Computermesse: CeBIT-Aussteller machen sich gegenseitig Mut

Computermesse: CeBIT-Aussteller machen sich gegenseitig Mut

Bild vergrößern

Für Microsoft stellt die CeBIT noch immer die wichtigste Leitmesse in Sachen ITK dar

Trotz des dramatischen Ausstellerrückgangs auf der Computermesse CeBIT von rund 25 Prozent – ab morgen werden rund 4300 Unternehmen in Hannover mit einem Stand vertreten sein, 1500 weniger als noch vor Jahresfrist – warnt der deutsche IT-Branchenverband Bitkom vor Schwarzmalerei.

„Wir uns hüten, die größte IT-Messe, die wir hier in Deutschland haben, kleinzureden“, meint Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer am Nachmittag auf seiner Pressekonferenz. Die CeBIT sei weiterhin die weltgrößte Messe der Informations- und Telekommunikationsbranche und ein wichtiger Faktor für den Standort Deutschland. „Die CeBIT ist noch immer ein Davos der Industrie hier in Hannover.“

Was ein wenig wie Pfeifen im Walde angesichts der seit Jahren anhaltenden Probleme klang, wurde keine zwei Stunden vom weltgrößten Softwarekonzern Microsoft wie zur Bestärkung noch einmal wiederholt. „Allen Unkenrufen zum Trotz bleibt die CeBIT die wichtigste Leitmesse für Microsoft“, sagt Deutschland-Statthalter Achim Berg. Ihn interessierte die Diskussion um schwindende Ausstellerzahlen nicht; Microsoft habe seinen Stand vergrößert und investiere bewusst in der Krise; allein neun Milliarden Dollar Forschung und Entwicklung in diesem Jahr. „Dadurch werden wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“, ist Berg überzeugt.

Anzeige

Lobende Worte findet Berg für die Breitbandinitiative der Bundesregierung, kritisiert aber insgesamt den falschen Schwerpunkt bei den Konjunkturpaketen. Es gebe noch großen Nachholbedarf im Bereich IT für öffentliche Verwaltung und bei der Computerausstattung deutscher Bildungseinrichtungen. Gegenwärtig soll vor allem in die Erneuerung von Infrastruktur und Gebäuden, etwa Schulen und Universitäten, investiert werden. „Dann haben wir in einigen Jahren zwar dichte Dächer, aber hohle Köpfe“, so Achim Berg.

Bei anderen (ehemaligen) IT-Riesen übt man sich dagegen in Bescheidenheit. Die einstige Siemens-Beteiligung Fujitsu Siemens Computers richtet ihre Pressekonferenz nur noch in Englisch aus. Auch der Name Siemens soll zum 1. April aus dem Firmennamen gestrichten werden. Hintergrund: Siemens zieht sich aus dem Joint-Venture mit den Japanern zurück; zum April gehen die Anteile nach zehnjähriger Partnerschaft an Fujitsu zurück.

Damit verschwindet auch das letzte Überbleibsel des einstmals stolzen IT-Erbes von Siemens. Früher klangvolle Namen wie Nixdorf, später Siemens Nixdorf Informationssysteme gehörten jahrezehntelang zum Grundinventar auch der CeBIT. Mit dem von Siemens-Konzernchef Peter Löscher verkündeten Ausstieg aus allen Aktivitäten rund um ITK verliert die Computermesse vom kommenden Jahr an also einen weiteren prominenten Namen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%