118000-Vorstand prüft Insolvenz: Deutsche Telefon-Auskünfte kämpfen um Anrufer

09. November 2012
Eine Mitarbeiterin in einem Call Center spricht mit einem Anrufer. Die Telefon-Auskünfte in Deutschland kämpfen mit einem starken Rückgang der Anfragen. Quelle: dpaBild vergrößern
Eine Mitarbeiterin in einem Call Center spricht mit einem Anrufer. Die Telefon-Auskünfte in Deutschland kämpfen mit einem starken Rückgang der Anfragen. Quelle: dpa
von Meike Lorenzen

Schlechte Nachrichten aus dem Hause der Telefon-Auskunft 118000. Der Vorstand des Unternehmens unterstützt derzeit die „positive Fortbestandsprognose“ nicht mehr. Das Unternehmen ist nicht allein, die Branche schrumpft immer mehr. Nur die Marktführer behaupten sich.

Einst bot die Deutsche Bundespost genau zwei Auskünfte an: Die Inlands- und die Auslandsauskunft mit den Nummern 118 und 01188. Mit der Privatisierung ließ die Bundesnetzagentur auch Konkurrenten zu, denen die Nummern 118XX reserviert wurden. Ende 2003 zählte die Regulierungsbehörde 38 Anbieter für innerdeutsche Anfragen und sechs für Auslandsanfragen. Die bekannteste Nummer ist die 11833 der Deutschen Telekom, die auch heute noch über Rufnummern und Adressen Auskunft gibt.

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Andere sind im hart umkämpften Markt längst auf der Strecke geblieben. Auf der 11818, 11828 oder der 11867 ist keine freundliche Servicemitarbeiterin mehr zu erreichen. Laut Medienberichten steht auch die Auskunft 118000 vor der Pleite. Der derzeitige für die Finanzen zuständige Vorstand Alexander Löschhorn äußerte sich im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online dahingehend, "dass die Adhoc-Meldung aus rechtlichen Gründen herausgegeben werden musste. Jetzt wird geprüft. Wie die Überschuldungsbilanz aussieht, wird sich zeigen. Zahlungsunfähig ist die 118000 AG aktuell nicht.“ Mit einem Ergebnis, ob das Unternehmen in die Insolvenz muss, wird bis Mitte nächster Woche gerechnet.

Bekannt geworden ist die Nummer vor allem dank weiblicher Unterstützung. Die Blondinen Paris Hilton und Daniela Katzenberger („Mit drei Nullen, wie drei Stullen“) standen beide für das Unternehmen zu Werbezwecken vor der Kamera. Doch der Versuch, an die 11880-Erfolgswerbung von Verona Pooth, ehemals Feldbusch ("11 Fußballspieler, 88 die Oma und 0 Ahnung“) anzuknüpfen, kann man auch schon vor Ausgang der Bilanz als gescheitert ansehen. Schon die letzten Umsatzzahlen waren alles andere als vielversprechend. 2010 lag der Umsatz bei 13,5 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2012 waren es nur noch 0,7 Millionen Euro. Derzeit beschäftigt das Unternehmen noch 50 Mitarbeiter.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 09.11.2012, 11:25 UhrTelefonist

    Mir war schon in den 90ern nicht klar, wie Telefonauskunft ein Geschäftsmodell für mehr als 2 Firmen sein kann. Das braucht man wie eine Warze auf der Stirn. Schnell in Tante Google eingetippt oder bei dasOertliche.de und gut is ...

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