Computer: Apple und Jobs kehren Macworld den Rücken

Computer: Apple und Jobs kehren Macworld den Rücken

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Steve Jobs präsentiert das MacBook Air auf der diesjährigen Macworld. Im nächsten Jahr wird der Apple-Chef auf der Messe nicht mehr auftreten

Die plötzliche Absage des jährlichen Auftritts von Apple-Chef Steve Jobs bei der Messe Macworld im Januar hat neue Spekulationen über seine Gesundheit ausgelöst. Allerdings handelt es sich auch um eine Grundsatzentscheidung: Der Konzern will der Messe künftig ganz fernbleiben.

Jobs hatte die oft frenetisch gefeierten Auftritte zu Macworld-Eröffnung seit seiner Rückkehr an die Apple-Spitze 1997 traditionell zur Vorstellung neuer Produkte genutzt, beispielsweise des Handys iPhone 2007 oder des ultra-dünnen Notebooks Macbook Air in diesem Jahr. Warum er sich bei der kommenden Messe Anfang Januar vom Vizepräsidenten Philip Schiller vertreten lässt, begründete Apple gestern Abend nicht.

„Das kommt total unerwartet“, sagte Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffray, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. „Es ist bedeutungslos, dass sie (Apple) sich von der Macworld zurückziehen, aber es ist bedeutsam, dass Steve Jobs nicht seine finale Keynote hält.“

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Apple argumentierte, Messeauftritte hätten für den Konzern wie auch für andere Unternehmen nur noch eine geringe Bedeutung, um Kunden anzusprechen. Das Unternehmen könne inzwischen „Hunderte von Millionen Kunden auf der ganzen Welt“ direkt über ihre Website und die wachsende Zahl der Apple Stores erreichen. Erst vor kurzem eröffnete Apple seine erste Deutschland-Filiale in München. Generell habe man die Beteiligung an Messen in den vergangenen Jahren systematisch zurückgefahren, etwa bei der Macworld New York und Tokio sowie der Apple Expo in Paris.

Das Fernbleiben von Jobs löste umgehend neue Besorgnis um dessen Gesundheitszustand aus. Wie kaum in einem anderen Unternehmen steht Jobs für den Erfolg von Apple. In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach Spekulationen um ernsthafte gesundheitliche Probleme von Jobs gegeben, die auch den Kurs der Apple-Aktie belasteten. Jobs selbst und das Unternehmen hatten die Gerüchte stets zurückgewiesen.

Vor etwas mehr als vier Jahren war Jobs an einer nicht bösartigen Variante von Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, hatte sich danach aber wieder vollständig erholen können. Im Sommer waren Gerüchte um Jobs Gesundheitszustand neu aufgeflammt, als der Apple-Chef sichtlich abgemagert vor die Öffentlichkeit trat.

„Ich bin mehr beunruhigt darüber, dass er (Jobs) nicht die Keynote hält, als dass dies der letzte Auftritt auf der Macworld sein wird“, sagte Chuck Jones, Analyst bei Atlantic Trust Private Wealth Management in San Francisco. Jobs Fernbleiben sei „besorgniserregend“. Jobs hatte mit seinem traditionellen Auftritt in Jeans und schwarzem Rollkragenpullover die Veranstaltung mit weitem Abstand dominiert.

Von Bloomberg nach dem Gesundheitszustand von Jobs gefragt, betonte Apple-Sprecher Steve Dowling lediglich, dass Schiller dessen Rolle übernimmt, da es die letzte Show sein wird. Diese Tatsache lasse aber vermuten, dass es ein „Problem irgendeiner Art“ gebe, schätzte Rob Enderle von dem Forschungsunternehmen Enderle Group in San Jose.

In den Fachmedien hatte es auch Spekulationen gegeben, dass die Apple-Neuheiten zu dem Termin eher enttäuschend ausfallen könnten, obwohl in den vergangenen Tagen darüber spekuliert werde, Apple könnte auf der Macworld eine Nano-Version des iPhone präsentieren. Der Messe-Veranstalter zeigte sich unterdessen sehr enttäuscht. Die IDG World Expo in Massachusetts hatte die Messe seit 25 Jahren ausgerichtet. Seit seiner Rückkehr an die Firmenspitze 1997 hatte Steve Jobs dort elf Mal die Eröffnungsrede gehalten. Die nächste Macworld Expo 2009 findet vom 5. bis 9. Januar statt.

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