Computer: Triumph der Netbooks

Computer: Triumph der Netbooks

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Asus EeePC T91: Der um 180 Grad drehbare, berührungsempfindliche Bildschirm verwandelt dieses Netbook auf Wunsch in ein digitales Notizbuch.

Der Boom bei Netbooks nimmt kein Ende. Die neueste Generation der Mini-Notebooks liefert bessere Bilder, mehr Funktionen und bis zu zehn Stunden Laufzeit. Wir stellen die besten Geräte vor.

Nur einmal angenommen, BMW würde einen neuen Light-Sportwagen auf den Markt bringen – ohne Kofferraum, mit einem Scheinwerfer und nur zwei Zylindern. Und Sony würde einen neuen Mikro-Flachbildfernseher präsentieren – mit 18-Zentimeter-Schwarz-Weiß-Display und ohne Standfuß. Und die Sandwich-Kette Subway würde ab sofort Mini-Baguettes verkaufen, nicht größer als eine Zigarre, mit nur einem Spritzer Dressing auf dem halben Blatt Salat. Würden derlei Produktentwürfe den Markt erbeben lassen? Bestenfalls vor Lachen.

In der Computerbranche lacht niemand mehr. Seit der taiwanische PC-Produzent Asus Ende 2007 sein Konzept eines ebenso kompakten wie billigen Klapp-Computers präsentierte, den Eee-PC, begeistern sich Kunden und Hersteller für exakt so ein Schrumpf-Konzept. „Netbooks“ werden die neuen Geräte genannt: preiswerte Mini-Notebooks, ausgestattet mit kleinen Bildschirmen, winzigen Tasten und einem Prozessor, so leistungsschwach, dass er in PCs bereits vor fünf Jahren als veraltet gegolten hätte.

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Dafür ist die Technik unschlagbar billig – je nach Ausstattung gibt es die Minis für 250 bis 600 Euro – und mit durchweg rund 1200 Gramm Gewicht passen sie in fast jede Handtasche. Viel mehr allerdings, als Texte zu korrigieren, letzte Änderungen an Präsentationen vorzunehmen, E-Mails abzuarbeiten oder daheim rasch mal das Internet zu starten, ist mit den kleinen Rechnern nicht drin. Doch genau das begeistert die Kunden: Weltweit verkauften sich Netbooks im vergangenen Jahr 11,7 Millionen Mal, haben die Marktforscher der international tätigen Gartner Group aus USA errechnet. Ursprünglich waren sie von fünf Millionen für 2008 ausgegangen. 2009 sollen es schon 21 Millionen Geräte werden.

Netbook-Hersteller suchen nach Unterscheidung zur Konkurrenz

Doch im Geschäft mit den Minis wird es für die Hersteller immer schwerer, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Zumal Betriebssystem-Lieferant Microsoft strikte Vorgaben macht, wenn die Produzenten ihre Rechner mit dem eigentlich schon ausgemusterten Windows XP betreiben wollen: Mehr als ein Gigabyte Arbeitsspeicher und eine Festplatte mit 160 Gigabyte dürfen sie in die Geräte nicht einbauen.

Deshalb konzentrieren sich die Hersteller von Acer bis Toshiba darauf, ihre Taschen-Rechner mit unterschiedlichen Funktionen auszustatten: Mobilfunk-Module, Fingersteuerung, extravagante Designs oder besonders robuste Geräte sollen neue Kundensegmente erschließen und den raschen Preisverfall der Netbooks verhindern.

Zudem ermöglicht die neue Baureihe von Intels Netbook-Prozessor Atom, bisher unter dem Codename „Menlow“ bekannt, nun endlich deutlich längere Akkulaufzeiten: Während den ersten Light-Notebooks oft schon nach gut zwei Stunden Akkubetrieb der Saft ausging, schaffen die Strom sparendsten Modelle der jüngsten Netbook-Generation inzwischen zehn Stunden Dauerbetrieb – mitunter sogar mehr.

Auch die bisher schwache Grafikleistung der Mini-Rechner soll besser werden. Acer hat vor wenigen Tagen mit dem Aspire-Revo erstmals einen Low-Cost-Rechner mit optischen Qualitäten vorgestellt. Bei diesem Mini-Tisch-PC – im Branchenjargon „Nettop“ genannt – sorgt ein spezieller Zusatz-Chip des Grafikexperten Nvidia für außergewöhnlich gute grafische Darstellung von Spielen und Videos. Dass dieser Grafik-Chip namens Ion bald auch in Acers Netbooks auftaucht, gilt als sicher.

Ebenso klar ist, dass das Konzept der preiswerten Mikro-Computer bald noch in ganz anderen Geräten auftauchen wird. Jonney Shih, Gründer und Chef des EeePC-Erfinders Asus, ließ schon durchblicken, welche Vision er mit seinen Light-Computern verfolgt: „Wir wollen mit der Eee-Welt in alle Bereiche des digitalen Lebens vordringen“, so der Asus-Spitzenmann: „Das reicht vom klassischen Computereinsatz über die vernetzte Unterhaltungselektronik bis hin zur Telekommunikation.“

Dass er es ernst meint, zeigt ein gemeinsam von Asus und dem US-Navigations-Spezialisten Garmin entwickeltes Smart-phone namens Nüvifone G60. Es vereint einen handlichen Westentaschen-Computer, ein Handy und ein Navigationsgerät fürs Auto in einem Gerät. „Das“, sagt Shih, „ist das erste Eee-Phone.“

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