viel anders: "Cloud Computing ist der bedeutsamste Wandel in der IT-Industrie mit positiven Auswirkungen für alle Anwender", so Ballmers Botschaft an die 15.000 Partner im Staples Center in Los Angeles. Mehr noch: Der Wandel habe längst die Unternehmen erreicht. Innerhalb der ersten zwei Wochen seit dem Start hätten weltweit 50.000 Unternehmen Office 365 ausprobiert – das sei ein Unternehmen alle 25 Sekunden, berichtet Ballmer. Und fordert seine Partner auf, sich beim Verkauf noch stärker ins Zeug zu legen. Hinter Wettbewerbern wie etwa dem bereits länger verfügbaren Cloud-Büropaket Google Apps müsse Microsoft sich nicht verstecken. "Die einzigen Referenzen unserer Wettbewerber sind Deals, die außer Konkurrenz gelaufen sind", gibt sich Ballmer gewohnt selbstbewusst.

Mit Hochdruck in die Wolke

Auch in anderen Geschäftsbereichen geht Microsofts Gang in die Wolke mit Hochdruck voran. Zum Beispiel bei der Unternehmenssoftware Dynamics, einem Konkurrenzprodukt zu den Mittelstandslösungen des deutschen Softwarekonzerns SAP: "2012 bringen wir eine Cloud-basierte Version von Dynamics auf den Markt", kündigt Ballmer an. Ein lange erwarteter Vorstoß, weil Marktbeobachter der Software via Internet insbesondere im Geschäft mit Mittelstandskunden eine wichtige Zukunft prophezeien. "Cloud Computing ist neben Mobility der wichtigste Geschäftstreiber in der IT-Industrie", sagt Lynn-Kristin Thorenz, Direkter Research & Consulting beim Analyseunternehmen IDC in Frankfurt. Laut IDC-Prognose sollen die weltweiten Cloud-Umsätze zwischen 2010 und 2015 von 22 Milliarden Dollar auf 72 Milliarden Dollar explodieren. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 28 Prozent – "rund vier Mal so schnell wie die gesamte IT-Industrie", so Thorenz. "Dem kann sich keiner mehr entziehen."

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