DeLonghi Primadonna im Test: Gleichermaßen Star wie Diva

DeLonghi Primadonna im Test: Gleichermaßen Star wie Diva

, aktualisiert 03. Mai 2017, 09:07 Uhr
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Mit einem Preis von rund 1900 Euro spielt die Primadonna Elite Experience von DeLonghi in der Champions League der Kaffeevollautomaten.

von Lukas BayQuelle:Handelsblatt Online

Die DeLonghi Primadonna Elite Experience soll Kaffee per App zubereiten. Im Test zeigt die teure Schönheit aus Italien die ganze Kunst des Kaffeekochens – aber präsentiert sich mitunter auch als Diva.

Die Primadonna nimmt in der Oper eine besondere Rolle ein – sie meist der Star, aber auch die größte Diva im Ensemble. Warum, möchte man den italienischen Hersteller DeLonghi fragen, gibt man einer Kaffeemaschine einen solchen Namen? Die Antwort suchen wir in unserem Langzeittest Modells, das korrekt als Primadonna Elite Experience Ecam 656.85 MS bezeichnet wird – und mit einem Preis von rund 1900 Euro in der Champions League der Kaffeevollautomaten spielt.

Das Auspacken ist gar nicht so leicht: Mit 12 Kilogramm ist die Primadonna ein ganz schönes Schwergewicht. Mit im Paket enthalten sind eine Mix-Karaffe und ein Thermo-Milchbehälter.

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Einmal aufgebaut, macht die Primadonna optisch einiges her. Ihre Hülle besteht aus glänzendem oder gebürstetem Edelstahl, was sehr hochwertig aussieht – von der Kaffeedüse bis zum Tassenwärmer. Aus Kunststoff sind nur der angedockte Wassertank und die Auffangschale.

Bis zu 400 Gramm Bohnen passen in den Kaffeebehälter. Gemahlen werden sie mit einem Kegelmahlwerk, dessen Mahlgrad sich in 13 Stufen abstimmen lässt. Und selbst gemahlener Kaffee kann über ein Fach problemlos in die Maschine eingefüllt werden.

Schade ist, dass es keine getrennten Fächer für Kaffee- und Espressobohnen gibt. Wer sich für einen Kaffeetyp entscheidet, muss die Bohnen erst vollständig verbrauchen.

Die erste Inbetriebnahme funktioniert intuitiv über den 4,3-Zoll-Touchscreen der Maschine. Weil nicht nur in einer Redaktion, sondern auch in einer Familie die Geschmäcker verschieden sind, können sich die bis zu sechs Nutzer eigene Profile anlegen, um die beliebtesten Kaffeespezialitäten zu speichern. Insgesamt 21 voreingestellte Getränke wie Cappuccino, Latte Macchiato oder auch Espresso sind vorgegeben. Wer lieber Tee mag, hat die Wahl, sein heißes Wasser in vier voreingestellten Temperaturen in die Tasse fließen zu lassen – je nachdem, welcher Tee es sein soll.

Das Besondere der Primadonna sind aber ihre digitalen Funktionen. War es kreativer mag, kann eigene Kaffeespezialitäten im Smartphone entwerfen. Über die App „Coffee Link“ kann man festlegen, wie hoch der Anteil an Kaffee oder Espresso, an Milchschaum oder heißer Milch sein soll. Auch die Stärke des Kaffees lässt sich regulieren. Am Ende kann man die eigene Kreation speichern und immer wieder abrufen.


Bei kleinen Details haben die Entwickler geschlafen

Wer bequem ist, kann die Kaffeemaschine über die App sogar aus dem Bett anschalten. Doch der Fortschritt hat leider mehrere Tücken: Zunächst muss man bereits vorher daran denken, eine Tasse unter den Kaffeeauslauf gestellt zu haben. Ansonsten geht der schöne Kaffee direkt in die Abtropfschale. Darüber hinaus kann man mit der Maschine nur eine Verbindung per Bluetooth herstellen. Die Reichweite der Steuerung ist damit begrenzt. Im Alltag nutzt man darum viel häufiger den Touchscreen an der Maschine als die App.

Doch bei ihrer wichtigsten Aufgabe, dem Kaffee zubereiten, ist die Primadonna der Superstar, der sie sein will. Selbst beim normalen Kaffee zaubert sie eine schöne Crema, der Espresso wird mit bis zu 15 Bar zubereitet. Wer Spezialitäten mit Milch bevorzugt, muss den Milchbehälter andocken, der durch seine doppelte Wand die Milch kalt hält. Auf Knopfdruck liefert der heißen Milchschaum – und reinigt sich hinterher mit heißem Dampf.

In bloßer Überschätzung unserer Barista-Fähigkeiten, machen wir uns an ein Rezept aus dem mitgelieferten Rezeptbuch: Black and White – eine Mischung aus kaltem Milchschaum und kaltem, aufgeschäumten Kaffee. Hergestellt wird der Koffein-Cocktail in der beiliegenden Mixkaraffe. Dafür wird kalte Milch und der mit Eiswürfeln heruntergekühlte Kaffee mit einem beiliegenden Rührstab schaumig geschlagen. Das Ergebnis ist optisch ansprechend, doch geschmacklich eher nicht zu empfehlen. Das nehmen wir mal auf unsere Kappe.

Denn im Alltag erweist sich die Primadonna als zuverlässig und vor allem wenig wartungsintensiv. Muss sie entkalkt werden, leitet sie den Nutzer durch den Vorgang. Und auch die Einzelteile zu reinigen, kostet wenig Energie. Negativ ist allein, dass der Wassertank nicht erkennt, wenn nicht mehr genug Wasser für einen weiteren Kaffee enthalten ist – und mitunter mitten im Brühvorgang eine Nachfüllung verlangt. Das hätte man von einer Maschine in dieser Preisklasse eher nicht erwartet.

Fazit: Das Topmodell der italienischen Kaffeespezialisten wird ihrem Namen Primadonna gerecht – sie ist gleichermaßen Star wie Diva. Die gängigen Kaffeespezialitäten produziert sie in Perfektion, doch bei kleinen Details in der Funktionalität haben die Entwickler leider geschlafen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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