Datenschutz: Apple greift iPhone-Standortdaten ab

21. Juli 2010
Ein Mann vor einem Apple-Logo Quelle: REUTERSBild vergrößern
Ein Mann vor einem Apple-Logo Quelle: REUTERS
von Ingo Pakalski (Quelle: Handelsblatt Online)

Erneut Wirbel um Apples Umgang mit dem Datenschutz: Über eine Änderung der Datenschutzbestimmungen von iTunes sichert sich der Konzern das Recht, umfassende Standortdaten von iPhone- und iPad-Kunden zu sammeln. Auf Anfrage von US-Politikern hat Apple dazu erstmals Stellung genommen. Demnach sind auch Nutzer von des Apple-Betriebssystems Mac OS und des Webbrowsers Safari betroffen.

BERLIN. Zwei Mitglieder des US-amerikanischen Repräsentantenhauses hatten sich an Steve Jobs mit der Bitte gewandt, Apples neue Datenschutzrichtlinien zu erläutern. Apples Hausanwalt Bruce Sewell hat diese Aufgabe übernommen und Edward J. Markey von den Demokraten und Joe Barton von den Republikanern geantwortet. Das 13-seitige Antwortschreiben ist auf Scribd zu finden. Darin bemüht sich Apple, die Aufregung um die neuen Datenschutzbestimmungen abzufangen.

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Auch die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte Apple vergangenen Monat aufgefordert, die Speicherdauer der gesammelten Daten offenzulegen und zu erklären, welche Nutzerdaten das Unternehmen erfasse und was der Verwendungszweck sei. Von einer Antwort Apples darauf ist noch nichts bekannt.

Neue Datenschutz-Bestimmungen kommen über iTunes

Über iTunes erhalten iPhone- und iPad-Besitzer nach Apples Angaben seit Ende Juni 2010 die neuen Datenschutzbestimmungen vorgesetzt. Falls sie diese ablehnen, können sie das Gerät weiter einsetzen, allerdings ist die Nutzung des iTunes und App Store dann nicht mehr möglich. Das dürfte für viele Gerätebesitzer eine enorme Einschränkung bedeuten. Stimmen sie den Datenschutzbestimmungen zu, gestatten sie Apple, Standortdaten zu speichern und an Partnerunternehmen weiterzugeben.

In den Einstellungen von iOS 4 lassen sich die Ortungsdienste nicht nur wie bisher global abschalten. Alternativ kann die Standortbestimmung auch für einzelne Programme an- oder abgeschaltet werden. Außerdem zeigen die Einstellungen, welche Applikation in den letzten 24 Stunden Ortungsdaten abgefragt hat.

So sammelt Apple Standortdaten

In Apples Antwort heißt es außerdem, dass die veränderten Datenschutzbestimmungen auch für andere Apple-Produkte gelten. Neben Apples Betriebssystem Mac OS ab der Version 10.6 ist das der Webbrowser Safari. Apple machte keine Angaben dazu, wie dabei die Zustimmung zu den neuen Datenschutzbestimmungen eingeholt wird. Sowohl im Betriebssystem als auch im Browser sollen sich die Standortdienste ein- oder abschalten lassen. Sobald eine Applikation oder eine Webseite das erste Mal Standortdaten anfordert, erscheint eine Abfrage. Erst wenn diese bestätigt werde, würden die Ortungsinformationen an die Webseite oder die Applikation weitergeleitet.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 26.07.2010, 00:05 Uhrklaus

    "Das 13-seitige Antwortschreiben ist auf Scribd zu finden."

    Könnten Sie bitte die URL oder zumindest die zu suchenden Stichwörter für Scribd angeben.

    ich konnte das Antwortschreiben bisher nicht finden:
    http://www.scribd.com

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