Risiken in Zeiten    der Digitalisierung

Yahoo: Hacker greifen Daten von 500 Millionen Nutzern ab

Bild vergrößern

Yahoo hat nun bestätigt, dass Hacker Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen haben.

Eineinhalb Jahre lang ahnte der angeschlagene Internet-Pionier offenbar nichts von dem riesigen Datendiebstahl. Bei einer internen Überprüfung wurde er dann entdeckt. Das FBI ist eingeschaltet.

Dem US-Internet-Dienstleister Yahoo macht ein massiver Cyberangriff zu schaffen. Hacker hätten schon Ende 2014 persönliche Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern abgegriffen, räumte der Konzern ein. Betroffen sind demnach Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Passwörter sowie Sicherheitsfragen zur Feststellung der Identität der User. Bisher gebe es aber noch keinen Hinweis darauf, dass auch Kreditkarten- oder Bankkontendaten entwendet worden seien. Dennoch sprachen Experten vom bisher folgenschwersten Cyberdiebstahl bei einem E-Mail-Provider.

Yahoo machte staatlich unterstütze Hacker für den Datenattacke verantwortlich. Einen konkreten Staat nannte das Unternehmen indes nicht. Bei ähnlichen Cyberangriffen in den USA wurden mit dieser Formulierung chinesische und russische Hackergruppen bezeichnet.

Anzeige

Das FBI ist informiert. Die US-Bundespolizei nehme solche Fälle sehr ernst und werde Hergang und Urheber der Hackerangriffe ermitteln, teilte das FBI am Abend (Ortszeit) mit. Nach Angaben von Yahoo sind noch andere Sicherheitsbehörden an der Untersuchung beteiligt.

Warum der Internetpionier so lange brauchte, um dem Datenraub auf die Spur zu kommen, ließ er offen. Auch wie das Leck bei firmeninternen Untersuchungen auffiel, wollte Yahoo mit Verweis auf Sicherheitsgründe nicht sagen. Zum Zeitpunkt des Diebstahls stand der in der Branche geschätzte Manager Alex Stamos an der Spitze des Internetsicherheitsteams. Im vergangenen Jahr verließ er den Konzern für eine ähnliche Aufgabe bei Facebook.

Berichte über einen großangelegten Diebstahl von Daten bei Yahoo hatte es bereits im August gegeben. Die Tech-Webseite Motherboard hatte damals berichtet, dass ein Hacker mit den Namen „Peace“ im Internet die Daten von 200 Millionen Yahoo-Nutzern verkaufen wollte. Das Unternehmen hatte sich aber bis Donnerstag nicht dazu geäußert. Nutzern empfahl Yahoo nun, ihre Passwörter zu ändern, sollten sie das seit 2014 nicht getan haben. Es gebe keinen Hinweis, dass die Hacker nach wie vor im Yahoo-System seien.

Die Enthüllung könnte auch Auswirkungen auf die vor zwei Monaten verkündete Übernahme des Online-Geschäfts von Yahoo durch den US-Telekomkonzern Verizon haben. Diese soll bis Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein und ein Volumen von rund 4,8 Milliarden Dollar haben. Verizon könnte nun theoretisch neue Übernahmebedingungen aushandeln oder sich möglicherweise ganz aus dem Geschäft zurückziehen.

Yahoo Der tiefe Fall der Internet-Ikone

Die einstige Internet-Ikone Yahoo hat schon wieder schlechte Quartalszahlen vorgelegt. Der lange diskutierte Verkauf an einen externen Investor lässt sich nicht vermeiden. Doch bei den Interessenten gibt es Probleme.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer konnte die Probleme des einstigen Internet-Riesens nicht lösen. Quelle: REUTERS

In einer Stellungnahme erklärte der Telekommunikations-Riese, er wisse noch nicht genug über den Angriff auf Yahoo. Im weiteren Verlauf der Untersuchung werde es eine Neubewertung geben, die die Interessen von Verizon, seiner Kunden und seiner Aktionäre berücksichtige, hieß es.

Der Datenraub könnte den ohnehin angeschlagenen Yahoo-Konzern teuer zu stehen kommen. Denn noch nie seien bei einem einzigen E-Mail-Anbieter so viele Konten kompromittiert worden, sagte die Analystin Avivah Litan von der Technologieforschungsfirma Gartner Inc. „Das ist eine schockierende Zahl. Das ist eine ziemlich große Sache, die sie wahrscheinlich Millionen von Dollar kosten wird. Regulierungsbehörden und Anwälte werden ihre Freude daran haben.“

Yahoo hat nach eigenen Angaben monatlich mehr als eine Milliarde Nutzer. Im Juli griffen 161 Millionen Menschen weltweit auf ihren Privatrechnern auf ein E-Mail-Konto des Konzerns zurück – und damit 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum 2014, wie aus jüngsten Daten des Forschungsinstituts comScore hervorgeht.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%