Die Technik-Highlights der Woche: Bilder mit Musik

Die Technik-Highlights der Woche: Bilder mit Musik

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Digitaler Bilderrahmen von HP

Digitale Bilderrahmen haben längst die Wechselrahmen mit dem obligatorischen Familienbild von den Bürotischen verdrängt. Doch jetzt bringt ein Hersteller erstmals ein Modell auf den Markt, das weit mehr als nur Bilder anzuzeigen.

Digitale Bilderrahmen sind nichts Neues. Oft haben sie entweder eine Mobilfunk-Chipkarte integriert oder unterstützen drahtloses Internet, so dass der stolze Besitzer das Foto an Ort und Situation leicht anpassen kann: Familienbild auf dem Schreibtisch im Büro und in den eigenen vier Wänden den Schnappschuss mit Freunden beim Feiern. Der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) hat jetzt einen digitalen Bilderrahmen vorgestellt, der noch mehr kann. Der "DreamScreen" spielt Videos ab, streamt Fotos und Musik, dient als Empfänger für Webradios und liefert Zugang zur Social-Networking-Plattform Facebook.

Das in schwarz gehaltene Gerät kommt ab Oktober zunächst in den USA für 250 Dollar in die Läden, wenn man sich für die Zehn-Zoll-Variante entscheidet. Die 13-Zoll-Version kostet 50 Dollar mehr. Ob und wann es auch in Europe zu haben sein wird, lässt der Hersteller noch offen.

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HP hat beide Modelle mit zwei Gigabyte integriertem Speicher ausgestattet, der durch Speicherkarten oder USB-Speichermedien erweitert werden kann. Mit dem heimischen Computer und das Internet wird der Bilderrahmen per WLAN verbunden. Neben USB ist auch ein Klinkenanschluss an Bord, um Kopfhörer oder externe Lautsprecher anzuschließen. Das Gerät verfügt über Tasten, die rund ums Display angebracht sind. Darüber lässt es sich auch bedienen. Das Gerät läuft auf einer speziellen Linux-Variante und wird mit einer Fernbedienung geliefert.

Virtuell verreisen

In Zeiten der Finanzkrise heißt es, den Gürtel enger zu schnallen. Zwar sparen die Deutschen noch immer nicht am Urlaub, wie Studien jüngst belegt haben, doch sind statt drei Reisen pro Jahr vielleicht nur noch zwei erschwinglich. Wer noch öfter auf große Fahrt gehen möchte, kann dies jetzt virtuell tun. Eine neue Version der Software "Photo Tourism" macht's möglich. Binnen eines Tages hat die Anwendung aus rund 150.000 Urlaubsfotos, die Nutzer auf das Internet-Fotoportal Flickr hochgeladen hatten, 3D-Modelle antiker Sehenswürdigkeiten und ganzer Stadtteile erstellt.

Natürlich ist das Kolosseum in Rom darunter, ebenso wie der Petersdom im Vatikan. Und sogar die komplette Altstadt der kroatischen Hafenmetropole Dubrovnik gibt es dank "Photo Tourism" nun als 3D-Version im Netz.

Wie funktioniert das? Um 3D-Modelle von Bildern eines Objektes zu erstellen, vergleicht das Programm gemeinsame Punkte auf den Fotos, um sie dann ähnlich wie ein 3D-Puzzle zu einem räumlichen Modell zusammenzufügen. Die Vorgängerversion bietet Microsoft seit 2008 unter dem Namen "Photosynth" zum Kauf an. Erfunden hat die Software Noah Snavely, Informatiker an der Universität Ithaca. Er hatte das Programm schon vor längerer Zeit im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelt. Jetzt haben Programmierer den Algorithmus des Programms verbessert, so dass nicht nur einzelne Bauwerke, sondern erstmals auch ganze Städte in 3D-Modelle verwandelt werden können. Dazu ist es auch notwendig, einzelne Bilder schneller zu verarbeiten.

Um die römischen Bauwerke virtuell in 3D zu konstruieren, analysierte das Programm zunächst 13 Stunden lang die Flickr-Fotos, die mit den Tags "Rom" oder "Roma" gekennzeichnet waren. Danach dauerte es rund acht Stunden, bis die Bauwerke dreidimensional erstellt waren. 2100 Einzelfotos des Kolosseums, die sich an mehr als 800.000 Berührungspunkten überschnitten, waren etwa für das virtuelle 3D-Kolosseum notwendig. Das schafft natürlich nicht  einziger Rechner allein. Das Projekt hat ein Rechencluster mit rund 500 Prozessoren überhaupt erst ermöglicht. Mit der ursprünglichen Version hätte der gesamte Prozess nicht einen Tag, sondern ein ganzes Jahr gedauert.

Das Ganze ist nicht bloß Spielerei, wie man meinen könnte. Computerspiel-Entwickler, Hersteller von Navigationssystemen bis hin zu Historikern könnten "Photo Tourism" künftig einsetzen. Im nächsten Monat soll die Software auf der "International Conference on Computer Vision" in Kyoto einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden.

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