Datenschutz: Gefährliche Ignoranz

Datenschutz: Gefährliche Ignoranz

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Smartphone mit Android-Software

von Thomas Kuhn

Trotz Hackerangriffen und Online-Spionage widmen besonders kleine und mittelständische Unternehmen der Sicherheit ihrer IT-Systeme und Datenkommunikation zu wenig Aufmerksamkeit. Um die Verantwortlichen zu sensibilisieren, startet startet Bundeswirtschaftsminister Brüderle nun eine Informationskampage.

Ein besseres Versteck für ihre Spionagesoftware hätten sich die Hacker kaum aussuchen können. Ausgerechnet eine ursprünglich von Google selbst entwickelte Software zum Schutz von Android-Handys vor elektronischen Angriffen, das "Android Market Security Tool", hatten Kriminelle so modifiziert, dass sie persönliche Daten aus dem Handy auslas.

Wer versehentlich statt Googles Originalprogramm die verfälschte Programmkopie auf sein Smartphone lud, übermittelte die Informationen anschließend an die Hacker, berichteten Mitte Februar unter anderem die IT-Sicherheitsanbieter Symantec und Kaspersky. Kein Einzelfall: Zuletzt hatte Google mehr als 50 Programme aus seinem Software-Laden für Handys, dem Android Market gelöscht, die schädlichen Code enthielten. Die Anwendungen will Google nun auch per Fernsteuerung von den Handys der Android-Nutzer löschen, die die Programme bereits aus dem Netz geladen hatten.

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Risiken für Mittenständler

Das Beispiel zeigt, welche Vielzahl von Angriffswegen Computer-Kriminelle inzwischen nutzen, um an sensible Daten zu von Privatanwendern und Geschäftsleuten gelangen – und sei es durch das Kopieren von in Handys gespeicherten Passwörtern oder Zugangsdaten für Kunden- oder Konstruktionsdatenbanken in den Unternehmen.

Angesichts dieser Entwicklung alarmieren die Zwischenergebnisse einer aktuellen Studie zum Schutz und verantwortlichen Umgang mit sensiblen Daten – der sogenannten Compliance – in kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Branchenbündnis "Deutschland sicher im Netz" (DsiN) gemeinsam mit der Datev, Sophos und SAP durchführt und Mitte Februar publiziert hat. Danach besitzt gerade einmal ein Drittel der gut 600 Unternehmen, die bisher an der Online-Befragung teilgenommen haben, eine umfassende Compliance-Strategie, berichtet die DsiN-Initiative, ein Zusammenschluss von IT-Unternehmen, Vereinen und Branchenverbänden.

Kostenloser Sicherheits-Check im Netz

Immer wieder bemängelten Experten in der Vergangenheit bei Unternehmen und Unternehmern mangelndes Sicherheitsdenken oder fehlende Kapazitäten zum Schutz von Daten und Technik. Um dieses Bewusstsein bei den Verantwortlichen zu schärfen, über digitale Gefahrenquellen aufzuklären und Möglichkeiten zum Schutz aufzuzeigen, hat das Bundeswirtschaftsministerium kürzlich seine Broschüre "IT-Sicherheit für kleine und mittlere Unternehmen" überarbeitet und zum kostenlosen Download ins Netz gestellt.

Zudem lädt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle am 29. März zu einem eintägigen Kongress mit dem Titel "TASK FORCE IT-Sicherheit in der Wirtschaft" ins Ministerium nach Berlin. Die Veranstaltung, bei der auch WirtschaftsWoche-IT-Experte Thomas Kuhn auftreten wird, markiert den Auftakt für die Arbeit der sogenannten Task Force, mit der Brüderle die Unternehmen beim sicheren Einsatz von IKT-Systemen unterstützen will. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei, Online-Anmeldungen sind auf der Web-Seite des BMWi möglich.

Als Stimmungsbarometer im Vorfeld der Veranstaltung möchten wir Sie um die – selbstverständlich anonyme – Beantwortung von acht Fragen zur IT-Sicherheit bitten. Rückschlüsse auf Ihr Unternehmen sind nicht möglich, die Angaben werden nur kumuliert dargestellt und nicht weiter verwertet. Herzlichen Dank für Ihre Teilnahme.

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