Deutscher Astronaut an Bord: Nach zwei Monaten Verspätung soll "Atlantis" endlich starten

Deutscher Astronaut an Bord: Nach zwei Monaten Verspätung soll "Atlantis" endlich starten

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Das "Columbus" Weltraumlabor in einer Grafik

Nach zweimonatiger Verzögerung wegen technischer Probleme ist der Start der US-Weltraumfähre „Atlantis“ mit dem europäischen Weltraumlabor „Columbus“ und dem deutschen Astronauten Hans Schlegel nun für heute Abend geplant.

Wie die US-Weltraumbehörde mitteilte, soll der Shuttle um 20.45 Uhr unserer Zeit in Cape Canaveral (Florida) ins All in Richtung Internationaler Weltraumstation ISS abheben. Allerdings bereite das Wetter Kopfzerbrechen, hieß es. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Start wegen schlechten Wetters ins Wasser fällt, liege bei 60 Prozent. Hauptaufgabe der elftägigen Mission ist es, das 880 Millionen Euro teure „Columbus“-Labor an der ISS anzudocken. Dazu sind mehrere Außeneinsätze notwendig.

Das zum Großteil von EADS-Astrium in Bremen gebaute 13 Tonnen schwere Labor soll über zehn Jahre lang das Verhalten von Stoffen, Einzellern und wirbellosen Tieren in der Schwerelosigkeit untersuchen. Der zunächst für den 6. Dezember geplante Star war wegen defekter Tanksensoren mehrfach verschoben worden. Unterdessen bereiteten sich auch Wissenschaftler des Kontrollzentrums im bayerischen Oberpfaffenhofen auf den Start vor. Auf großen Projektionswänden werden Mitglieder des „Columbus“-Teams am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie rund 150 Gäste den Start in Florida live verfolgen.

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Astronaut Ulf Merbold, der 1983 als erster Nicht-Amerikaner bei einer US-Shuttle-Mission ins all flog, soll den Start kommentieren. Oberpfaffenhofen koordiniert das wissenschaftliche Programm von Forschungszentren in ganz Europa und steuert die technischen Systeme des Labors von der Heizung bis zur Luft- und Wasserversorgung. Rund um die Uhr werden 75 Wissenschaftler und Ingenieure das „Columbus“- Kontrollzentrum über Funk und Video Kontakt zu den Astronauten halten.

Das Andocken von „Atlantis“ an der ISS ist für Samstag geplant, am Montag soll das Weltraumlabor „Columbus“ erstmals geöffnet werden - damit übernimmt dann Oberpfaffenhofen die Kontrolle über „Columbus“.

Zum Start wird in Oberpfaffenhofen auch Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) erwartet. Außerdem wollen der Chef des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums, Klaus Wittmann, sowie der Astronaut Reinhold Ewald sprechen. Ewald ist Leiter der „Columbus“-Mission in Oberpfaffenhofen; er war 1997 auf der Raumstation Mir, als dort ein Feuer ausbrach. Thomas Reiter, Raumfahrtvorstand beim DLR, der selbst fast ein Jahr im Weltraum verbracht hat, verfolgt den Start in Cape Canaveral.

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